Giftiger Dampf zur Rettung von Rauchern
von Fellow Passenger
Wenn man an einer brennenden Zigarette zieht, atmet man zwangsläufig neben Nikotin, auch Kolenmonoxid, Teer, Nitrosamine, Blei, Polonium, Arsen, Chrom, Blausäure, Benzol und Dioxin ein, um nur wenige Beispiele der bis zu 4000 zum Teil schwer gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe von Tabakrauch zu nennen.
In Ihrem Blut haben Sie Hämoglobin. Dieser Eisenkomplex hat die Aufgabe sich in der Lunge ein Sauerstoffmolekül schnappen, um es an die Zellen, die es danach so trifft wieder auszuhändigen. Kohlenmonoxid (CO) setzt sich ebenfalls auf das Hämoglobin, aber geht dort nie wieder weg. Es bleibt einfach darauf sitzen, zeigt stolz herum, daß es seinem Gefährt auch eine schöne rote Farbe verleihen kann und dämmert dem gemeinsamen Untergang entgegen. Sauerstoff bekommen Zellen dann nur noch von neuen roten Blutkörperchen, die noch nicht von CO ursupiert wurden. Die gute Nachricht ist, nach rund vier Wochen sind alle roten Blutkörperchen wieder nachgewachsen. Wenn sie keinem weiteren CO begegnen, Sie also nicht etwa rauchen, transportieren sie alle wieder Sauerstoff.
In Ihren Bronchen haben Sie sogenannte Flimmerhärchen. Sie sind so angeordnet, daß Unrat, der beim Atmen immer mal in Ihre Bronchen gerät, alsbald wieder nach oben wandert und durch den Rachenraum abgeschluckt wird. Weniger zivilisierte Gemüter spucken die Melange aus Staub und Schleim auch einfach auf den Boden. Wer raucht, inhaliert aber Teer und der ist bekanntlich sehr klebrig. Sogar so klebrig, daß er die Flimmerhärchen aneinander und gegen die Bronchen pappt. Dann flimmert freilich nichts mehr. Deswegen machen sich dann Staub, Teer und Schleim gleich in den Bronchen heimisch. Das führt zu einem chronischen Hustenreiz, aber nicht dazu, daß der zähbraune Batz beim Husten die Atemwege verlässt. Raucherhusten eben.
Nitrosamine entstehen durch Verbrennung und verursachen gerne Krebs. Vor allem in großzügigen Mengen, wie sie aus Zigaretten herausrauchen. Für Dioxine gilt das gleiche. Die unschönen Auswirkungen von Dioxinen auf Menschen, Tiere und Pflanzen hat das US Militär in Kooperation mit Monsanto als führendem Hersteller von „Agent Orange“ in einem Großversuch in Vietnam anschaulich unter Beweis gestellt.
Die Tabakpflanze hat die Eigenschaft besonders gerne verschiedene radioaktive Stoffe aus der Umgebung in sich zu binden. Das ist praktisch, wenn man etwa nach Nuklearunfällen verseuchte Böden dekontaminieren möchte. Man baut kurzerhand Tabak an, der den Boden flugs von Pollonium befreit, indem er es über die Wurzeln aufnimmt und im gesamten Blattwerk verteilt. Das ist zunächst gut für die Umwelt, aber nur solange bis die Menschen, die denn Tabak dann rauchen wieder in der Erde vergraben werden. Dann ist nämlich wieder alles beim alten. Nicht einmal die Raucher sind dann weniger, denn es wachsen immer wieder frische Raucher nach. Dieses Nachwachsen ist übrigens ein essentieller Bestandteil des Geschäftsmodells der Tabakindustrie. Tote Altraucher müssen immer weiter durch Neuraucher ersetzt werden, sonst drohen Umsatzeinbrüche.
Die unerfreuliche Wirkung von Chrom, Blei, Benzol und Blausäure auf den menschlichen Organismus soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Nehmen Sie einfach mal an, daß nichts dafür spricht, sie willentlich einzuatmen, falls am Leben zu bleiben Ihnen gelegen ist.
Wenn Sie Raucher sind, haben Sie natürlich einen guten Grund, über all diese längst bekannten Risiken hinwegzusehen. Selbstverständlich hoffen Sie, das ist Ihr gutes Recht, von amputierten Raucherbeinen, entfernten Kehlköpfen und chronisch obstruktiven lungenerkrankungen (COPD) ebenso verschont zu bleiben, wie Sie sich nach dem ersten Bypass versichern werden, daß die Gefäßerkrankung allein genetischer Prädisposition geschuldet war.
Dieser gute Grund heißt Nikotin. Das ist ein Nervengift und es macht sehr schnell sehr abhängig. So abhängig, daß Sie bereitwillig all die anderen tausende Stoffe inhalieren, die weit schädlicher sind, nur um das Nikotin zu bekommen, daß für sich genommen nicht annähernd so gefährlich ist wie der Rest vom Rauch.
Hier hält die Pharmaindustrie freundlicherweise Pflaster und Kaugummis für sie Bereit, die ebenfalls Nikotin enthalten. Wenn Sie sowas schon mal ausprobiert haben, wissen Sie vermutlich, wie lange Sie damit auskamen, bis Sie verzweifelt wie erfolglos versucht haben, sie anzuzünden, zu rauchen und schließlich wieder auf Zigaretten umgestellt haben. Es sei denn, Sie gehören zu den glücklichen 5 Prozent der ehemaligen Raucher, die sich durch diese Mittel dauerhaft ihrer Sucht entwöhnt haben.
Den verbleibenden 95 Prozent und wohl auch all jenen, die Nikotinaufkleber und –Kaugummi nie als Lösung versucht haben, mag ein ganz anderer Ansatz hilfreich erscheinen, der griffig als „Dampfen statt Rauchen“ zu bezeichnen ist.
In der Praxis geht es um einen kleinen Apparat, der alle wesentlichen Aspekte des Rauchens mit Dampf simuliert, den Sie nach Belieben inhalieren und damit auch Kringel blasen können. Kurzum können Sie damit ganz normal weiter rauchen, obwohl Sie dann in Wirklichkeit natürlich dampfen.
Das ist entscheidend, denn statt der brandgefährlichen Rauchbestandteile, inhalieren Sie harmlosen Dampf aus Propylenglygol, Glycerin und Aromen, die in der Lebensmittelherstellung Verwendung finden. Und natürlich Nikotin, das auch in dieser Form ein Nervengift bleibt und an seinem Suchtpotential nichts ändert. Damit ist klar, daß die elektonische Zigarette, so heißt der kleine Apparat nämlich, keineswegs harmlos ist. Wer mit dem Dampfen anfängt, wird ziemlich sicher nikotinabhängig. Wer aber schon so stark nikotinabhängig ist, daß er dafür ohnehin bereit ist, sogar Tabakrauch in seine Lunge zu saugen, kann von den überwiegend lifestyletauglichen Dampfgeräten deutlich profitieren.
Die gesundheitlichen Vorzüge machen sich auch olfaktorisch deutlich bemerkbar, beziehungsweise unbemerklich, denn Dampfen ist auch ein Segen für das nichtrauchende Umfeld. Weder der Dampfer, noch seine Kleidung oder sein Büro, seine Wohnung stinken mehr.
Natürlich ruft eine vielversprechende technische Neuerung wie die Elektrozigarette alsbald erbitterte Gegner auf den Plan. Offensichtlich sind dabei die notorischen Gängler und Paternalisten, denen in Ihrer subalternen Position ein Hausrecht zugefallen ist. So mutet die Deutsche Bahn AG ihren Mitarbeitern nicht zu, Dampf von Rauch unterscheiden zu müssen und verbietet den Nikotingebrauch ohne Rauch pauschal.
Der gefährlichste Gegner ist aber freilich der Staat. Der ist gewohnt 81 Prozent des Kaufpreises jeder Zigarette einzunehmen und gerät in Erklärungsnot, weil er damit angeblich ja nur seine Bürger vom Rauchen abhalten will. Wenn die jetzt nicht mehr Rauchen sondern Dampfen, leben sie gesünder und länger, zahlen aber keine Tabaksteuer mehr. Das wird er nicht lange dulden.
Auch die Tabakindustrie dürfte von Existenzängsten geplagt werden, die sie trotz aller staatlichen Prohibitionsanstrengungen so noch nie erfahren musste. Sie wird tief in die Tasche greifen, um ihre Pfründe zu retten.

17. Januar 2012 um 7:44 Uhr
Sehen aber auch reichlich uncool aus, diese e-Dinger. Bloß gut, dass ich mich da nicht entscheiden muss.
17. Januar 2012 um 10:21 Uhr
Finden Sie, Herr oder Frau Muriel? Es gibt natürlich welche die genau so (uncool) wie Zigaretten aussehen. Aber es gibt ja eine Menge anderer Farben und Formen.
23. Januar 2012 um 17:33 Uhr
Um “cool” auszusehen habe ich das letzte Mal mit 15 geraucht. Inzwischen bin ich nur noch “uncool” nikotinabhängig. Für MICH ist die Erfindung des Dampfens ein Segen.…
Außerdem sieht’s voll cool aus!
4. März 2012 um 19:49 Uhr
nach ihrem ausführlichen wie anschaulichen schilderungen über die zerstörerischen eigenschaften des tabakrauchs sowie den wohl damit einhergehenden selbszerstörerischen eifer des menschen, bin ich dennoch zuversichtlich: die beharrliche begeisterung an vernichtung als ausdruck des willens, hat, erstaunlicherweise, zu ganz anderen ergebnissen geführt als vermuten lässt —
ich schätze, dass muss an der zigarette danach liegen.
16. Juni 2012 um 16:16 Uhr
Ich bin Dank der E-Zigarette seit fast 1/2 rauchfrei und das nach 40 Jahren Rauchen.
Es schmeckt mir besser und meiner Gesundheit ist es auch schon zu Gute gekommen.
Ja und “cool” sehen meine E-Ziggis auf jeden Fall aus! Und ich benutze die Dinger die das Aussehen einer “echten” haben auf gar keinen Fall. Ich will mich von den Rauchern abheben.
Außerdem mag ich die großen Wuchtigen Dampfdinger.
Ich bin stolz zu dampfen. Ich stinke nicht mehr nach Rauch, mein Haus und Auto auch nicht.
Leute kommt ins ERF und informiert euch mal.