19. Oktober 2011

0zapftis: Das unnennbare

von Fellow Passenger

Der Begriff “Trojaner” ist in mehrfacher Hinsicht unzutreffend und nur sehr schwer richtig zu benennen, weil an sich passendere Begriffe bereits anderweitig besetzt sind.

  1. Der Trojaner ist ein Einwohner Trojas. Gemeint ist wohl eigentlich “Trojanisches Pferd”. Ein Trojanisches Pferd ist aber eine harmlos oder gar nützlich anmutende Verpackung für etwas schädliches.
  2.  Ein Trojanisches Pferd ist etwas schädliches in einer irreführenden Verpackung, die den Empfänger dazu verleiten soll, es selbst an einen geschützen Ort zu bringen, der dem Absender unzugänglich ist. “0zapftis” hat weder eine solche Geschenkverpackung, noch bedarf es der Mitwirkung des Opfers. Die “Griechen” müssem “Troja” erst einnehmen, um ihre “Soldaten” in Stellung zu bringen.
  3. Computerwanze ist zunächst verwirrend, weil das englische Wort “Bug” eine Doppelbedeutung hat. “Bug” meint in der IT-Welt vor allem einen unvorhergesehen Fehler im Programm. Aber in der Welt der Spione eben auch Wanze im Sinne eines versteckten Abhörsenders.
  4. Spyware träfe vielleicht besser. Allerdings kommt solche typischerweise wiederum eher trojanisch daher, etwa als Werkzeug zum Ausblenden von Werbeanzeigen, das hinterrücks Benutzerdaten an den Hersteller sendet und obendrein dem Opfer seinen Bildschirm mit eigenen Werbebotschaften zukleistert. Auf die Malware von DigiTask trifft auch dieser Begriff nicht wirklich zu.
  5. Die Begriffe “Wurm” und “Virus” scheiden völlig aus, da eine Funktion zur Reproduktion und systemübergreifenden Verbreitung nicht grundsätzlich angelegt ist.
  6. Am Nächsten kommt vielleicht noch der Begriff “Backdoor”. Eine Hintertür wird aus dem inneren des Systems eingebaut und gibt dem Urheber heimlich die volle Kontrolle des Systems. Aber “0zapftis” kommt ja von einem externen Angreifer.

An dieser Stelle wollen wir unsere Leser aufrufen, in den Kommentaren bessere Begriffe für den sogenannten “Staatstrojaner” vorzuschlagen.

17. Oktober 2011

Rechtsstaatliche Vertrauensbildung I

von Fellow Passenger

Wenn schon die RAF nicht aufersteht, müssen eben Profis ran:

Die Polizeigewerkschaft will mehr Beamte in die linke Szene einschleusen. Um dort anerkannt zu werden, sollen sie auch Straftaten begehen dürfen.

 

 

9. Oktober 2011

Bundestrojaner: Das BKA dementiert

von Fellow Passenger

Was die Analyse des Chaos Computer Clubs beschreibt1, deckt sich sehr genau mit der Leistungsbeschreibung aus einem Angebot des Unternehmens DigiTask2.

Darin ist sowohl die Skype Capture Unit beschrieben, als auch der Umstand, daß nur die zum Überwachungsserver ausgeleiteten Daten verschlüsselt werden. Ebenso deckungsgleich ist die im Trojaner hinterlegte IP-Adresse eines in den USA gemieteten Servers mit der Empfehlung aus der Leistungsbeschreibung von DigiTask, zu diesem Zweck einen „Proxyserver in Übersee“ anzumieten.

Wenn das Bundeskriminalamt bei dieser Faktenlage dementiert, diese Schadsoftware eingesetzt zu haben, sind erhebliche Zweifel angebracht. Aber es kann ja noch einiges herauskommen. Zum Beispiel, woher die Festplatten zum CCC kamen und wer den Server in Ohio angemietet hat.

[Update:] Das Dementi des BKA war insofern richtig, als die von CCC veröffentlichte Analyse der Computerwanzensoftware sich auf ein Exemplar des Landeskriminalamts Bayern bezog und der Rechner des Betroffenen offenbar vom deutschen Zoll am Flughafen München damit infiltriert wurde.

  1. Analyse einer Regierungsmalware“, ccc.de []
  2. Kosten der Telekommunikationsüberwachung beim Einsatz von Voice-over-IP und der Software Skype“, Wiki der Piratenpartei []
27. September 2011

Mehdorns Bahnkonzept für Air Berlin zeigt erste Wirkung

von Fellow Passenger

“Nächster Halt Palma de Mallorca. Dieses Flugzeug endet hier.” Dies könnte in etwa die Lautsprecheransage gewesen sein, die Fluggäste der Air Berlin zu hören bekamen, falls es ihnen denn gelungen ist, überhaupt einen Platz im Flugzeug zu bekommen.

Bei Mallorca Today findet sich der Erfahrungsbericht einer Reisegruppe.

23. August 2011

Liebe Libyer,

von Fellow Passenger

es ist uns schon unangenehm genug, daß unsere Regierung im März vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das UN-Mandat missbilligt hat, euren Diktator daran zu hindern, die Leute auf den Demonstrationen kurzerhand wegzubomben.

Daß sich nun auch noch dieser seltsame Kerl mit der Kraterlandschaft im Gesicht und der Brille auf der Nase damit brüstet, wie toll wir euch geholfen haben, euren Diktator loszuwerden, ist uns unsäglich peinlich. Hört bitte einfach nicht hin. Bei uns nimmt den Mann mit der nervigen Quäkstimme auch keiner ernst. Eigentlich will ihn hier auch niemand haben und wir sind immer froh, wenn er möglichst weit weg ist. Nur deswegen haben wir ihn überhaupt Außenminister werden lassen. Das war offensichtlich keine gute Idee.

Sorry.