{"id":255,"date":"2006-04-01T20:56:42","date_gmt":"2006-04-01T19:56:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fellowpassenger.de\/archives\/255"},"modified":"2006-04-01T20:56:42","modified_gmt":"2006-04-01T19:56:42","slug":"internet-das-unbekannte-wesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fellowpassenger.de\/?p=255","title":{"rendered":"Internet das unbekannte Wesen"},"content":{"rendered":"<p>Es ist erfreulich, da\u00df viele Unternehmen inzwischen gelernt haben, ihren Firmennamen in eine Suchmaschine zu buchstabieren und mal zu schauen, was in diesem Internetz da so \u00fcber sie geschrieben wird. Dabei kann man oft einiges erfahren, was man \u00fcber ebenso teure wie sinnlose Kundenbefragungen nie herausfinden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mit Kundenumfragen kann ein Unternehmen immer nur herausfinden, was es auch fragt. Von Kunden die nur auf vorher festgelegte Fragen mit Zahlen aus einer Skala von 1 bis n antworten d\u00fcrfen, kann man nicht viel erfahren.<\/p>\n<p>So kann man bei der Telekom AG durchaus als zufriedener Kunde gelten, selbst wenn man dem sechsten von ihr gelieferten Faxger\u00e4t noch immer zusehen mu\u00df, wie jede Vorlage vom fehlkonstruierten Papiereinzug gen\u00fcsslich in Fetzen gerissen wird. Die Service-Mitarbeiter am Telefon waren schlie\u00dflich immer freundlich und hilfsbereit, zudem wurde das Ger\u00e4t stets z\u00fcgig und unb\u00fcrokratisch vor Ort ausgetauscht. Leider fragten die Kundenzufriedenheitsbefrager nicht, ob man eigentlich inzwischen Faxe verschicken kann.<\/p>\n<p>In \u00f6ffentlichen Foren und Weblogs kann man leicht feststellen, wo etwas hakt. Manche Unternehmen haben das l\u00e4ngst erkannt und betreiben deswegen eigene Diskussionsforen im Internet, wo sie direkte R\u00fcckmeldungen der Kunden zu bekommen. Sie entlasten sich damit sogar selbst, weil sich die Kunden bei vielen Fragen oft untereinander selbst Tips geben.<\/p>\n<p>Andere Unternehmen sind \u00fcber das Stadium, Kritik im Internetz zu finden, noch immer nicht hinausgekommen. Die Idee einer pers\u00f6nlichen Meinung, die jedem einfach so zug\u00e4nglich ist, erscheint vielen Organisationen noch immer sehr fremd und mitunter sogar bedrohlich. Zudem halten viele das Internet offenbar f\u00fcr eine Art Lexikon oder Zeitung.<\/p>\n<p>Dementsprechend versuchen erschreckend viele Unternehmen, die vermeintlich offizielle Darstellung auf juristischem Weg gerade zu r\u00fccken. Dabei offenbaren sie Ihre Ahnungslosigkeit durch unfreiwillige Komik. So schieb etwa ein von der Druckerei <a href=\"http:\/\/s15200195.rootmaster.info\/flyerpilot\/index.php?action=tpl&#038;color=black&#038;title=impressum&#038;tpl=content\/impressum\/impressum.html&#038;sid=1941ed6460d648bf7434856c177ddad3\">Printgroup<\/a> beauftragter Jurist dem Betreiber der Seite <a href=\"http:\/\/blog.hessendscher.de\/article\/657\/abmahnung-weiter-gehts\">Hessis Weblog<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Die Anmeldung und Bewerbung Ihrer privaten Homepage unter dem Suchbegriff &#8222;flyerpilot&#8220; bei Suchmaschinen ist rechtswidrig. Wir fordern die Beseitigung der Eintr\u00e4ge unter dem Suchbegriff &#8222;flyerpilot&#8220; &#8230; Gleichzeitig informieren wir Sie dar\u00fcber, dass wir uns auch an Google Deutschland wenden, um die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Ranking ihrer privaten Seite auf Platz 2 der Trefferliste zu erfahren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Warum eigentlich nicht auch bei Google China? <a href=\"http:\/\/www.google.com\/search?hl=zh-CN&#038;q=flyerpilot&#038;btnG=Google+%E6%90%9C%E7%B4%A2&#038;lr=\">Da ist es n\u00e4mlich genauso<\/a>. Allerdings w\u00e4ren dort die Chancen auf die gew\u00fcnschte Zensur vermutlich h\u00f6her.<\/p>\n<p>Blogger sind oft davon betroffen, weil Weblogs durch die Mechanismen von Suchmaschinen wegen der zahlreichen Verweise untereinander als besonders relevant gewertet werden. Das ist kein technischer Fehler, sondern ein Prinzip, das erstaunlich gut daf\u00fcr sorgt, da\u00df man unter bestimmten Suchbegriffen etwas finden kann, da\u00df tats\u00e4chlich mit dem gew\u00fcnschten Thema zu tun hat. Allerdings eben nicht in einem Lexikon, sondern in einem gewaltigen Haufen von Informationen.<\/p>\n<p>Es ist leicht Details \u00fcber die Landung von Apollo 11 auf dem Mond zu finden. Ebenso leicht finden sich Geschichten, die bestreiten, es h\u00e4tte je ein Mensch den Mond betreten. Wer sich die Informationen des weltweiten Netzes nutzbar machen will, mu\u00df nicht nur in Goyahoogle suchen, sondern auch lernen die Glaubw\u00fcrdigkeit und Bedeutung der Quellen einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Auf die Idee, einfach bei dem \u00f6ffentlichen Meinungsaustausch mitzumachen, kommt in der Wirtschaft leider kaum jemand. Und wenn, dann nur <a href=\"http:\/\/www.agenturblog.de\/archives\/2004\/12\/pr_gau_bei_jamb.php\">verdeckt, wie einst Klingeltonlieferant Jamba<\/a>. Firmen die eigene Diskussionsforen zu Ihren Produkten betreiben, lassen dort durchaus auch unangemessen harsch formulierte Kritik stehen. Sie reagieren nicht mit Abmahnungen, sondern mit sachlichen Antworten ganz ohne Schaden am eigenen Image. Das sollten sich Transparency International Deutschland, Euroweb, Jamba, Flyerpilot (Printgroup), etc. ruhig mal genauer ansehen. Wie es nicht funktioniert, dieses Internetz, wissen sie ja jetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist erfreulich, da\u00df viele Unternehmen inzwischen gelernt haben, ihren Firmennamen in eine Suchmaschine zu buchstabieren und mal zu schauen, was in diesem Internetz da so \u00fcber sie geschrieben wird. Dabei kann man oft einiges erfahren, was man \u00fcber ebenso teure wie sinnlose Kundenbefragungen nie herausfinden k\u00f6nnte. 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