Tag: 2. Juni 2005

  • Taktstöckchen

    Die RIAA möchte mal die Blogosphäre ein wenig nach Urheberrechtsverletzungen durchleuchten und hat dafür diesen Kettenbrief lanciert, der mich über Herrn Niemeyer erreicht hat.

    Total volume of music files on my computer

    Eins. Es handelt sich um Friedemann Maria Weise mit seinem Titel „Eine gute Musik“. Das Musikstück beschäftigt sich mit dem struktuerellen Aufbau von guter Musik.

    The last CD I bought

    Ich habe Chicks on Speed “ Chicks on speed will save us all“ gleichzeitig mit Gry „public recording“ gekauft.

    Song playing right now

    Hier herrscht gerade Ruhe. Es könnte aber ein beliebiges Stück von „Bohren and the club of gore“ laufen. Egal, ob man die Fenster putzt, die Gattin schustert, oder sich vor eine Trambahn wirft: Das passt immer.

    Five songs I listen to a lot

    1. Leonard Cohen mit „First We Take Manhattan“
    2. „Walk on by“ von Cake
    3. „Loveless Love“ von den Feelies
    4. DJ Shadows „Organ Donor“
    5. „Youpi“ im Space spaghetti mix von Cournu

    Five people to whom I’m passing the baton
    Irgendwann muß es auch mal gut sein.

  • Kunstbesprechung

    Keinen Dunst von Kunst? Du möchtest aber mitreden können, damit Du auf einer Vernisage das Buffet plündern kannst, ohne aufzufallen? Gar kein Problem! Hier kommt ein Beispiel, wie man „sachkundig“ einen Akt beschreiben kann.

    Strichweibchen

    Der Künstler beschränkt sich in diesem Werk fast ausschließlich auf die Grundelemente der visuellen Gestaltung – Form, Fläche, Linie. Er verzichtet in dieser Bleistiftzeichnung völlig auf Schattierungen.

    In puristischer Strenge grenzt er in einem geometrischen System von Linien und Kreisen den Abbildcharakter der Wirklichkeit aus. In der reinen Abstraktion seiner Formkomposition findet sich aber dennoch der individuelle Charakter des Motivs wieder.

    Mit der radikal geometrisierten Formensprache ist der Anspruch verknüpft, eine wahre Ansicht der Realität zu geben, einer konstanten reinen Wirklichkeit, die unabhängig hinter dem sich permanent wandelnden Erscheinungsbild natürlicher Formen existiert.

    Der Bezug des Künstlers auf kindliche Ausdrucksformen ist durchaus doppelbödig: Er nutzte ihre elementare Einfachheit als Kritik an Konvention und Bildung. Dennoch war er sich über die Differenz zwischen Kinderkunst und einer bewußt vereinfachten Zeichensprache, die ihre Urspünglichkeit stets neu erschaffen muß, im Klaren.