18. August 2011

Boiron will gegen Kritiker von Keiner Entenleber klagen

von Fellow Passenger

Vermutlich machen Parteien, Krankenkassen und niedergelassene Ärzte zur Homöopathie alle die gleiche (verblödungsfördernde)1 Rechnung auf:

Wer sich gegen Schüttelwasser2 ausspricht punktet nur bei der Minderheit, die diesen Humbug für schädlich hält, vergrault aber außer den Gläubigen3 auch noch die Agnostiker, die meinen, es könne ja zumindest nicht schaden. Das dürfte die Mehrheit der potentiellen Wähler, Mitglieder und Patienten sein.

Natürlich führt es nicht umittelbar zu Gesundheitsschäden, jemandem Keine Entenleber, etwa in Form von “Oscillococcinum C200″ des Herstellers Boiron4 zu verabreichen, denn Nichts entfaltet eben auch keine Wirkung. Weder für, und schon gar nicht gegen Grippe. Mittelbar besteht natürlich die Gefahr, daß ein Grippekranker im festen Glauben an Keine Entenleber auf eine medizinisch indizierte Behandlung verzichtet, obwohl die Erkrankung nicht wie im Normalfall von selbst abheilt. Zum Glück scheinen die meisten Hochpotenzschamanen aber zu wissen, wann ihre EinnahmequellenKlienten zu versiegensterben drohen und führen sie rechtzeitig erwiesen wirksamen Behandlungen zu.

Indirekt wirkt das wirkstofffreie Präparat natürlich schon und zwar wirtschaftlich und gesellschaftlich. Es verhilft dem Hersteller zu 20 Millionen Dollar Umsatz5. Mit diesem Geld versucht der Hersteller nun unter anderem auch eine Wirkung auf die Meinungsfreiheit zu entfalten, indem er Samuele Riva, den Autor zweier Blogartikel über das krause Konzept der Homöpathie6 mit einer Klage wegen Verleumdung bedroht. Erste Erfolge zeichnen sich auch schon ab: Riva hat die Verweise auf den Hersteller aus seinen Texten entfernt und der Streisand-Effekt7 gerät auch langsam ins Rollen.

Wir dürfen die nächste Zeit wohl beobachten, wie Boiron die behauptete Wirkungsweise durch Verdünnung von Meinungsfreiheit und Fakten zur Hochpotenz selbst widerlegt.

[Update:]

Bei “Die Ausrufer” findet sich inzwischen eine deutsche Übersetzung der beiden Texte von Samuele Riva.

  1. “Homöopathie ist ein Gradmesser der Gesellschaftsverblödung”, korrupt.biz []
  2. “1,05 Milliarden Euro für Zuckerkügelchen und Schüttelwasser”, chefarztfrau.de, 08.03.2010 []
  3. “Fliegen oder freier Fall?”, freitag.de, 24.04.2011 []
  4. Webreklame von Boiron, des größten Zuckerpillendrehers dieses Planeten []
  5. “Dagobert Duck C200 – Oder wie Boiron seinen Glückstaler verlor”, blog.esowatch.com, 16.08.2011 []
  6. “Omeopatia: mito e leggenda”, Teil 1 und Teil 2 auf www.blogzero.it []
  7. “Streisand-Effekt”, de.wikipedia.org []
10. August 2011

Hallo “Welt”!

von Fellow Passenger

Auch wenn die Aussage etwas verschämt in einem 13-teiligen Klicksammelkasten Namens “Impfungen — Pro und Kontra” ab Klick 8 untergebracht ist und so voraussichtlich nur die dümmsten unter Deinen Lesern erreicht, fragen wir uns, ob Du Dir das wirklich gut überlegt hast.

Ausschnitt aus der Online-Ausgabe der "Welt"

Hesselbruch über Impfungen gegen Kinderkrankheiten

Wenn nämlich Deine Leser die Ratschläge Deines Meinungslieferanten Freimuth Hesselbruch, seines Zeichens “Allgemeinmediziner mit anthroposophischer Zusatzqualifikation [sic]“, wider besseren Wissens beherzigen, könnten Deine künftige Leserschaft gleichsam evolutionsbedingt abschmelzen, noch ehe sie sich alphabetisieren kann.

Hesselbruch lässt Du bei Dir ja unter anderem schreiben:

Die klassischen Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern und Röteln sollen die Kinder bis etwa zum 13. Lebensjahr durchleben können, denn dann haben sie anders als bei einer Impfung einen lebenslangen Schutz.

Nur was nützt es Dir aber, wenn Deine zukünftigen Leser schon wegsterben, ehe ihr Taschengeld für eine Ausgabe von Dir genügt?

Bei bester Gesundheit und mit prall gefülltem Impfpass

Fellow Passenger

[via][via]

28. Februar 2011

Schon wieder neuer Plagiatsverdacht!

von Fellow Passenger

Die Autoren von Wikipedia, der kolaborativen Internetplattform für freies Halbwissen, haben den womöglich weitreichendsten Fall von Plagiarismus in der Geschichte des Verfassungsrechts aufgedeckt:

[...] übernahm man sie zum Teil wörtlich sowohl in die Weimarer Reichsverfassung als auch in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland1

 

  1. “Paulskirchenverfassung”, de.wikipedia.org, 16. 01 2011 – 21:18 Uhr []
18. Januar 2011

Drosophila Melanogaster

von Fellow Passenger

Das in Europa heimische, oft fälschlicherweise als Frucht- oder Obstfliege bezeichnete kleine Fluginsekt hört auf den wissenschaftlichen Namen Drosophila Melanogaster und ist das Lieblingshaustier vieler Biologen und Genforscher. Aber auch in viele Privathaushalte hat das possierliche Tierchen längst Einzug  gehalten.

Die Drosophilae gelten als äußerst gesellig und sind dafür bekannt ein gutes Tröpfchen vergorenen Fruchtsafts nie zu verschmähen. In ihrer asketischen Lebensweise richten Sie gerne Festmale in und um leere Bierflaschen aus, wo sie sich mit Wonne an den letzten Tropfen bereits etwas säuerlichen Biers laben.

Zum Verzehr werden sie zumeist mit Fallen bejagt. Dazu werden Gläser mit abgestandenem Wein befüllt, der mit einem Spritzer Spülmittel versetzt, wodurch die gesenkte Oberflächenspannung dafür sorgt, daß die Flüssigkeit die Beute vollständig umschließt. Sobald eine ausreichende Menge der appetitlichen Tierchen in der Falle zu finden ist, wird der gesamte Inhalt durch ein feines Sieb gegossen und die Fliegen anschließend unter klarem Wasser abgespült.

Kurz in der trockenen Pfanne geröstet, entfalten sie schnell ihr typisches scharf-nussiges Aroma, das so gut als knusprige Dekoration auf Weißmehlgebäck schmeckt. Häufig sehen Sie geröstete Drosophilae auf Weizenmehlfladen in Kombination mit hellen Sesamkörnern.

Stehen größere Mengen zur Verfügung eignen sie sich auch hervorragend als Panade für Sellerieschnitzel.

Drosophilae sind wegen ihres hohen Proteingehalts und der Balaststoffe, vorwiegend Chitin, ein wertvoller Beitrag zu gesunder und ausgewogener Ernährung.

5. Januar 2011

Viiiiiiiel Reklame – Wenig Ahnung

von Fellow Passenger

Viiiiiiiel Energie - Wenig Kalorien

Sushi für Blöde

1 Joule = 1 Wattsekunde = 1 Newtonmeter = 0,239 Kalorien