Schwindendes Demokratievertrauen ist geschwindelt
von Gustav Freischütz
Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, daß die Deutschen Demokratie total out finden und viel lieber endlich (wieder) eine ordentliche Diktatur möchten. Ganz besonders die nicht existierende Unterschicht soll sich offenbar eine starke Leitfigur mit markanter Philtrum-Behaarung wünschen, die sie aus der Orientierungslosigkeit herausführt.
Der “Tagesspiegel” fabuliert:
und die “Süddeutsche Zeitung” salbadert:
Auch “Spiegel-Online” rabuliert:
Es ist bemerkenswert, daß jemand überhaupt solcherlei in Zeitungen hineintexten kann, ohne sich dabei übergeben zu müssen.
Eine neue Studie des “Fachmagazins für Halbwissen” hat allerdings ergeben, daß die Deutschen in Wirklichkeit darüber nachdenken, wie sie die Demokratie endlich wieder einführen können. Demokratieskepsis und Staatsferne ist, der Studie zufolge, nämlich vor allem in den Parteien zu finden. Das dafür reichlich.
Weiter widerlegt die Studie ebenfalls das angenommene Mißtrauen in die Soziale Marktwirtschaft. Seit sie abgeschafft wurde, fühlt sich eigentlich niemand mehr durch sie bedroht. Allerdings hätte auch zuvor niemand Angst vor ihr gehabt.
Alarmierend hingegen ist, daß breite Teile der Bevölkerung inzwischen darüber nachdenken, ob ein robustes UN-Mandat womöglich auch per Volksentscheid zu erwirken wäre.


3. Juli 2008 um 0:05 Uhr
Herr Bublath, Sie hier?
Vor allem “Persönlicher Misserfolg führt demnach zu Staatsferne” finde ich persönlich ja den besten Punkt. Auf die, die am Boden liegen, noch mal schön fest treten. Also ich finde ja, Demokratie ist was für Leute, die sich kein schlagkräftiges Militär leisten können. Aber bald haben wir zum Glück die Bundeswehr im Inneren, dann brauchen wir sie auch nich mehr (die Demokratie, die Bundeswehr dafür erst recht).
3. Juli 2008 um 0:18 Uhr
Dazu darf ich nichts sagen, werter Herr Blogwart, sonst würde ich mein Inkognito gefährden, das mir der Herausgeber ausdrücklich zugesichert hat.
3. Juli 2008 um 0:42 Uhr
Da treffen Sie den Nagel mal wieder genau zwischen die Augen, mein lieber Herr Blogwart. Auch wenn es u. a. der “Spiegel” so darstellt, haben die Betroffenen weder Hartz IV selbst erfunden, noch je das Bedürfnis entwickelt, sich dauerhaft ins Präkariat zementieren zu lassen. Die Folgen einer seit vielen Jahren aufs Gröbste verfehlten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik die eine gesamte Volkswirtschaft ins Trudeln bringt, als persönlichen Mißerfolg zu bezeichnen ist an Zynismus ja nur schwer zu überbieten.
3. Juli 2008 um 0:58 Uhr
Außerdem bin ich es ja, der Ihre Texte schreibt, Herr Bublath. Schweigen Sie still, dann müssen Sie im Fernseh auch nie mehr neben Nina Hagen sitzen.
So wie die Bundeswehr aufgestellt ist, Herr Blogwart, müßten wir, Ihrer These folgend, doch eigentlich einer ebenso blühenden, wie lupenreinen Demokratie erfreuen. Andererseits ist es wohl nur einer Frage der Zeit, bis Herr Schäuble mit Blackwater in Verhandlung tritt. Eine Militärjunta braucht heute ja keine eigene Armee mehr.
3. Juli 2008 um 1:03 Uhr
Ich wollte nicht neben diesem schrecklichen, bösen, bösen Menschen sitzen, der ja dann zum Glück endlich gegangen ist.
3. Juli 2008 um 1:10 Uhr
Sehr geehrte Maischbergerpatienten,
wir nehmen Ihre Ausführungen ernst und werden sie mit aller gebotenen Sorgfalt behandeln. Bis dahin bitten wir Sie von weiteren Einlassungen abzusehen.
Mit freundlichen Grüßen
The Fellow Passenger
3. Juli 2008 um 17:35 Uhr
Unterschätzen Sie unsere geliebte Bundeswehr da mal nicht, Herr Freischütz. Sie könnte, wenn sie wollte, ganz Liechtenstein in einer Blitzeroberung einnehmen. Mit dem Verlust von lediglich einem Drittel aller Kräfte. In einem Jahr.
Meine Theorie orientierte sich eher an einem graduellen Verlauf, der da bei “Kein Militär -> Demokratie” beginnt. Alleine die Existenz einer als Militär bezeichneten Militärsimulationstruppe wie der Bundeswehr ist folglich schon antidemokratisch. Der These zufolge. Von welcher ich mich selbstverständlich distanziere, denn Militär ist total demokratisch und freiheitlich und so. Hurra.
Herr Bublath, ein Autogramm? Also Sie von mir?
3. Juli 2008 um 18:33 Uhr
Au ja! Dann wird diese Dings bestimmt grün vor Neid. Schicken Sie es bitte einfach an die Redaktion.
3. Juli 2008 um 19:54 Uhr
Schön, daß Sie Liechtenstein erwähnen, bester Herr Blogwart. Es ist nämlich ein gutes Beispiel dafür, daß eine Armee vor allem rausgeschmissenes Geld ist. Die haben es deswegen bereits im 19. Jahrhundert konsequenterweise gleich ganz abgeschafft. Trotz zweier Weltkriege hat sich das bis heute bestens bewährt.
In Deutschland geht das natürlich nicht. Wie Sie wissen ist Chewbacca ein Wookie vom Planeten Kashyyk.
3. Juli 2008 um 21:48 Uhr
Nur Verlierer kritisieren das politische System…
„Denk ich an Deutschland in der Nacht, hab ich mich ganz schnell nass gemacht“, so die Conclusio einer neuen Studie, die zurzeit großes Aufsehen erregt:Jeder dritte Bundesbürger glaubt nicht, dass die Demokratie Probleme löse, während in Ostde…