{"id":166,"date":"2005-11-17T22:27:49","date_gmt":"2005-11-17T21:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fellowpassenger.de\/archives\/166"},"modified":"2005-11-17T22:27:49","modified_gmt":"2005-11-17T21:27:49","slug":"blogrecycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fellowpassenger.de\/?p=166","title":{"rendered":"Blogrecycling"},"content":{"rendered":"<p>Angeregt durch den illusteren Herrn <a href=\"http:\/\/absurdistan.blogspot.com\/2005\/11\/umgeschnitzt-flog-er-zurck-der-stock.html\">Ole aus Absurdistan,<\/a> zitiere ich hier nun den 5. Satz aus der 23. Ausgabe des Fachmagazins f\u00fcr Halbwissen &#8222;The Fellow Passenger&#8220;, dessen 166. Ausgabe sie soeben lesen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fellowpassenger.de\/archives\/23\">Etwas, woran er sich beim Schreiben festhalten kann.<\/a><\/p>\n<p>Ein Satz, der alleine gar nicht leben kann. Vielleicht h\u00e4tte ich an das Ende des Satzes davor, lieber ein Komma setzen sollen. Aber so gefiel es mir besser. Und da\u00df ich diesen Satz einst zitieren w\u00fcrde, konnte ich damals freilich nicht ahnen.<\/p>\n<p>Gut da\u00df ich nicht so etwas an Hemmingway angelehntes schrieb, wie etwa, &#8222;Er setzte sich hin. Um zu Sterben. Im Regen. Allein.&#8220;<\/p>\n<p>Andererseits k\u00f6nnte ich aufgrund dieser St\u00f6ckchenaktion nat\u00fcrlich versuchen, meine Artikel k\u00fcnftig in einem einzigen Satz abzuhandeln, wie ja auch Kleist, der f\u00fcr seine undendlich tiefen Verschachtelungen von S\u00e4tzen einigen Ruhm erlangte, schon mehrere Buchseiten ohne einen Punkt zu setzen zu f\u00fcllen vermochte, auch wenn das der Lesbarkeit seiner, oder auch meiner Ausf\u00fchrungen nicht gerade zutr\u00e4glich ist, was nicht bedeuten soll, da\u00df ich mich mit Kleist zu messen beabsichtige, was aber auch auf der anderen Seite  einigerma\u00dfen m\u00fchevoll zu schreiben ist, weil man sehr leicht den \u00dcberblick verliert wor\u00fcber man schon berichtet hat und welcher Satzteil noch seiner ausgefeilten Vervollst\u00e4ndigung harrt, obwohl er bereits recht komplett klingt, aber eben nicht ist, weil sozusagen das Ende fehlt, was dem gepeinigten Leser schlie\u00dflich erst die Bedeutung des Geschriebenen offenbart, die er zuvor ja nur vermuten, aber nicht wissen kann, was man ihm selbstverst\u00e4ndlich nicht ver\u00fcbeln mag, weil sich in der deutschen Sprache der Sinn eines Satzes h\u00e4ufig erst mit dem letzten Wort erschlie\u00dft oder, anders gesagt, durch das Fehlen des letzten Wortes  die Aussage eines Satzes vollst\u00e4ndig verloren geht, warum die &#8222;Bild&#8220; sogar damit rechnet, da\u00df der Leser den Anfang eines Satzes bis zu dessen Ende bereits wieder vergessen hat und daher keine S\u00e4tze schreibt, die l\u00e4nger als zw\u00f6lf W\u00f6rter sind, was allerdings weit weniger ist, als ich f\u00fcr durchaus zumutbar erachte und deshalb gerne \u00fcberschreite, wenn ich Texte verfasse, von denen ich hoffe, da\u00df sie mit einigem Genu\u00df gelesen werden, wobei ich aber das Rezeptionsverm\u00f6gen des Lesers nicht \u00fcber Geb\u00fchr in Anspruch nehmen m\u00f6chte und daher in Zukunft darauf verzichten werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angeregt durch den illusteren Herrn Ole aus Absurdistan, zitiere ich hier nun den 5. 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