Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 26.01.2006, das die Deutsche Post AG mir am 06.02.2006 zugestellt hat.
Darin weisen Sie darauf hin, daß ich ab sofort die Möglichkeit hätte, den Stand Ihres Gaszählers selbst abzulesen und Ihnen mitzuteilen. Dabei entstünde mir der Vorteil, nicht auf den Ableser warten und niemanden der SWM in meine Wohnung lassen zu müssen. Darüber hinaus, hätte ich die Möglichkeit, Ihnen den Zählerstand sogar bereits vor dem durch Sie festgesetzten Termin mitzuteilen.
Allerdings ist mir dieses Verfahren nicht ganz neu. Die SWM und ich praktizieren es bereits seit dem ich im Jahr 2000 die Wohnung bezogen habe. Da mir mein Vormieter persönlich gut bekannt ist, weiß ich, daß es auch davor schon seit Jahren üblich war.
Mir scheint, die SWM haben hier weniger eine „Möglichkeit geschaffen“, die Zählerstände selbst zu erfassen, sondern vielmehr Personal abgeschafft und dessen Aufgaben auf Ihre Kunden abgewälzt.
Für den Fall daß ich darauf bestehe, Sie mögen bitte selbst feststellen, welche Lieferungen und Leistungen Ihr Haus erbracht hat, haben Sie ja bereits geschrieben, sie würden meinen „Jahresverbrauch elektronisch errechnen“. Das klingt äußerst bedenklich. Schließlich muß ich annehmen, daß Sie zu einem völlig anderen Ergebnis kämen, würden sie den Verbrauch unter Einsatz eines Rechenschiebers oder Papier und Bleistift errechnen.
Noch viel bedenklicher erscheinen mir die Modalitäten Ihres Gewinnspiels, denen geradezu die Aura des Anrüchigen anhaftet. Sie stellen mir verlockende Preise (Einkaufsgutschein von Konen im Wert von 500 €, Jahreskarte für den Tierpark Hellabrunn, usw.) in Aussicht, wenn ich die „Selbstablesekarte“ binnen einer Woche an Sie zurück sende. Dabei ist Ihr Schreiben auf 11 Tage vor der Zustellung datiert. Damit war die Frist bereits verstrichen, als ich davon auch nur Kenntnis nehmen konnte. Derart schäbige Tricks würde ich eher von kleinkriminellen Hütchenspielern erwarten, als von einem Unternehmen der Stadt München. Geschickt ist allerdings, daß der Briefumschlag keinen Poststempel aufweist, der das Datum der Zustellung belegen würde.
Den glücklichen Gewinnern, die ich im Kreis Ihrer Kollegen wähne, wünsche ich auf jeden Fall schon jetzt viel Vergnügen bei der Einlösung der Preise.
Die „Selbtablesekarte“ habe ich am 7.2.2006 um 00:51 der Deutschen Post AG zur Auslieferung an die SWM anheim gestellt. Sie werden diese also bis zum 09.02.2006 erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
The Fellow Passenger
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