Verlagstod Google

von Fellow Passenger

Wie Wolfgang Michal einmal erklärte, wie Google “den Verlegern enorme Einnahmen entzieht”:

WM: Es geht bei den oben genannten Gesetzesvorhaben allein um die Zerschlagung von GOOGLE. Denn Google entzieht den Verlegern enorme Einnahmen.

FP: Ist die Behauptung, Google entzöge den Verlegern enorme Einnahmen, nicht selbst eine Nebelkerze? Außer der Koinzidenz zwischen steigenden Umsätzen bei Google und fallenden bei den Verlagen, kann ich dafür keine Anhaltspunkte erkennen.

WM: Da muss man dann aber schon zwei Augen zudrücken, um den Zusammenhang nicht zu sehen.

FP: Vielen Dank für diese ausführliche und anschauliche Erklärung!

Der angeklagte ist schuldig, weil er, wie jeder sehen kann, schuldig ist.  q.e.d.

2 Kommentare zu “Verlagstod Google”

  1. Wolfgang Michal

    Sie missverstehen mich. Ich sehe einen Zusammenhang, aber mit Schuld hat das nichts zu tun. Anzeigenkunden, die früher in Zeitungen und Magazine gegangen wären (weil es keine Alternative gab), landen heute auf Suchmaschinen-Trefferlisten. Und das entzieht den Verlagen (potentielle) Einnahmen.
    Das Minus ist nicht so groß, wie die Verlage behaupten (weil ihre Medien nur einen Bruchteil an Treffern erzeugen), aber Google hat das verlegerische Geschäftsmodell (Inhalte darstellen und über Anzeigen finanzieren) geschickt adoptiert.

  2. Fellow Passenger

    Der Begriff Schuld war nur eine Volte, um die “Beweisführung” zu persiflieren. Jetzt da es Argumente für einen Zusammenhang gibt ist zumindest klar, wie Sie es meinten.

    Nur denke ich, daß der größte Teil der Einbußen an Werbeeinnahmen in Direktwerbung abgewandert sind, für die die Verlage die Adressen liefern. Natürlich ist mit dem Web auch eine riesige neue Werbefläche entstanden. Sie wird ja auch von den Verlagen genutzt. Nur sind wegen des gewaltigen Platzangebots keine so hohen Preise zu erzielen.

    Eine enorme Anzahl der Leser von Online-Produkten der Verlage, bekommen die Anzeigen aber nur zu sehen, weil Google sie dort hin führt. Unterm Strich, würde ich behaupten, nimmt Google den Verlagen keine Einnahmen, sondern liefert ihnen welche.

    Darauf wollte ich eigentlich schon mit meinem Kommentar, bei Ihnen hinaus.

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