Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

25. Februar 2010

Afghanistan endlich besiegt

von Fellow Passenger

Es muß ein schwerer Schlag für Hamid Karzai gewesen sein, als er erfuhr, daß in Wuppertal drei Kilogramm Heroin beschlagnahmt wurden. Damit sind nicht nur 0,0001 Prozent der Jahresproduktion verloren gegangen, sondern praktisch auch die gesamte Vertriebsstruktur. Streckmittel.

24. Februar 2010

Spätromantik

von Fellow Passenger

4,6 Milliarden für flugunfähige Fluggeräte erscheinen selbst dem durchschnittlichen Bewohner Neuschwansteins als dekandent. Obwohl?

23. Februar 2010

Lieblingsallegorien I

von Fellow Passenger

In einem einzigen Artikel bringt Herr Niggemeier einen ganzen Sack herzerfrischender Allegorien, die man so manchem gerne aufs Vesperbrett gravieren möchte. Unser Lieblingssatz, der hoffentlich noch das ein oder andere Jahrhundert zitiert werden wird, ist dieser:

Die Logik hat bereits vor einer Weile einen Ausreiseantrag aus der Diskussion gestellt, der offenbar jetzt genehmigt wurde.

Für Bonusallegorien und eine Bestandsaufnahme über privatmediale Propaganda gegen unabhängige Berichterstattung klicken Sie bitte hier entlang.

Psychotypographie

von Fellow Passenger

Die nicht ganz unberufene Designagentur “Pentagram”, hat eine virtuelle Couch zur tiefentypographischen Persönlichkeitsanalyse eingerichtet.  Der Aluminium Chair des ungeduldigen Analytikers könnte allerdings einen Tropfen Öl vertragen.

18. Februar 2010

uMag: Fachschrift für Popkultur

von Fellow Passenger

Die beiden Cover im Vergleich

Das alte Heft war etwas größer. Das gräulich getönte Papier des neuen geht deutlich zu Lasten der Druckfarben, was man auf diesem Bild aber nicht sieht, weil das Cover aus weißem Papier besteht.

Eines vorweg: Dieser Beitrag ist Teil einer Reklameaktion, der uns zu entwinden nicht gut möglich war, weil Matt Wagner von der Rückseite der Reeperbahn unser Fachmagazin für Halbwissen an den Bunkverlag — für den er selber arbeitet — verpfiffen hat und der Anstand nun gebietet, dabei mitzumachen. Mitmachen bedeutet, eine Rezension über das Magazin “uMag” zu veröffentlichen.

Wird nun auch noch der Fellow Passenger zur PR-Nutte, werden Sie sich verständlicherweise fragen. Wir können Ihnen in diesem Fall nicht einmal eine Antwort liefern. Immerhin: Prostituierte bekommen Geld für ihre Tätigkeit, wir hingegen nicht.  Nicht einmal ein Exemplar des “Rolling Stone” wollte man uns spendieren, was wir zum Vergleich für interessant gehalten hätten. Egal. Die Rezensionen von Vice und King-Magazin wären auch nicht anders geworden, wenn wir die Hefte vom Verlag erhalten hätten, statt sie zufällig auf der Toilette zu finden.

U_mag, uMag, Schmumag. Raider heißt jetzt Twix. So oder ähnlich kommt es wohl immer, wenn ein Produkt nicht richtig läuft und es deswegen eine neue Verpackung bekommt. Dem alten “U_mag”, sind seine Leser offenbar entwachsen und weil der Nachwuchs wohl andere Interessen verfolgt, soll nun das neue “uMag” die alten Leser zurückgewinnen. Vermutlich waren die Beteiligten es auch längst leid, ständig diesen bimmelblöden Unterstrich tippen zu müssen.

Der Verlag nennt die neue Verpackung “Relaunch” und die Sache sieht so aus: Das “uMag” ist doppelt so dick wie das “U_mag”. Das liegt aber nicht am Inhalt, sondern am Papier. Es bleibt bei 84 Seiten, die nun 3,30 Euro kosten. Die November-Ausgabe von 2009, die der Bunkverlag uns zur Ansicht schickte, lag noch  bei 2,50 Euro. Die neue, alte Zielgruppe ist eben der arrivierte Popkulturkonsument, der für die redaktionelle Aufbereitung seines Fetischs, gerne auch etwas tiefer in die Tasche greift. Immerhin liegt das “uMag” damit noch 50 Cent unter dem “Spiegel”, den wir übrigens nicht mehr lesen. Außerdem kann man 100 Prozent mehr Material für 32 Prozent mehr Geld ja auch als ein gutes Geschäft betrachten.

Eine höhere Grammatur sorgt indessen nicht automatisch für eine vornehmere Haptik. Das Papier sieht wegen des gräulichen Farbtons arg nach Umweltschutz aus und fühlt sich holzig bis spröde an. So wie “MAD”1, falls die Hefte heute noch so sind und Sie sich obendrein daran erinnern können. Die für die neue Verpackung zuständige Werbeagentur Jung von Matt/Elbe nennt das “hochwertig” und “emotional”. Sie sagen auch Dinge wie, das Heft wolle archiviert werden, oder nennen Rubriken “Kosmen”. Was Klowandspezialexperten2 eben so alles salbadern, wenn man sie läßt.

Die alte Brotschrift, war ohne, die neue ist mit Serifen. Für die Überschriften gilt das auch. Welche Schriften das jeweils sind, konnten wir mangels typographischen Sachverstands nicht feststellen und waren im Übrigen zu faul nachzufragen. Die Größe beträgt nach unserer Schätzung acht Punkt und dürfte für die angepeilte Zielgruppe gerade noch zu lesen sein. Man könnte auch sagen, die Schrift ist verflixt klein und entspricht dem was, man als Absenderzeile auf Briefen findet, die in Fensterkuverts verschickt werden.

Zwar nicht konsequent durchgehalten, aber ein netter Einfall ist, den Satzspiegel links unten abzurunden, so daß er an das futuristische U des alten Markenzeichens erinnert. Durch diese Form lugt Frau Carter von den “Blood Red Shoes” übrigens auch noch aus dem Deckblatt hervor, wo das U aus einem schwarzen Kasten ausgestanzt ist.

Im neuen Layout sind nicht mehr alle Seiten randabfallend, sondern nur noch fast alle. Randabfallend heißt, der Druck geht bis an die Kante des Papiers. Genau wie Ihr Drucker, ist auch eine Druckmaschine dazu nicht imstande. Deswegen muß man auf größeres Papier drucken und es danach auf das gewünschte Format beschneiden, was die Produktion etwas teurer macht.

Anzeige auf Seite 2

Die JAK-Anzeigen auf Seite 2 haben einen gewissen Wiedererkennungswert. Der Text ist aber ein neuer.

Die Reklame ist gleich geblieben, der redaktionelle Inhalt weitgehend auch. Vorwiegend finden sich Interviews. Das Thema Essen, falls es denn regelmäßig erschien, flog raus.

Die Schmuddelecke “Zugabe” wurde leider beibehalten. Unter dem Stichwort “Aktion” erscheinen dort als redaktionelle Beiträge getarnte Anzeigen für Koffeinlimonade, Achselhölenparfum, Bier, Tabakreklamejacken und Schokolade. Zu allem Überfluß ist damit ein Glücksspiel verknüpft, in dem der Leser per Telefon pro Anruf 50 Cent einsetzen soll, wobei Chancen und Höhe des Gewinns ungewiß bleiben. Gerade so, wie man es von der Call-In-TV-Mafia kennt, deren Machenschaften der Fernsehbesitzer beispielsweise auf “9live” bestaunen kann. Dagegen ist die von Klamottenreklame durchwachsene Titelgeschichte noch geradezu harmlos.

Auch nicht neu, aber beachtlich ist “Zoom”, eine Fotoserie, bei dem auf den Seiten freundlicherweise nur die Bilder sind, während  der begleitende Text davor, oder im alten Heft dahinter steht, wo er die Wirkung der Aufnahmen nicht stört.

Die Spielebesprechungen sind nun von einer Seite auf eine halbe eingedampft. Das zuvor dreiseitige Pressemitteilungsgrab mit Ankündigungen von Technikschnickschnack findet auf der anderen Hälfte Platz, was wir als deutliche Verbesserung verstehen.

Weil Matt Wagner Musikredakteur ist, dachten wir bislang, das Heft wäre eine Musikzeitschrift. Musik ist aber nur ein Ressort von vieren. Die anderen sind Mode, Schmuck und Gestaltung (“uniq”), Kunst und Kultur (“arts”) und etwas, das als “go ahead” bezeichnet wird, vermutlich weil “sonstiges” einfach blöde klingen würde und es eigentlich um Politik und Gesellschaft geht, was aber in die roten Kästchen im Inhaltsverzeichnis nicht reingepasst hätte. Alles eher leicht verdaulich und mit vielen Interviews, zum Beispiel über Kunststoff.

Wegen der vielen Interviews waren wir denn auch gar nicht überrascht, auf Seite 16 ein solches mit einem Gast unserer letzten Party zu finden. Er äußerte sich allerdings nicht als mürrischer Schnauzbartträger, der mit keinem Menschen ein Wort sprach, außer seiner Freundin, die er fortwährend bequengelte, doch endlich mit ihm heimzugehen. Auch nicht als der Kerl, der sich eine dreifache Portion Essen in eine Schüssel lud, um sie in unberührtem Zustand im Flur abzustellen. Kein Wunder, daß der Kerl so dürr ist. Das Interview beschäftigte sich mit ihm vielmehr als Modemacher. Praktisch! Wenn Sie mal was über ihre Gäste erfahren wollen, wenn die nicht mit Ihnen sprechen wollten, lesen Sie einfach das “uMag”.

  1. Inoffizielle Homepage des “Intelligentesten Magazins der Welt”, www.madmag.de []
  2. “Blogs – Klowände des Internet”, 20.01.2006, www.tecchannel.de []