Tag: 22. September 2005

  • Schneeflöckchen, Weißröckchen

    H&M-Signet mit einer Line Koks

    Wie kommen eigentlich die PR-Manager von Hennes & Mauritz darauf, zum Thema Drogenkonsum Stellung beziehen zu müssen? Die Polizei äußert sich doch auch nicht über geschmacklose Textilien. Der übereilte Vorstoß von H&M, den Vertrag mit Frau Moss zu lösen, erweckt eher den Eindruck, der Vorstand möchte vermeiden, daß die eigenen Konsumgewohnheiten in das Licht der Öffentlichkeit rücken.

    Es ist immer wieder erstaunlich, welche Blüten die Prohibitionspolitik in der öffentlichen Meinung treibt. Wenn die Times schreibt, daß Frau Moss täglich 300 Euro für Drogen ausgibt, soll das wohl sensationell klingen. Wenn man es sich überlegt ist es das kaum. Ein Kokainrausch dauert ja nicht lange. Wer Kokainabhängig ist, dürfte etwa 150 Milligramm pro Stunde verbrauchen. Wenn man 8 Stunden am Tag schläft, bleiben 16 Stunden und ein Bedarf von 2,4 Gramm. Top-Qualität ist „nur“ zu 50 Prozent gestreckt. Demnach muß Frau Moss sich täglich 4,8 Gramm des weißen Pulvers durch die Nase saugen. Viel mehr dürfte für 300 Euro wohl auch nicht zu haben sein. Sie könnte mit der Hälfte auskommen, wenn sie es spritzt. Es ist transparent, daß sie finanziell durchaus auf Rosen gebettet ist*. Daher dürfte sie es vorziehen, ihre Haut unperforiert zu lassen.

    [via MC Winkel]

    *Vielen Dank an den Wohnungsverkäufer von MC Winkel, dem wir diese Redewendung verdanken!

  • In eigener Sache

    Nach nächtelangen Redaktionskonferenzen haben wir uns schweren Herzens entschlossen, einen Schritt zu unternehmen, den wir sehr bedauern, zugleich aber für unabdingbar halten. Aufgrund der gewachsenen internationalen Bedeutung des Fellow Passenger sind auch jenseits des Atlantiks Begerlichkeiten entstanden, im Rahmen derer man uns zu zwingen versucht, auf ein obskures Online-Glücksspiel-Portal zu verweisen. Aus noch nicht geklärten Gründen bestehen die Betreiber darauf, in den Kommentaren des Artikels über die Verleihung des Preises für Blog-Zensur genannt zu werden. Derzeit versuchen sie, dies durch maschinell erzeugte Kommentare zu erreichen. Dieses Vorgehen wollen und können wir nicht dulden. Zugleich soll das Kommentarwesen des Fellow Passenger weiterhin einfach und unbürokratisch jedem Menschen mit Meinung zur Verfügung stehen. Daher haben wir uns entschlossen, die bisherigen Modalitäten insgesamt beizubehalten, dafür jedoch die Kommentarfunktion für den einzigen betroffenen Artikel gänzlich abzuschalten.

    Wir glauben damit auch in Ihrem Sinne zu handeln und bitten Sie um Verständnis.

  • Einfacher Reformvorschlag

    Parteispenden dürfen nur noch anonym geleistet werden, damit die begünstigte Partei sich nicht zu einer Gegenleistung verpflichtet sieht.

    Spendenquittungen werden nicht ausgestellt. Einerseits garantiert das die Anonymität der Spende. Andererseits verhindert es, daß die Zahlung von der Steuer abgesetzt werden kann. Es kann nicht sinnvoll sein, daß man sich aussuchen darf, ob man lieber Steuern zahlt, oder seine Lieblingspartei unterstützt.

    Abgeordnete dürfen keinen Beruf ausüben. Die einzigen zulässigen Einkünfte neben der Diät sind Kapitalerträge aus eigenem Vermögen und Mieteinnahmen aus eigenem Immobilienbesitz, sofern Kapital oder Immobilie bereits vor Übernahme des Mandats im Besitz war oder während der Amtszeit ererbt wurde. Das mindert nicht nur die Beeinflußbarkeit, sondern sorgt auch für ausreichend Zeit sich mit dem politischen Tagesgeschäft zu befassen.

    Wer dagegen verstößt verliert sein Mandat und jeglichen Anspruch auf Übergangsgeld und Altersentschädigung.