Tag: 15. April 2008

  • Boykottaufruf aus China

    In chinesischen Chats und Blogs finden sich neuerdings Aufrufe, Markenwaren aus Frankreich zu boykottieren. Wegen der heftigen Proteste gegen China während des olympischen Fackellaufs in Frankreich erklären entrüstete Chinesen:

    Das Zeug von Louis Vuitton oder Christian Dior brauchen wir gar nicht, wir können das alles selber so herstellen, daß niemand einen Unterschied findet. Sogar viel billiger.

  • Unterschlagenes Land

    Weil ja kein Mensch sich in allen Foren registrieren kann, wo diese wirklich brillante Überlegung zu finden ist, mal eine kurze Würdigung dazu:

    Guckt in euren Pass, was steht da? Staatsbürgerschaft DEUTSCH. Was ist denn das? So eine gibts nicht. In jedem Pass anderer Nationen steht dort der Name des Landes. Da fehlt das Wort …LAND. Wieso?

    Dort steht „Staatsangehörigkeit: deutsch“. Deutsch drückt in unserer Sprache aus, daß etwas aus unserem Land kommt. Das ist eine Herkunftsbezeichnung in deutscher Sprache. Die Staatsangehörigkeit Deutsch gibt es ebenso wie Französisch, oder Guatemaltekisch. Das Wort Land fehlt dort keineswegs. Wir sprechen schließlich auch nicht Deutschland, sondern Deutsch.

  • Kurz notiert III

    • Helfen kann so einfach sein: Für nur einen Euro pro Bundesbürger bekommt Saigon eine eigene U-Bahn, von Siemens.
    • Die englische HSBC-Bank hat gerade 370000 Datensätze ihrer Kunden verschlampt. Halb so wild. Der BND „findet“ die CD-ROM bestimmt bald. Verloren geht da nichts.
    • Als das Fernsehen noch genügend Zeit hatte, Menschen ausreden zu lassen, hat es auch Interviews gesendet, die heute noch interessant sind. F!XMBR war so freundlich, bei youtube.com die Zehn-Minuten-Häppchen einer Sendung mit Rudi Dutschke zusammenzuklauben.
    • Ich habe jetzt mal das mir unaufgefordert unterbreitete Angebot „e@asy Credit“ über ein Darlehen direkt an ABN AMRO weitergeleitet, die mir unverlangt Vermögensverwaltung anboten.Vielleicht wird man mir ja eine kleine Provision zugestehen.
    • Die „Zeit“ stellt die falsche Frage, was von Pierer wußte. Die richtige Frage wäre wohl eher, wie man womöglich schon heute einen Großauftrag erteilt bekommen kann, ohne sich dafür erkenntlich zu zeigen.
  • Lebensmittelkraftstoff wird teurer

    „Lebensmittel werden knapp“, titelte das Boulevard vor Kurzem. Das ist für Deutschland zwar wohl ziemlicher Käse, aber verwunderlich ist es kaum.

    Warum soll man nicht zur Abwechslung mal Bio-Sprit verbrennen, statt Erdöl, ist eine gängige Idee. Rapsöl statt Diesel oder Ethanol aus Getreide ist ja auch geeignet, um Automobile anzutreiben und Heizungen zu befeuern. Dank der umweltfreundlichen Mineralöl- und Ökosteuern ist das auch viel wirtschaftlicher.

    Bislang mußte man den begehrten Treibstoff umständlich ausgraben oder sonstwie aus dem Planeten pumpen. Heute können wir, dank der ohnehin vorhandenen Raffinierien, auch Lebensmittel tanken, die auf dem Acker wachsen.

    Sollen die vom Ackerbau lebenden Völker sich doch einfach von Erdöl ernähren. Im Grunde ist es doch egal was wir in unsere Tanks füllen — Hauptsache wir holen es uns von den anderen.

    Da unternimmt Wirtschaft und Politik endlich mal etwas gegen die hohen Energiepreise, und schon jammern die Verbraucher, weil im Gegenzug das Essen teurer wird. Denen kann man es ja nie recht machen. Es wäre kein Wunder, wenn dieses ganze parasitäre Arbeitnehmergeschmeiß demnächst auch noch verlangen würde, daß die Löhne an die Inflation angepaßt werden sollen.

  • Seltsame Branchen

    Herr Gugel hat unsere Verbannung seit ein paar Tagen schließlich doch aufgehoben. Seitdem werden wir wieder mit Spam überschüttet. Unser elektrischer Türsteher, Herr Akismet hat seitdem wieder alle Hände voll zu tun.

    Das wirklich erstaunliche an Spam ist ja diese eng umrissene Branchentreue. Potenzpillen, Wichsvorlagen und Glücksspiele dominieren den Markt. Nur gelegentlich werden Aktienkäufe empfohlen, oder diffuse Software-Anbieter vorgestellt. Eher elten werben Diktatorenwitwen für die Ausfuhr von Vermögen um Mithilfe. Manchmal wird man nach den Zugangsdaten für sein Konto gefragt, oder auch nur gebeten es für Zahlungsabwicklungen zur Verfügung zu stellen.

    Noch nie habe ich auf diesem Weg ein Angebot für Schuhe erhalten, oder für Tee, Heizöl, Satirezeitschriften, Möbel, Kalbsleber, Betäubungsmittel, Gebäck, Segelyachten, Schlüsselanhänger, Organspenden, Fernreisen oder einen Verbandskasten.

    Darüber kann man natürlich nur froh sein. Aber komisch ist das schon.