Margarine doch tödlich

Der SPIEGEL schreibt,

Der Verzehr von Margarine schützt offenbar nicht automatisch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern scheint diese in manchen Fällen sogar zu fördern.

Schon oft habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet ein Raffinerieprodukt wie Margarine gesund sein soll. Ich sehe ja ein, daß man in der Nachkriegszeit auf Butter verzichten musste und deshalb zur Margarine griff. Aber freiwillig? Überhaupt geht die Erfindung auf den Wunsch nach einem billigen Butterersatz zurück. Als Napoleon 1869 den Auftrag dafür erteilte hatte er gewiß nicht im Sinn dieses Zeug selbst zu vertilgen.

Bei dem chemischen Prozess der Margarineherstellung wird Öl auf 200 °C erhitzt, wobei sämtliche Vitamine und ungesättigten Fettsäuren verloren gehen. Das wird nachträglich wieder beigemischt. Damit man die Schmiere überhaupt ansehen kann wird sie mit Karotin gefärbt.

Daß Cholesterin, wie es in Butter enthalten ist, der Gesundheit schadet, hat uns ja erst die Margarineindustrie erklärt. Aber wer so ekliges Zeug an Menschen verfüttert, dem glaube ich nicht. Darum kommt bei mir Butter unter Marmelade, Schinken und Käse. In nichts anderem werde ich je ein Spiegelei braten. In einer guten Sauce darf ein zum Schluß daruntergerührtes Stück kalter Butter nicht fehlen.

Wenn ich mal so alt bin wie meine Großmutter heute, die nie freiwillig Margarine aß, werde ich auf die Gräber der Margarinefabrikanten spucken.

Frühjahrsdiät

Der Fühling naht. Pünktlich mit der Blüte der ersten Krokusse keimen auch Empfehlungen für Frühjahrsdiäten in nahzu sämtlichen Zeitschriften, die sich an weibliche Leser richten: Brigitte hat die Frühjahrsdiät, zur Traumfigur verhilft Freundin, Amica teilt ihre Leserinen per Online-Rechner sogar in Apfel oder Birnenform ein. Gerade so, als seien ein, zwei zusätzliche Kilo durch winterlichen Bewegungsmangel, eine krankhafte Fehlentwicklung, der nur durch eine strenge selbstauferlegte Mangelernährung beizukommen wäre.

Dabei schwindet der Winterspeck von ganz alleine, es sei denn, Sie machen eine Diät. Dann verlieren Sie die „überflüssigen Pfunde“ auch, aber durch ebenso überflüssige wie qualvolle Entbehrungen. Außerdem bekommen Sie das Fett dann nicht erst im Herbst zurück, sondern schon wenige Wochen nach der Diät, und das gleich mit Zins und Zinseszins.

Den Zeitschriftenverlegern gefällt das, weil Sie dann auch das nächste Heft mit dem ganz neuen Artikel über den ganz alten „Jo-Jo-Effekt“ kaufen und die nächste Diät antreten.

Wenn Sie nicht im medizinischen Sinne bedenklich Übergewichtig sind, sondern diätieren, weil Sie glauben, Ihre Paarungsausichten dadurch verbessern zu können, überlegen Sie, wie schmackhaft Sie erscheinen mögen, wenn Sie auf eine Einladung zum Essen mit den Worten reagieren, „Ich würde herzlich gern, aber ich darf diese Woche nur Ananas essen“.

American Express Gold

An
American Express Services Europe Limited
Zweigniederlassung Frankfurt am Main
Frau Sonja Scott
Theodor-Heuss-Allee 112

60486 Frankfurt am Main

Sehr geehrte Frau Scott,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 24. Februar dieses Jahres, das ich mit großem Interesse gelesen habe.

Falls es zutrifft, daß die American Express Gold Card „sich bewusst an Menschen, die mehr erwarten“ richtet, ist sie in der Tat „etwas Besonderes“. Bislang ist mir nämlich kein Fall bekannt, in dem ein Stück Kunststoff ein eigenes Bewußtsein entwickelt hätte.

Bei allem Respekt vor der Entwicklungsarbeit, die zweifellos hinter dieser bahnbrechenden Biogenese steckt, muß ich gestehen, daß mich die Vorstellung eines Zahlungsmittels mit eigenem Willen eher beunruhigt.

Meine Skepsis gilt dabei nicht Kreditkarten im Allgemeinen. Bereits im Jahr 1989 konnte ich mich für diese Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs entscheiden. Auf das Produkt aus Ihrem Hause fiel meine Wahl damals nicht, weil seitens der Händler auf diesem Planeten dafür kaum Akzeptanz bestand. Soweit ich erkenne, hat sich das bis heute nicht geändert. Ganz im Gegenteil, scheint es mir sogar so, als fürchteten die Händler, zumindest hierzulande, eine Zahlung per Kreditkarte mehr als der Teufel das Weihwasser.

Ich würde Ihre Einladung ja gerne annehmen, gerade weil Sie den Antrag ja schon vorbereitet haben. Wenn mir nur erkennbar wäre, welcher Vorteil mir daraus erwachsen sollte.

Weiterhin geht Ihre individuelle Vorarbeit hinsichtlich des Antrages nicht soweit, wenigstens vorab meinen Vor- und Nachnamen nebst Anschrift in das Formular einzutragen. Mein Geburtsdatum soll ich offensichtlich sogar gleich zweimal angeben. Soweit ich sehe, unterscheidet sich der Grad an individueller Dienstleistung durch American Express schon im Ansatz nicht von dem, was auch jedes deutsche Kreisverwaltungsreferat bietet.

Sie haben ja schon sehr richtig erkannt: Ich erwarte mehr! Wenn Sie mir ein Produkt aus Ihrem Hause verkaufen möchten, erklären Sie mir bitte zuerst, wofür es nützlich ist. Bei der Gelegenheit wollen Sie mir freundlicherweise auch einen Vertragsentwurf zukommen lassen, den ich durch meine Unterschrift annehmen kann.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]

PS.: Wenn Sie bereits die Möglchkeit einer Teilnahme an einem Preisauschreiben als „besonderes Dankeschön in Aussicht stellen“, werden Sie mir sicher verzeihen, wenn ich dies, auch öffentlich, als Bauernfängerei bezeichne.

Macht Sinn

Eigentlich ergibt dieser Ausdruck, „etwas mache Sinn“, gar keinen Sinn. Eine Überlegung oder eine Handlung hat entweder Sinn oder eben auch nicht. Auf keinen Fall kann sie Sinn erzeugen. Woraus sollte Sinn eigentlich hergestellt werden?

Schon das Verb „machen“ selbst ist ja etwas unglücklich gewählt. Ein Kind macht in die Hose, der Ängstliche wird aufgefordert, sich nicht ins Hemd zu machen. Ein Euphemismus für die Absonderung von Stoffwechselendprodukten also. Kein Wunder, daß mich die Aussage eines Wahlplakates nicht überzeugen konnte, in dem gar versprochen wurde, der beworbene Kandidat mache Sinn.

Zwar findet sich dieser Terminus längst auch im Duden, sogar schon viel länger als die Auswüchse der Rechtschreibreform, aber vor zehn Jahren gab es ihn noch nicht. Er kam erst in unserern Sprachgebrauch, als Fotomodelle plötzlich Namen hatten und Interviews geben durften. Zu der Zeit fand man es nämlich chick, sich seiner Muttersprache nur mehr bruchstückhaft erinnern zu können, um zu unterstreichen, wie überaus kosmopolit man ist. Damals hat man aber offenbar versäumt, „das macht Sinn“ unter der Kategorie Falsche Freunde abzulegen.

Sprache lebt. Sie wandelt sich im Lauf der Zeit. Immer wieder wird sie durch Begriffe aus anderen Sprachen bereichert. Was könnte man statt Hightech schon schöneres sagen? Vielleicht wird das Handelsbilanzdefizit eines Tages vom Trade Gap abgelöst. Umgekehrt könnte der Amerikaner statt Cell Phone ja irgendwann auch Handy sagen. Oder Mobile, wie der Engländer. Der Spanier könnte sich auch davon trennen, das warme Würstchen in der Semmel (Brötchen für Nicht-Bayern), verbissen Perro Caliente zu nennen und stattdessen einfach von einem Hot Dog sprechen.

Aber den deutschen Wörtern aus Mangel an Kenntnis der englischen Sprache englische Grammatik aufzupflanzen, wirkt einfach nur ungelenk. Es ist wie Sinn machen.

Darwins Alptraum

Darwins Alptraum ist ein Film über Kapitalismus. In den 60er Jahren setzt jemand einige Nilbarsche im Viktoriasee aus. Der Raubfisch frisst alle anderen Fische auf und vermehrt sich so rasant, daß Tansania nun täglich 500 Tonnen Fischfilet nach Europa exportiert. Dabei wird das Land von einer Hungersnot nach der anderen heimgesucht. Reis gibt es nur, wenn es genug regnet und der Fisch bleibt den Exporteuren vorbehalten.

In verwackelten Bildern zeigt Regisseur Hubert Sauper die Beteiligten. Dabei verzichtet er völlig auf eigene Erklärungen. Selbst die Fragen, die er den gezeigten Personen stellt, sind kaum zu hören. So erzählen uns eben die Einheimischen, wie Kapitalismus aus ihrer Sicht funktioniert. Sie dürfen arbeiten und verhungern, um uns ihre Rohstoffe zu erschließen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, liefern wir ihnen die Waffen, die nötig sind, um die Bürgerkriege am Laufen zu halten.

Der Film erzählt also nichts neues. So sagt Sauper über seinen Film denn auch, „Darwin’s Nightmare könnte ich in Sierra Leone erzählen, nur wäre der Fisch ein Diamant, in Honduras eine Banane, und in Angola, Nigeria oder Irak, schwarzes Öl.“

Das Elend in Bildern vorgeführt zu bekommen, ist allerdings beklemmend.

17. Bundesland

Wenn man so prominente beliebte Blogger wie Kathleen interviewt, bekommt man natürlich viel virtuellen Besuch aus aller Herren Länder.

Etwas verwirrend fand ich allerdings das hier:
Besucher aus Texas, Deutschland

Das es fünf „neue“ Bundesländer gibt, weiß ich ja, aber ich dachte, das wären Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thürigen. Aber jetzt Texas? Sollte Deutschland da unbemerkt Teile der USA annektiert haben? Im Zuge der Globalisierung halte ich ja nichts mehr für unmöglich.

„Es geht niemanden etwas an, wie mein Spülmittel heißt“

Kathleen am Computer Kathleen (41), Autorin des Weblogs „beyond the void“ über das Bloggen, ihre Begeisterung für Südafrika, den Spülsaum auf dem Schreibtisch und ihre Abneigung gegen Datensammler

TFP: Das Titelbild Deines Blogs zeigt sich immer wieder in neuen Variationen. Hast Du Dir das von Google abgeschaut, oder die von Dir?

Kathleen: Ich denke, weder noch. Gesehen habe ich es zum ersten mal bei Ulf, auf de-scriptiv und fand das so unheimlich charmant. Ich war oft nachts auf der Seite und da gibt es so eine nette Zeichnung von Ulf im Bademantel mit dem Satz „Du hier, um die Zeit?“ Das fand ich so süß, daß ich mir ein Script rausgesucht habe, und dann meinen Lebensgefährten, er ist Cartoonist, gebeten habe, er möge mir ein paar Cartoons zeichnen, die mir ähnlich sehen, denn Zeichnen kann ich überhaupt nicht. Da brauchte ich Hilfe.

TFP: Das Maskottchen Deines Blogs erinnert an eine Peanuts-Figur. Wie kommt das?

Kathleen: Das ist Zufall. Die Basisfigur, die er normalerweise zeichnet, die ist eigentlich die Figur an die das angelehnt ist. Im Wesentlichen denke ich, er hat sich einfach nur mich sehr genau angeschaut. Die Freunde, die mich auch in der direkten Begegnung kennen, also face-to-face, sagen, ich bin ohne weiteres zu erkennen, obwohl die Brille wegfällt.

TFP: Du bist schon seit einiger Zeit verheiratet. Gehört Dein Gatte zu den regelmäßigen Lesern Deines Weblogs?

Kathleen: Ja, das tut er.

TFP: Wer hat bei euch „die Hosen an“?

Kathleen: (lacht) Ich würde sagen, das wechselt ständig. Da gibt es keine klare Linie. Die richtige Antwort ist sicher: Beide.

FTP: In Deinen Kommentaren in anderen Blogs benutzt Du meistens die Höflichkeitsform. Welche Bedeutung hat das „Sie“ für Dich?

Kathleen: Für mich ist das eine Respektsache. Es hat etwas damit zu tun, daß ich dem anderen anbiete, die Distanz zu nehmen, die er nehmen möchte. Wenn ich in der Reaktion geduzt werde, dann gehe ich auf Du.

TFP: Wenn Du es Dir aussuchen könntest, in welchem Land würdest Du gerne leben?

Kathleen: Südafrika. Ich war einige Male dort, über mehrere Monate, und ich hatte jedes mal das Gefühl, ich komme nach Hause. Dazu kommt, daß das Land, vor allem an der Garden Coast, wo ich mich überwiegend aufgehalten habe, unfassbar grün ist. Das misst sich gar nicht mit dem mitteleuropäischen Bild von Afrika. Und ich liebe dieses Klima. Mir kann es gar nicht heiß genug sein.

TFP: Auf einem Foto in Deinem Blog ist nebst der Katze eine Flasche Wein aus Südafrika zu sehen. Ist das Deine bevorzugte Weingegend?

Kathleen: Ja, unbedingt. Die afrikanischen Weinstöcke wurzeln in Roterde, die stark eisenhaltig ist, und die Sonnenscheindauer tut ihr übriges. Das sind unheimlich aromatische Weine, selbst wenn sie jung sind. Deshalb mag ich sie sehr gern.

TFP: Inwiefern orientierst Du Dich beim Schreiben an Deinen Lesern?

Kathleen: Gar nicht.

TFP: Wie muß ein Weblog beschaffen sein, damit es Dich interessiert?

Kathleen: Es muß die Persönlichkeit, die dahintersteht, erahnen lassen. Coole Weblogs interessieren mich nicht. Das, worüber geschrieben wird, muß in irgendeiner Form etwas transportieren, das auch andere interessieren kann. So, daß ein Tagebucheintrag nicht einfach reiner Tagebucheintrag ist. Es muß eine Erfahrung sein, die viele schon mal gemacht haben, die einen Bezug herstellt zu anderen.

TFP: Warum blogst Du?

Kathleen: Ich bin ein Sozialjäger. Ich will davon: Kontakt, Resonanz, Korrektiv, Netzwerkaufbau. Ich mag Menschen. Ich renne durch die sogenannte virtuelle Welt in dem gleichen Zustand und mit den gleichen Fragen ans Gegenüber wie durch die reale: Was treibt dich um? Warum bist du wie du bist? Können wir etwas miteinander tun oder zu tun haben, was uns beiden gut ist? Kann ich etwas von dir lernen? Kann ich dir etwas geben? Außerdem bin ich unglaublich neugierig. Neugierig. Nicht indiskret.

TFP: Wieviel Zeit verbringst Du täglich mit dem Lesen, Kommentieren und Schreiben von Blogs?

Kathleen: Zuviel. Eindeutig zuviel. Meine Arbeit, Kommunikationsdesign, spielt sich im Web ab, und wann immer mich ein Auftrag gerade nervt, geistere ich in der Blogossphäre herum. Ablenkung, Impulsjagd? Oft genug weiß ich es selber nicht. Noch ein Punkt, der da eine Rolle spielt: Meine Lebensgeschichte ist eine leidlich harte Geschichte, ich bin relativ stark deformiert. Im direkten, unmittelbaren Umgang mit anderen bin ich oft viel gehemmter – und dann überkompensierend und völlig anders, als es mir im Schriftlichen oder am Telefon möglich ist. Man mag sagen: Ich bin im Web authentischer als im wirklichen Leben. Der Zeitaufwand ist im Spätherbst und Winter höher als im Frühjahr und im Sommer. Der crucial point ist aber nicht der Zeitaufwand, sondern die Richtung: Im Herbst und im Winter hole ich mir viele Impulse aus dem Web, aus den Gedanken anderer und dem, was sie in mir anstoßen. Im Frühling und im Sommer schicke ich viele eigene Impulse in das Web, und schaue mir dann an, was damit geschieht.

TFP: Was ist eigentlich ein Spülsaum?

Kathleen: Ein Spülsaum ist das, was passiert, wenn man sechs bis acht Stunden am Schreibtisch sitzt: Links ein Cola-Glas, da liegt noch der Korken der Weinflasche, das dritte Feuerzeug, was man an den Schreibtisch geschleppt hat, weil man das erste mal wieder nicht sah in dem ganzen Chaos und wenn es ganz wild kommt dann liegt auch noch die Katze unter der Schreibtischleuchte, weil es da so angenehm warm ist. Mit anderen Worten: Da auch nur ein DIN A4 Blatt abzulegen erweist sich binnen weniger Stunden als völlig ausgeschlossen. Den Ausdruck hat mal typ.o geprägt der hat mal ein Foto von seinem Spülsaum gemacht und ich fand den Ausdruck so schön, daß ich den übernommen habe. Eigentlich ist ein Spülsaum ja das, was Du am Meer siehst, wenn Treibholz und Tang und was nicht noch alles, angetragen wird. Da kommt der Ausdruck her.

TFP: Warum drehst Du Deine Zigaretten selbst?

Kathleen: Weil es aus dem Tabak, den ich als einzigen gerne rauche, keine fertig hergestellten gibt.

TFP: Was verstehst Du unter Martini?

Kathleen: Den klassischen Cocktail.

TFP: Welche Teesorten trinkst Du am liebsten?

Kathleen: Das ist einfach. Einen guten Darjeeling, am liebstem einen First Flush. Das sind die Spitzen der Teeblätter, ganz feine aromatische Tees, die nicht sehr laut sind.

TFP: Bist Du ein Computer-Freak?

Kathleen: Ich glaube schon daß ich ein Nerd bin. Aber nicht so sehr auf der technischen Seite. Ich sitze nicht den halben Tag vor der Maschine und baue Karten ein und aus. Im Gegenteil: Die Beschäftigung mit der Hardware ist eher nervig.

TFP: Hattest Du schon mal einen Autounfall?

Kathleen: Mehrere. Allerdings nie selbst fahrend, mangels Führerschein.

TFP: Was machst Du, wenn Dir langweilig ist?

Kathleen: Mir ist niemals langweilig. Ich kenne das nicht.

TFP: Was wäre das Schlimmste, was Dir passieren könnte?

Kathleen: Meinen Lieblingsmenschen zu verlieren.

TFP: Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Kathleen: Ich möchte in Bewegung bleiben. Das war vor zehn Jahren so und das werde ich in zehn Jahren wahrscheinlich genauso sehen. Geistig beweglich bleiben und auch örtlich beweglich, wenn es nötig ist, oder man gerade Lust darauf hat. Wir sind ja im Moment im Begriff nach Berlin zu wechseln aus eben diesem Grund. Von Köln haben wir die Nase voll.

TFP: Hast Du eine Lieblingsfernsehserie?

Kathleen: Ich bin nicht besonders fernseh-affin — eher ein großer Leser.

TFP: Du bist ja überzeugter Gegner der Payback-Karte. Woran liegt das?

Kathleen: Weil ich finde, daß wir weit genug überwacht werden, daß es genug Zugriffe auf die Datenströme gibt, die jeder von uns hinter sich herzieht, daß das nicht auch noch dazu kommen muß. Es geht überhaupt niemanden etwas an, wie mein bevorzugtes Spülmittel heißt, oder was ich gern esse.

TFP: Springer, Spiegel und SZ haben der Rechtschreibreform schon abgeschworen, Burda, taz und die Frankfurter Rundschau halten weiter die Fahne hoch. Wie stehst Du dazu?

Kathleen: Ich verabscheue die Rechtschreibreform wie kaum etwas anderes auf dem Gebiet und sehe zu, daß ich möglichst nach der alten schreibe. Ich ärgere mich jedesmal grün mit blauen Punkten, wenn ich merke, daß mir auch schon so kleine Ausrutscher unterlaufen, weil man halt die neue überall liest. Ich fand es schon immer eine saublöde Idee.

TFP: Kathleen, ich danke Dir für dieses Gespräch.