Autor: Fellow Passenger

  • Gesetz ist Gesetz

    Ich rauche. Nie vor dem Frühstück, selten vor dem Mittagessen, fast immer nach Einbruch der Dunkelheit. An manchen Tagen mehr, an anderen gar nicht. Sicher ist das ungesund. Zuweilen sind es kubanische Zigarren, die ich mir aber nicht immer leisten mag. Meistens drehe ich mir Zigaretten aus meinem Lieblingstabak. Filter mag ich gar nicht, denn die riechen immer so komisch.

    Weil mein bevorzugter Tabak nicht jederzeit am Automaten an der Ecke feilgeboten wird, kaufe ich ihn lieber gleich im Zehnerpack. Das reicht dann mal einen, manchmal auch zwei Monate. Nett fand ich, daß die Händler mir immer gleich gratis ein Feuerzeug dazugegeben haben. Ich habe die immer bei Gelegenheit verschenkt, weil ich ja schon seit Jahrzehnten mein amerikanisches Benzinfeuerzeug verwende und so ja eigentlich kein anderes brauche.

    Bei meinem heutigen Tabak-Kauf sah ich anstelle des Feuerzeugs der Freundschaft einen feindseeligen Aushang, der besagt, daß ein neues Gesetz Tabakwarenhändlern untersagt, „Rabatte und Beigaben auf Tabakwaren“ zu gewähren.

    Wieder ist der Regierung ein großer Wurf gelungen, den Bürger vor der Nikotinsucht zu schützen. Zu unserer eigenen Sicherheit, gibt es kein Gratis-Feuerzeug mehr. Endlich sind wir gerettet! Nie wieder werde ich Nikotin rauchen! Zukünftig werde ich nur noch Schreibwaren und Zeitschrifen einkaufen, die ich von der Steuer absetzen kann. Das ist auch viel gesünder als Rauchen. Das Beste: Der Schreibwarenhändler meines Vertrauens, kann mir jederzeit meine Treue als Kunde belohnen, indem er mir ein Einwegfeuerzeug zum Werbegeschenk macht.

  • Limmerick I

    Es gibt da so Leute aus Bayern
    die können den ganzen Tag Feiern
    Am Abend trinkt ein jeder fünf Maß
    von dem golden schimmernden Naß
    und am Morgen danach geht es zum Reiern

  • Zivilisation nicht wetterfest

    Heute wird meine Großmutter 91 Jahre alt. Eigentlich sollte ich diesen Beitrag aus Erlangen schreiben, wo sie lebt. Doch es hat heute geschneit. Deswegen konnte niemand sich auf der Autobahn 9 nach Norden bewegen. Auch nicht der 15 Jahre alte Peugeot 405 mit unserer kleinen Reisegruppe, bestehend aus Sohn, dessen Freundin, ihrer gemeinsamen Tochter, die meine nicht mehr ganz so kleine Schwester ist, und mir.

    Unsere Zivilisation hat es geschafft, den Begriff „Halbschwester“ hervorzubringen. Dabei ist er vollkommen idiotisch, denn meine Schwester ist vollständig. Sicher fühlt sie sich selbst gerade etwas unvollständig, weil Ihr Lebensabschnittspartner sie kürzlich verlassen hat. Aber das kann damit wohl kaum gemeint sein.

    Gegen schlechtes Wetter hat unsere Zivilisation hingegen kein Rezept. Da schafft man es in fünf Stunden nur von München die 60 Kilomenter bis zur Holledau und zurück, vorausgesetzt man hat Schneeketten.

    Sonst sitzt man fest und kann nur auf besseres Wetter hoffen. Bei den Fahrern der gestauten Autos war dafür das Rote Kreuz. Bei unserer Oma war leider niemand.

  • Endlich! Der Link zum Horror Vaccui

    Sehen Sie selbst das Grauen mit eigenen Augen! Kommen Sie! Fühlen Sie das beklemmende Gefühl der Leere.

  • Eisig

    R. sitzt auf Goa und verkauft Ihre münchner Bücher per Amaz*n-Gebrauchtbuchandel. Beneidenswert. Weil ich Ihren Wohnungsschlüssel habe, musste ich heute eines über Yoga holen, eintüten und zur Post bringen.

    Eiskratzender Feuerwehrmann auf der LeiterAls ich die Georgenstaße entlanglief, fiel mir eine ganz schöne Menge ziemlich großer Eisbrocken vor die Füße. Ich überlegte, was so passieren würde, wenn mir so eine Ladung auf den Kopf fällt. So schlimm würde es schon nicht sein. Jedenfalls habe ich noch nie gehört, daß jemand auf diese Weise zu Tode gekommen wäre.

    Feuerwehrmann vor kaputtem AutoAuf dem Rückweg bemerkte ich ein ansehnliches Aufgebot an Polizei und Feuerwehr vor dem Haus Nummer 132 der Schellingstraße. Dort hatten nämlich solche Eisbrocken die Heckscheibe eines Autos durchschlagen. Der Gehsteig war gesperrt, weil die Feuerwehr gerade das restliche Eis vom Dach des Gebäudes angelte.

    Ich glaube, ich gehe lieber auf der Staße als auf dem Gehweg. Das ist nicht so gefährlich.

  • about:blank

    Mir dräut ein horror vaccui. Seit über 48 Stunden habe ich nicht gebloggt. Mit jeder Stunde wächst der Druck schreiben zu müssen. Aber was?

    J. W. v. Goethe pflegte bereits beschriebene Seiten in seine leeren Notizbücher zu legen, um diese Situation zu vermeiden. Etwas, woran er sich beim Schreiben festhalten kann. Das Phänomen ist also keineswegs neu. Bis dato aber ungelöst, zumindest für mich.

    Dabei ist mein Kopf umschwirrt von so vielen Gedanken. Allein über welchen ich schreiben soll kann ich mich nicht entscheiden. Sie passen ja auch alle nicht so recht zusammen. Über Politik oder das, was unser Bundestag so macht könnte ich Bücher füllen. Aber das Thema ist so frustrierend, daß ich so ein Buch vermutlich nichteinmal selbst würde lesen wollen.

    Ich verbringe gerade viel Zeit, Interviews mit anderen Bloggern vorzubereiten, die ich hier gerne veröffentlichen möchte. Dabei war ein erstes Vorbereitungsgespräch am Telefon überaus kurzweilig. Darüber mag ich aber vorab nicht schreiben.

    Gestern habe ich mir endlich auch eine Digitalkamera gekauft. Jetzt frage ich mich, wie ich ein Foto von ihr machen kann, um es der Welt zu zeigen. Brauche ich für mein Blog eine zweite? Natürlich könnte ich eine meiner Kleinbildkameras dafür verwenden. Aber meine bisherige Lieblingskamera habe ich einer Freundin geliehen, die derzeit auf Goa weilt.

    Überhaupt sind ja alle weg. Meine Mitbewohnerin in Thailand. Der erste und bislang einzige Mann, der mir einen Knutschfleck auf den Hals machen durfte mit ihr. Keiner hat Kinder, trotzdem machen alle gleichzeitig Urlaub.

    Aber ich werde mich rächen! Im Solarium nämlich. Dort werde ich mich rösten, auf das sie mich nicht triumphierend als Mehlwurm bezeichnen können.

    Mehr habe ich für heute nicht zu sagen.

  • Schwerer Schlag

    Es ist nun endlich erwiesen: Männer sind überflüssig! Zumindest was Fortpflanzung betrifft hat „Satanic Mechanic“ Zsolt Peter Nagy, seines Zeichens Reproduktionsmediziner und sein tschechischer Kollege Jan Tesarik, dies nun bewiesen. Eine Frau kann durchaus von einer anderen ein Kind bekommen. Und so wird’s gemacht:

    Künstliche Befruchtung unter dem MikroskopMan nehme eine Eizelle der einen Partnerin. Dann injiziert man die DNA einer Körperzelle der anderen Partnerin. Die eine Hälfte der Körperzelle wird von der Eizelle ausgeschleust, die andere verschmilzt mit mit der Erbinformaton der Eizelle zu einem komletten Chromosomensatz. Im Versuch begann sich die Zelle alsbald zu teilen. Die Herren Nagy und Tesarik haben dann kalte Füße bekommen und froren die entstandenen Embryonen im zweizelligen Stadium ein.

    Sie warten nun in flüssigem Stickstoff darauf, irgendwann in eine Gebärmutter eingepflanzt zu werden. Bis dahin wollen sie dann doch vorsichtshalber auch an Tieren ein paar Versuche machen.

    Das Verfahren würde sich eignen, sogar Paaren zu Kindern zu verhelfen, wo beide Partner unfruchtbar oder Frauen sind. Wären beide Männer müssten sie eine Leihmutter finden. Ohne Frauen geht es also nicht, ohne Männer durchaus. Die besondere Ironie dabei: Bei der Zeugung eines Nachfahren mit der Körperzelle und der Samenzelle zweier Männer, könnten theoretisch sowohl Jungen als auch Mädchen entstehen. Bei der Zeugung aus zwei weiblichen Zellen hingegen würden ausschließlich weibliche Nachkommen hervorgehen.

    Wärend ich mich gerade damit abzufinden versuche, daß ich aus evolutionsbiologischer Sicht ein Irrläufer bin, der ohne ein gewagtes chirurgisches Experiment schon lange vor Erreichen der Geschlechtsreife verendet wäre, kommt nun auch das noch! Minderwertigkeitskomplex, mein Freund, ich komme!

  • Gewissensfrage

    Das kleine Muc: Blizzard-Warnung: LarstheB said…

    „Mh ich denke in keinem guten blog sollte das wort ‚ficken‘ fehlen, hättest du also auch das nehmen können! Diesen blog hättest du damit auf jeden fall gefunden!!!“

    So einleuchtend das auch klingt, trifft zumindest der zweite Satz nicht zu.

    Das heißt, wenn ich nun „ficken“ schreibe, kann ich nicht einfach behaupten, „ficken“ zu schreiben, geschehe nur, um mein Blog suchmaschinenfreundlicher zu gestalten.

    Ficken oder nicht ficken? Diese Frage gerät so mehr zu einer Stilfrage. Einerseits sagt man Sex sells, soll ich aber andererseits derart plump an niedere Instinkte appellieren, nur um den Kreis meiner Leser zu erweitern? Würden sie das nicht vielleicht sogar als Affrond auffassen, wenn ich einfach so „ficken“ schreibe?

    Natürlich könnte ich es ja auch in eine Synonymliste packen und so tun, als wollte ich nur damit angeben, wie eloquent ich sei. Ich würde dann zum Beispiel schreiben:

    Für kopulieren sagt man auch koitieren, pimpern, beschälen, tupfen, bürsten, schustern, pudern, bügeln, schwengeln, fiedeln, vögeln, ficken, poppen, bumsen, rammeln oder stechen.

    Ich habe in der Aufzählung das Wort „ficken“ fett gesetzt, damit man erkennt, wie perfide ich dieses Verb an den Anfang des letzten Drittels hätte setzen können, so das es der Aufmerksamkeit des Lesers fast entginge, wenn es eben nicht gefettet wäre.

    Natürlich würde ich in Wirklichkeit nie einen Artikel schreiben, nur um möglichst oft das Wort „ficken“ unterzubringen. Da könnte ich gleich auch noch die kindliche Kaiserin, aka Frau Doktor und Fabi erwähnen, was nichts als billiges name-dropping wäre, weil sie in so einem Artikel ja gar nicht vorkämen.

    Nein, sowas kommt nicht infrage, denn „ficken“ sagt man nicht.

  • Vegetarian Eating Disorder Syndrome

    Einer Kuh mag ich den Genuß einer schönen Portion Gänsestopfleber freilich nicht nahelegen. Trotz ihrer vier Mägen bleibt ihr diese Speise unbekömmlich. Lieber mag sie Grashalme essen, andauen und später herauswürgen, um sie noch ein zweites mal zu kauen. Zellulose ist eben schwer zu knacken dafür die Kuh geduldig.

    Ganz anders der Wolf, dessen kurzer Verdauungstrakt mit rohem Gemüse nichts anzufangen weiß. So schätzt er eher ein Tartar. Trotzdem braucht er auch pflanzliche Vitamine. Gar nicht dumm, holt er sich diese in Form des vorverdauten Mageninhalts eines Tieres das im schmeckt.

    Ganz anders geht es dem Schwein, das ein Allesfresser ist. Es mag Gemüse ebenso wie ein Stück Fleisch. Es ist kein Raubtier und kein Weidevieh. So verspeist es eben das was gerade da ist.

    So essen alle Tiere das, was ihnen am Besten bekommt. Alle Tiere außer dem Menschen, zumindest jenen, die Vegetarier sind. Die haben zwar kein anderes Verdauungssystem als ihre Artgenossen, aber eine andere Wahrnehmung. Sie konzentrieren sich bei iherer Nahrungssuche zunächst freiwillig vor allem auf wehrlose Pflanzen. Zuerst werden sie von Eisenmangel geplagt, wodurch ihr Selbsterhaltungstrieb weiter schwindet. Bald schon ist ihr Jagdinstinkt soweit erlahmt, daß sie sich nicht einmal mehr in der Lage finden, ein nahegelegene Metzgerei zu betreten. Das nächste Stadium ist soziale Isolation. Sie empfinden sich von Ihren Artgenossen ausgegrenzt, was nicht wenige Vegetarier durch missionarischen Eifer zu kompensieren versuchen. Natürlich werden die Fronten dadurch nur verhärtet. Später entwickelt sich häufig ein Neidkomplex. Sieht der Vegetarier ein Rudelmitglied ein Fleischgericht essen, fühlt er sich übervorteilt. Er fragt sich, warum ein Verwandter vor seinen Augen rücksichtslos das zu sich nimmt, wonach er sich seit Jahren sehnt, das was ihm selbst aber vergönnt ist. Aufgrund der fortgeschrittenen Dissoziation nimmt der Betroffene gar nicht mehr wahr, daß dieses vermeintliche Verbot urspünglich selbstauferlegt war.

    Eine Resozialisierung ist außerordentlich schwierig. Wie bei allen schwerwiegenden Störungen ist die Bereitschaft des Betroffenen unbedingt Voraussetzung. Sonst ist jeder Versuch vergeblich. Wichtig ist, dem Vegetarier zu zeigen, daß man ihn trotz seiner Besonderheit mag. Auf keinen Fall darf man Druck ausüben oder versuchen seinen Schützling zu überlisten. Das zerstört das Vertrauen in die Bezugsperson und treibt den Betroffenen unter Umständen noch tiefer in seine Wahnvorstellungen. Das kann soweit gehen, daß er vegan und damit therapieresistent wird. Sachliche Argumentation hilft ebenfalls nicht weiter. Der Vegetarismus geht fast immer mit spezifischem Realitätsverlust einher. So entwickeln die Vegetarier oft ein fein gesponnenes Netz an Wahnvorstellungen, um die Ausweglosigkeit ihrer Situation zu rechtfertigen. Nicht wenige geben vor, der Verzehr von Fleisch würde nach langjähriger Abstinenz schwerste, ja sogar lebensbedrohliche Verdauungsstörungen hervorrufen. Auch treten häufig Ängste vor BSE und Schweinepest auf.

    Nur durch behutsame Reizkonfrontation und langfristiges Habituitionstraining kann einem therapiewilligen Vegetarier geholfen werden.

  • Wasser und Schmalz – Gott erhalt’s

    Jeder kennt ihn. Jeder ahnt, es kann nichts wirklich gutes daran sein. Trotzdem ist er beliebt wie eh und je. In der Semmel, an Kartoffelsalat, mit süßem Senf, mit scharfem, abgebräunt mit Spiegelei, warm oder kalt. Aber kaum einer weiß, was wirklich drin ist im Leberkäs.

    Käse ist darin wohl nicht enthalten. Leber vielleicht, meinen die einen. Vorwiegend aus Schlachtabfällen bestünde er, argwöhnen die anderen. Ob mancher Metzger dem Leberkäse das rechte Aroma durch Beigabe der Fußnägel seiner Schwiegermutter verleiht, oder auch nur unverkäufliche Wurstzipfel auf diese Weise verwertet, bleibt Spekulation. Die gängigen Rezepte sehen jedenfalls eher weniger gewagte Kompositionen vor.

    Spiegelei auf Leberkäse an Bratkartoffeln

    Gut durchwachsenes Schweinefleisch, wie etwa Halsgrat, und ebensoviel weißer Schweinespeck bilden die Grundlage der bayerischen Spezialität. Beide Zutaten werden in Würfel geschnitten und dann für etwa vier Stunden tiefgekühlt. Anschließend wird beides nacheinander durch den Fleischwolf gedreht. Dann wird püriert. Zunächst Fleisch, Pökelsalz und Eis, dann der Speck und noch mehr Eis. Offensichtlich kann diese bayerische Spezialität erst seit Erfindung der Tiefkühltruhe existieren, oder bestenfalls davor nur als reine Winterspeise geschätzt worden sein. Während des Püriervorganges wird die Masse mit Schweineleber ergänzt und mit weißem Pfeffer, Piment, Muskatnuß, Knoblauch, Majoran, Kümmel und Zitronenschale gewürzt. Der entstandene Brei wird schließlich in eine – ganz nach Metzgerart mit Schweineschmalz – gefettete Form gefüllt und je nach Größe 60 bis 120 Minuten bei 140 bis 150 Grad Celsius im Ofen gegart, wobei der Laib etwa um ein Drittel aufgeht.

    Weil der Schweinehals ja selbst schon etwa zu einem Viertel aus Fett besteht, ist dieses mit 40 bis 45 Prozent der Hauptbestandteil des Leberkäses. Das dürfte dann auch schon die einzige Ähnlichkeit mit Käse sein. Nachdem Leber nur mit maximal 10 Prozent vertreten ist, wäre selbst die Bezeichnung „Wasserkäse“ im Grunde zutreffender, wenn auch vermutlich nicht unbedingt verkaufsfördernd.

    Die deutsche Sprache ist eben in dieser Hinsicht nicht besonders exakt. Trüffelleberpastete wird ja schließlich auch nicht aus der Leber von Trüffeln hergestellt. Olivenöl ist nicht das Zeug mit dem man Oliven einreibt und Babyöl besteht keineswegs aus kaltgepreßten Säuglingen. In anderen Sprachen sieht es aber um den Leberkäs auch nicht wesentlich besser aus. So ist der englische Begriff „Meatloaf“ zwar etwas näher an der Wahrheit, aber doch angesichts des tatsächlichen Fleischgehaltes auch nicht viel mehr als ein Euphemismus. Noch dazu bezeichnet dieses Wort ebenfalls und sogar vorrangig Hackbraten.

    Die Metzgerzunft ist stets darum bemüht, allerlei, zum Teil eher absurde Abwandlungen dieses Produktes anzubieten, um den Verkauf zu fördern. So wird man an der Wursttheke, sogar mit „Pizza-Leberkäse“ konfrontiert, der sich dadurch auszeichnet, daß in den Teig auch Tomaten-, Paprika- und Käsestückchen eingearbeitet sind.

    Während die Einen diese Variationen als kulinarische Finessen begreifen, sehen andere den Leberkäse – ähnlich wie die Weißwurst — vor allem als idealen Senfträger. Allerdings ist der Spielraum beim Leberkäse in dieser Hinsicht größer. Während bei der Weißwurst zumindest in der bayerischen Region ein gewisser Konsens darüber besteht, daß diese ausschließlich mit süßem Senf verzehrt werden soll, wird beim Leberkäse zuweilen auch mittelscharfer Senf geduldet.

    Meine Wein-Empfehlung dazu: Augustiner Vollbier Hell. Schön jung und vor allem reichlich getrunken ergänzt sein feinwürziger Abgang das Pökelsalz-Aroma des rosa Laibes vortrefflich. Das leichte Perlen kontrastiert angenehm mit dem fettig-pelzigen Gefühl im Mund.