Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

Ein Tropfen Pech

von Fellow Passenger

Jetzt habe ich also auch so ein öffentliches elektronisches Tagebuch. Was aber schreibt man nun rein in so ein Weblog? Gedanken, gesammelt auf einer Festplatte die sich in einem Server dreht, von dem ich nicht einmal ahne, wo er sich befindet. Notizen, die Millionen von Menschen lesen könnten. Wie macht man sich öffentlich persönliche Gedanken?

Heute finden Brustvergrößerungen im Rahmen von Fernseh-Shows statt. Nachrichten zeigen lieber Tränen und Emotionen als neutral Fakten zu vermitteln. Menschen wollen in die Privatsphäre anderer eindringen, ohne sich ihnen selbst nähern zu müssen. Andere Menschen kehren bereitwillig vor einer anonymen Masse ihr Innerstes nach außen. Vojeure und Exhibitionisten, dank Fernsehen und Internet endlich vereint.

Vorbei ist die Zeit, wo man seine Erlebnisse und Gefühle noch still und heimlich in ein Tagebuch schrieb, das andere erst postum zu lesen bekamen. Heute muß eben alles schneller gehen. Immer schneller, immer aufdringlicher und für jeden verfügbar. Wer nicht rund um die Uhr per Mobiltelefon erreichbar ist, gilt heute bereits als verschrobener Sonderling.

Es geht auch anders: 1927 hat Thomas Parnell, Professor der Physik an der Unviersität von Queensland, Australien mit einem Versuch begonnen, der heute noch läuft — und zwar ganz langsam. Er hat geschmolzenes Pech in einen verschlossenen Trichter gefüllt und es auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Drei Jahre später hat er den Verschluß entfernt und beobachtet, wie das Pech langsam heraustropft. Ende November des Jahrs 2000 hat sich der achte Tropfen gelöst.

Doch auch diese Enklave der Langsamkeit wird von der elektronischen Informationsgesellschaft längst überrollt. Damit es die Welt sofort mitbekommt, wenn der neunte Tropfen fällt, ist das Experiment jederzeit live per Video im Internet zu betrachten.

2 Kommentare zu “Ein Tropfen Pech”

  1. Oles wirre Welt

    Ähnlich rasant ist ja John Cages Orgelprojekt “As slow as possible” im Quedlinburger Dom. In der Uraufführung in scheinbar langsamem Tempo brauchte das Stück 29 Minuten. Die Quedlinburger haben es wörtlicher genommen und so wird das Stück eine Gesamtaufführungsdauer von 639 Jahren haben, ungefähr. Viel zu bestaunen gab es nicht zu Beginn – der erste Ton erklang erst nach anderthalb Jahren – das Stück beginnt mit einer Pause.

  2. Oles wirre Welt

    Pardon, ich verschrob mich. Das Stück wird selbstverständlich in Halberstadt, nicht in Quedlinburg aufgeführt.

Kommentieren Sie

Quicktags: