Unterschichtenlyrik I

Die Wirtschaft blüht in aller Pracht
dank unserer Regenten Hände Fleiß
Immerzu bei Tag und auch bei Nacht
schreibt die Presse diesen Scheiß

Wer gerne eine Arbeit will, sagt Beck
muß sich nur mal waschen und rasieren.
Selber ist er bärtig, welcher Schreck
das kann man mal im Parlament probieren

Bekommt ein Arbeitsloser ein Gesicht
schreibt ätzend gegen ihn die Springerpresse
denn das ist, so sagt man, ihre Pflicht
und schlägt ihm kraftvoll auf die Fresse

Wunderbar geht es der Unterschicht
denn Münte sagt, die gibt es nicht

Kommentare

11 Antworten zu „Unterschichtenlyrik I“

  1. Avatar von Opa

    Und , bei den Bärten der Propheten,
    ja, auch das Merkelein gehört dazu,
    darf Köhler Litaneien beten
    von Aufschwung und von Weihnachtsruh‘.

    Jüngst zierte sie ein Damenbart,
    vergaß gestresst ihr Shaving Messer
    und zeigte so auf ihre Art:
    Ja, mit dem Zweiten sieht man besser.

    So demonstrieret man mit Bärten
    – ob konservativ oder auch rot –
    Bewahrung gar von eignen Werten,
    was scheinbar wichtiger ist als Brot.

  2. […] Unterschichtenlyrik beim Fellow Passenger. […]

  3. Avatar von mkh

    Schreib nicht von deiner Unterschicht,
    sonst traust du dich nach oben nicht!
    Und oben, unten macht kein´ Sinn,
    wir sitzen alle mittendrin.

    Ich glaub, wer Unterschicht bedauert,
    der wird gleichsam drin eingemauert.
    Nein, stell dich stets auf gleiche Stufe
    und niemals unter And´rer Hufe!

    Ich glaub, um was es dabei geht,
    ist Werte umzuwerten. Ihr versteht?
    Gefragt ist eine Utopie
    und niemals nie ein Niemals nie!

    Ich weiß, das ist gewagt zu schreiben,
    denn dem, der kaum noch weiß, wo bleiben,
    dem scheint ja doch mehr schlecht als recht
    mein idealistisch´ Wortgeflecht.

    Trotzdem: Die eignen Werte zu bewahren,
    wünsch ich uns zwischen den Jahren.

  4. Avatar von oldman

    Früh morgens gegen elf Uhr zehn
    Leicht wankend zur Toilette gehn.
    Leicht vorgebeugt mit Druck entstuhlen,
    Und reinigend die Nase puhlen.

    Ins Bad geschlichen, Spiegelbild,
    Gut sieht er aus, so richtig wild.
    Die Haare sollte er nur glätten,
    Und seine spröden Lippen fetten.

    Die Hände durch die Achseln streifen,
    Verhindert den Gebrauch von Seifen,
    Und dann hernach ins Haar damit,
    Und schon ist Burschi wieder fit.

    Doch halt die Zähne sind noch stumpf,
    Da hilft ein Schnaps der Firma Kumpf,
    Kurz gurgeln noch und abgeschluckt,
    Echt geil, wie das am Knorpel juckt.

    Die Unterhose von der Nacht,
    Noch einen guten Eindruck macht,
    Das tut sie schon seit 14 Tagen,
    Noch mal zwei Wochen will er wagen.

    Das Hemd mit dem kaputten Kragen,
    kann er getrost noch einmal tragen,
    Und auch die Hose steif vor Schmutz,
    Die harrt daß er sie heut‘ benutz‘.

    Die Treter : Nike Jordan Air,
    Die zieht er unterm Spültisch her.
    Sie haben lang schon keine Senkel,
    Jedoch an jeder Ferse Henkel.

    Er stellt sich vor das Spiegelglas,
    Und arrangiert noch dies und das,
    Probiert auch mal wie sich das macht,
    Wenn er so herzerfrischend lacht.

    Er fühlt sich gut, jetzt ist er fit,
    Auf zu Kurt Beck.
    Kommt alle mit.

  5. […] Dann mach ich eben was anderes. Drinnen, neben der knisternden Heizung. Nur, was denn. Gefrühstückt habe ich schon. Im Netz gibt’s auch nix Umwerfendes. Bis auf Opa Edi. Da steht ein Aufruf. Mal sie Großhirnrinde testen, ob noch etwas Blödsinn übrig ist von vor Weihnachten. Unterschichtenlyrik. Wasisasssen? […]

  6. Avatar von sillerbetrachter

    Auf Opas Einladung hier mein P.E.N.N.E.R Beitrag

    Frau Merkel mäkelt.
    Herr Münte fehringt schon.
    Der Stoiber ränkelt
    und Beck ist der Patron.

    Der Mann, der ackert hat das Geld,
    der ohne Arbeit ist nicht Justizia,
    denn wer bei uns in Hartz reinfällt,
    wird gefressen ohne Wenn und Aba.

    Politik, Geld und Juristerei
    lachen sich hohl in die Hände.
    Die nicht vorhandne Unterschicht
    wartet vergebens auf die Wende.

  7. Avatar von Ulf

    wenn opa bazi meint…
    mein breitag:

    in der hauptstadt, da gab es regierer,
    die erschufen ganz viele harzvierer.
    sie selbst wurden reicher,
    doch ’s herze nicht weicher.
    leute, schafft mir mehr bier her.

  8. […] Na, da bin ich vielleicht an einen geraten, kann ich euch sagen. Behauptet von sich, er sei der Größte und rennt stundenlang unmotiviert in Münster durch die Gegend. Auf sein Gesellenstück hier warten wir dagegen immer noch vergeblich. Wenn das mal kein Fehler war. Schau mer mal … * […]

  9. Avatar von Zerre-Moniermeister

    Neue Ideen für das Land
    Schafft kreativer Sachverstand:
    Die Industrien ausgelagert
    Sozialsysteme abgemagert
    Dienstleistung günstig importiert
    So läuft die Wirtschaft wie geschmiert
    Die Arbeitslosigkeit besteuert
    Den Nah- und Fernverkehr verteuert
    Vermögensteuer abgeschafft
    Und weil dann eine Lücke klafft
    Die Mehrwertsteuer leicht erhöht
    Bis es ans Eingemachte geht
    Die Lohnfortzahlung reduziert
    Das Kilometergeld halbiert
    Den Kündigungsschutz vermindert
    Weil er die Produktivität behindert
    Die Rentenkasse ausgeraubt
    Man nennt es ‘das System entstaubt’
    Auch Oma selbst wird nicht vergessen
    Und ihre Rente neu bemessen

    statt

    Freier Persönlichkeitsentfaltung
    und artgerechter Menschenhaltung

  10. Avatar von Hans v.

    sozialkitsch 36

    und plötzlich ging es beim prozess um sehr viel würde
    würde dr. a. verurteilt, würde er seinen vorstandsposten verlieren
    würde dr. a. verurteilt, würde er seine bezüge verlieren
    seinen bezug zur fetten fülle
    seinen bezug zur delikaten macht
    lang lebe dr. a., und sein kopfkissen auch

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