{"id":155,"date":"2005-11-21T22:13:35","date_gmt":"2005-11-21T21:13:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fellowpassenger.de\/archives\/155"},"modified":"2005-11-21T22:13:35","modified_gmt":"2005-11-21T21:13:35","slug":"links-und-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fellowpassenger.de\/?p=155","title":{"rendered":"Zu Risiken und Nebenwirkungen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. T\u00e4glich wird uns dieser Befehl eingeh\u00e4mmert, so oft, da\u00df wir ihn schon gar nicht mehr bewu\u00dft wahrnehmen. Die beabsichtigte Wirkung dieses Mantras ist nicht erkennbar. Deutlich sichtbar sind dagegen Nebenwirkungen wie Langweile, Desinteresse und Resignation. <\/p>\n<p>Wie w\u00fcrde man wohl mit einem Gespr\u00e4chspartner umgehen, der seine Ausf\u00fchrungen alle paar Minuten um die Aussage erg\u00e4nzt, &#8222;bevor Sie eine Socke oder einen Strumpf anziehen, pr\u00fcfen Sie die L\u00e4nge Ihrer Fu\u00dfn\u00e4gel&#8220;? Abh\u00e4ngig von den verf\u00fcgbaren Werkzeugen und Ihren anatomischen Kenntnissen w\u00fcrden Sie ihn entweder knebeln, bastonieren, ihm die Stimmb\u00e4nder entfernen, oder eventuell sogar Gewalt anwenden, um der stumpfsinnigen Berieselung schnellstm\u00f6glich zu entgehen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem epidemisch um sich greifenden Hinweis auf ein Urteil des Landgerichts Hamburg, das zu der Auffassung kam, wer unter Jubelgeschrei auf eine fremde Internetseite verweist, sich auch selbst deren Aussage zueigen macht und  daf\u00fcr geradestehen mu\u00df, wenn von vorneherein klar war, da\u00df dort was verbotenes zu sehen ist. Dabei darf man, das sagt das Urteil auch, durchaus auf Seiten verweisen, die offensichtlich ungesetzlich sind, wenn man dazu sagt, da\u00df man den verlinkten Inhalt nicht gut findet.<\/p>\n<p>Leider sind die meisten Macher privater Internetseiten in Deutschland durch haarst\u00e4ubende Einfalt gezeichnet und von vorauseilendem Gehorsam erf\u00fcllt. So bel\u00e4stigen sie ihre Leser wieder und wieder mit dem immer selben pseudojuristischen Textbaustein, den sie voller Stolz als &#8222;<a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?hl=de&#038;q=obligatorischer+disclaimer&#038;btnG=Google-Suche&#038;meta=\">obligatorischen Disclaimer<\/a>&#8220; zu betiteln Pflegen.<\/p>\n<p>Selbst durch den einfachen Terminus &#8222;ausdr\u00fccklich distanzieren&#8220; sind sie heillos \u00fcberfordert. Dabei ist das nun wirklich einfach. Dennoch will ich hier ein frei erfundenes Beispiel anf\u00fchren:<\/p>\n<p>&#8222;Der <em>unertr\u00e4gliche Angeber<\/em> <a href=\"http:\/\/rebellmarkt.blogger.de\">Don Alphonso<\/a>, wurde k\u00fcrzlich bezichtigt, ein kleiner, dicker Troll zu sein.&#8220;<\/p>\n<p>Das ist eine deutliche Distanzierung, weil &#8222;unertr\u00e4glicher Angeber&#8220; ja kaum als Empfehlung verstanden werden kann. Schreibe ich hingegen<\/p>\n<p>&#8222;Der <em>gro\u00dfartige Dichter und Sch\u00f6ngeist<\/em> <a href=\"http:\/\/www.poodlepop.net\">Herr Poodle<\/a> fiel einem freiwilligen Art Director zur Last&#8220;<\/p>\n<p>hilft es auch nicht, wenn ich weiter unten schreibe, da\u00df ich mich &#8222;ausdr\u00fccklich von den Inhalten aller Seiten distanziere auf die ich verweise&#8220;. Allenfalls w\u00fcrde Herr Poodle sich wundern, was ich gegen seine Internetseite habe.<\/p>\n<p>Trotzdem gibt es selbst sieben Jahre nach diesem Gerichtsurteil sogar eine <a href=\"http:\/\/www.disclaimer.de\">Disclaimer-Seite<\/a>, deren <a href=\"http:\/\/www.disclaimer.de\/disclaimer.htm?farbe=E5E5FF\/000088\/1111FF\/1111FF\">Textbaustein<\/a> sogar besagt, da\u00df der Betreiber einer Internetseite, die auf ihn verweist, sich von diesem distanziert.<\/p>\n<p>Warum diese nervt\u00f6tenden Disclaimer v\u00f6llig unsinnig sind, k\u00f6nnen Sie \u00fcbrigens auch bei <a href=\"http:\/\/jendryschik.de\/misc\/disclaimer\">Michael Jendryschik<\/a> nachlesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. T\u00e4glich wird uns dieser Befehl eingeh\u00e4mmert, so oft, da\u00df wir ihn schon gar nicht mehr bewu\u00dft wahrnehmen. Die beabsichtigte Wirkung dieses Mantras ist nicht erkennbar. 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