5. Januar 2011

Viiiiiiiel Reklame – Wenig Ahnung

von Fellow Passenger

Viiiiiiiel Energie - Wenig Kalorien

Sushi für Blöde

1 Joule = 1 Wattsekunde = 1 Newtonmeter = 0,239 Kalorien

17. Dezember 2010

Tip des Tages

von Peppy der Papyrus

Der Betrieb eines Wikileaks-Mirrors trägt sich praktisch selbst, wenn man ihn in der Elastic Cloud von Amazon hostet und dort Werbung für Paypal, Mastercard und Visa einblendet.

10. Dezember 2010

Süße Rache kann zur Unzeit ziemlich bitter werden

von Fellow Passenger

Angeblich sind die beiden Damen in Schweden zur Polizei gegangen, um sich zu erkundigen, ob man Julian Assange zu einem HIV-Test zwingen könne. Nur wozu? Um sich im Fall eines negativen Ergebnisses den eigenen Test zu ersparen? Klingt nach ziemlichem Blödsinn.

Daß die beiden Verbindungen zur CIA haben und in deren Auftrag versuchen Wikileaks zu schaden indem sie Julian Assange zu Fall bringen wird zwar mancherorts kolportiert, aber das klingt schon sehr weit hergeholt.

Zumindest wirkt es aber recht geschickt, die Strafverfolgung in Gang zu setzen, ohne eine Anzeige zu erstatten, für die eine wahrheitsgemäße Zeugenaussage verlangt würde. Vergewaltigung ist ein sogenanntes Offizialdelikt. Das bedeutet, das öffentliche Interesse an einer Aufklärung ist so hoch, daß auch ermittelt werden muß, wenn das mutmaßliche Opfer keine Anzeige erstattet hat. Um auf so einen Kniff zu kommen, muß man aber weder Jurist noch CIA-Agent sein. Eine intelligente Frau die auf Rache sinnt, weil ein Mann sie hintergangen hat, genügt da vollauf.

Allerdings sind solche Prozesse völlig irrsinnig. Was man so an Einzelheiten zu lesen bekommt, war keine Gewalt oder Androhung derselben im Spiel, die sich irgendwie beweisen ließe. Die Beweisaufnahme bestünde allein in der Zeugenvernehmung in der der Angeklagte die Vorwürfe bestreitet. So einen Prozess zu führen wäre unergiebig, denn wenn Aussage gegen Aussage steht, bestehen berechtige Zweifel am Tathergang und in dubio pro reo1. Dabei kann es gar nicht zu einer Verurteilung kommen und sowohl die Schwedische, als auch die Britische Justiz wissen das schließlich auch.

Die Britische Staatsanwaltschaft hat eigentlich keinen guten Grund einer Auslieferung Assanges an Schweden zuzustimmen. Aber einen schlechten: Die USA werden mit allen Mitteln auf eine Auslieferung an Schweden drängen. Der Grund dafür ist geradezu banal und liegt in der Auslieferungspraxis Englands begründet. England liefert nur an EU-Länder aus geringem Grund aus. Die USA kommen an Assange in England nicht heran. In Schweden sieht die Lage für die USA viel günstiger aus. Dort könnten sie mit ihrem Kartenhaus aus erfundenen Copyrightverstößen und ominösen Spoinagegesetzen die Schwedischen Behörden zwingen, Julian Assange an die USA auszuliefern.

Was ihn dort erwarten würde, haben Sara Palin, die Gouverneurin von Alaska2,  und der Hinterbänkler-Pastor und Ex-Senator von Arkansas, Mike Huckabee bereits deutlich gemacht.

Noch fehlt es an der juristischen Handhabe, aber bis Assange nach Schweden abgeschoben wird, dauert es mindestens sechs Monate. Der Prozess in Schweden durfte kaum schneller vonstatten gehen. Bis dahin haben die USA viel Zeit sich einen ganzen Strauß an haarsträubenden Vorwüfen auszudenken, warum Schweden den Australier an die USA ausliefern muß. Vielleicht werden die Argumente nicht überzeugen können. Der Politische Druck wird es ganz bestimmt.

Zwar ist es unwahrscheinlich, daß die USA Julian Assange hinrichten werden, denn ein Märtyrer würde ihnen nur schaden. Aber ein paar Jahre Guantanamo für einen Cyberterroristen werden die Wähler ihnen schon nicht krumm nehmen.

Zudem bleibt immer auch die Option offen, daß Assange in der Untersuchungs- oder Abschiebehaft einen physischen Zusammenbruch erleidet und sich von den schweren Schuldgefühlen über seine Taten unerträglich gequält, das Leben nimmt. In Abschiebehaft kamen schon Unfälle vor, in denen brennende Matratzen eine Rolle spielten3.

Der Mann hat sehr einflußreiche Feinde, die mit wenigen Drohbriefen die Geschäftswelt zwingen können, Wikileaks den Spendenfluß auszutrocknen und Hostingprovider gegen deren eigene Interessen ihre Neutralität über Bord zu werfen. Es besteht kein Zweifel, Julian Assange steckt gerade in einer weit gefährlicheren Situation, als die beiden Damen aus Schweden es sich vielleicht gewünscht haben.

  1. Im Zweifel für den Angeklagten []
  2. twitter,com, 5.12.2010 []
  3. Ungenannter Autor, “Schubhäftling bei Brand in Zelle schwer verletzt”, krone.at, 31.12.2008 []
3. Dezember 2010

Gepflegte Garderobe

von Fellow Passenger

Der Niedergang der westlichen Zivilisation lässt sich gut beobachten, wenn man sich mit Kleidung befasst. Zunächst fällt auf, daß Empfänge, zu denen in der Einladung Abendgarderobe gewünscht wird, von Herren vor allem mit (vorwiegend immerhin dunklen) Anzügen und Krawatten besucht werden.

Wer mit einem kleinen Abendanzug unterwegs ist, fällt bereits auf, weil anstelle einer Fliege heute offenbar lieber eine floral gemusterte Krawatte um den zwei Nummern zu kleinen und deswegen geöffneten Kragen getragen wird. Der eigentlich obligatorische Lackschuh wird heute weitgehend durch den festlichen Turnschuh verdrängt, der offensichtlich gerne auch deutliche Gebrauchsspuren aufweisen darf.

Nicht minder erschütternd ist auch die Marktlage für festliche Herrenbekleidung. Versuchen Sie nur einmal eine Schleife zu kaufen, die ohne Haken und Ösen auskommt. Man könnte bald meinen, es sei Hexenwerk, sich eine Schleife um den Hals zu binden.

Es ist ja schon fast unmöglich auch nur ein weißes Hemd zu erstehen, daß mit Biesen und Kläppchenkragen versehen ist. Offenbar gilt jeder Lumpen als Abendhemd, wenn er nur weiß ist und eine französische Manschette daran hängt. Als Manschettenknopf genügt dann konsequenterweise ein Gummifaden, in den ein chinesisches Kind unter widrigen Bedingungen zwei Affenfaustknoten geknüpft hat.

Apropos Hemd: Der Hersteller Feraud entblödet sich nicht, ein sogenanntes Smokinghemd anzubieten, an dessen linker Manschette knallrot und unentfernbar der Markenname eingestickt ist. Vielleicht soll man möglichst gleich noch das Preisschild dran lassen. Damit die eigentlich verdeckte Knopfleiste ganz besonders unvorteilhaft aussieht, ist sie mit doppelt dicken Knöpfen ausgestattet, die sich kaum knöpfen lassen, sich dafür aber sehr deutlich durch den Stoff beulen.

Möchten Sie unauffällig eine Abendveranstaltung besuchen, müssen wir  Ihnen fast empfehlen, im Blaumann zu erscheinen.

2. November 2010

Deutschland nur knapp der Abschaffung entgangen

von Fellow Passenger

Nur durch “Geheimdienstinformationen” sind die Bomben “gefunden” worden. Weil über den Wolken der Handyempfang bekanntlich uneingeschränkt gegeben ist, wird angenommen der Sprengstoff sollte an Bord einer Frachtmaschine gezündet werden. Oder in Deutschland. Oder in den USA. Vielleicht auch in China.

Zwar konnten die Täter nicht wissen, ob die Maschine je einen deutschen Flughafen anfliegen werden, aber was spielt das schon für eine Rolle wenn UPS-Maschinen den Jemen überhaupt nicht anfliegen, wie die Jemenitische Nachrichtenagentur SABA berichtet? Sollten die Terroristen womöglich einen falschen Absender angegeben haben? Skandalös! Vielleicht war ja sogar die amerikanische Zieladresse einer oder mehrerer namentlich nicht näher bezeichneten “Jüdischen Einrichtungen” erfunden.

Zwischendurch wusste die BBC zu berichten, die Pakete hätten keinen Sprengstoff enthalten.

Einige Stunden später änderte sich die Nachrichtenlage ein wenig. Aus UPS wurde FedEx, das Toner-Pulver für Laserdrucker verwandelte sich in PETN, die Absenderin und ihre Mutter, die zwischenzeitlich verhaftet wurden stellten sich — Überraschung — als unbeteiligt heraus. Wann die SIM-Karten mit Mobiltelefonen drumherum versehen waren und wann sie gleichsam nackt waren, lässt sich selbst ausgezeichneten Qualitätsmedien bislang noch nicht entnehmen.

Falls ein Anschlag sich gar nicht mehr glaubwürdig verkaufen lässt, gibt es bereits die These, das alles sei ein vorbereitender Testlauf gewesen. Wahrscheinlich würde eine gut organisierte Gruppe von Terroristen auch erst mal versuchen, unter falschem Namen mit einem mit Mehl beladenen Bollerwagen  in ein Botschaftsgebäude zu brettern, um mal auszuprobieren, ob man dort so vielleicht eine Autobombe plazieren kann.

So sieht es wohl aus, wenn Geheimdienste Wahlkampf betreiben. Zugegeben: Spannender als “Yes we can” oder gar “Arbeit muß sich wieder lohnen” ist das allemal. Es ist eben nur nicht so ganz lupenrein demokratisch. Aber fürchten Sie sich nicht, denn für die freiheitlich-plutokratische Grundordnung bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr!

Update: Die Nachrichtenlage hat sich schon wieder geändert. Seit neuestem war die BriefPaketbombe an das Kanzleramt, beziehungsweise die Bundeskanzlerin adressiert und die Terroristen sitzen im nicht-existenten griechischen Wirtschaftsministerium. Die Abschaffung von Frau Dr. Merkel wurde durch präventives Einweichen in Wasser vereitelt.