{"id":410,"date":"2007-02-27T22:20:35","date_gmt":"2007-02-27T21:20:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fellowpassenger.de\/archives\/410"},"modified":"2007-02-27T22:20:35","modified_gmt":"2007-02-27T21:20:35","slug":"australische-killerbirne-erreicht-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fellowpassenger.de\/?p=410","title":{"rendered":"Australische Killerbirne erreicht Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man sich mal einen Tag lang an den F\u00fc\u00dfen aufh\u00e4ngt und kopf\u00fcber h\u00e4ngend \u00fcber die Welt nachdenkt, mag einem schon der ein oder andere etwas sonderbare Gedanke in den hochroten Sch\u00e4del dringen. So mu\u00df es wohl auch mit den Australiern sein, die ja praktisch ihr ganzes Leben in diesem Zustand verharren. So nimmt es denn nicht wunder, wenn in Australien beschlossen wird, k\u00fcnftig die Gl\u00fchbirne zu verbieten. Das mag eine eindrucksvolle Demonstration der uneingeschr\u00e4nkten Macht eines totalit\u00e4ren Herrschers sein. Als solcher ist man immer mal wieder versucht, klarzustellen, da\u00df es nur deswegen von oben nach unten regnet, weil man es so angeordnet hat.<\/p>\n<p>Australien aber, ist ja eine Demokratie. Und in einer Demokratie geschieht nichts ohne Grund. Besser gesagt, es geschieht nichts ohne Begr\u00fcndung. So soll denn der Australier das fahl-k\u00fchle Flackerlicht einer Leuchtstoffr\u00f6hre ertragen, weil es der Umwelt zugute k\u00e4me. Es liegt nahe, ja leuchtet sogar unmittelbar ein, da\u00df die 20 Millionen Australier jene 209 Megawattstunden Strom die sie im Jahr produzieren vor allem durch Gl\u00fchbirnen verheizen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Australien aus dem Weltraum bei nacht\" title=\"Australien aus dem Weltraum bei nacht\" src=\"http:\/\/pix.visualartlab.de\/australien.png\" \/><br \/>\n<small>Foto: NASA\u2019s Earth Observatory<\/small><\/p>\n<p>Den B\u00fcrgen die Schuld f\u00fcr die kommende Klimakatastrophe in die Schuhe zu schieben ist \u00e4u\u00dferst elegant. So ist das leidige Thema vom Tisch und die Politik kann sich endlich wieder um wichtigere Dinge k\u00fcmmern. Gibt es in Australien eigentlich schon ein hochkomplexes Pfandsystem f\u00fcr Lebensmittelverpackungen?<\/p>\n<p>Es ist ja keine Idee zu bl\u00f6de, als da\u00df nicht gleich in Deutschland einer daherk\u00e4me um sie nachzumachen.  Nat\u00fcrlich bildet Dosenpfandextremist J\u00fcrgen Trittin die Speerspitze und wei\u00df das Volk auf seiner Seite, das sich gerne schuldig f\u00fchlt und au\u00dfer Selbstgei\u00dfelung nichts mehr genie\u00dft als sich bevormunden zu lassen. Laut einer Umfrage des &#8222;Spiegel&#8220; halten 78 Prozent der Deutschen es f\u00fcr eine gute Idee, Gl\u00fchbirnen zu verbieten. Die Scheinwerfer ihrer immer schwereren Autos sollen aber bitte trotzdem auch bei Tag eingeschaltet werden. Begeistert w\u00e4re das Volk wahrscheinlich, w\u00fcrde man die Lichtschalter der Republik in eine staatliche Schaltzentrale verlegen, in der man uns dann nach belieben die Lichter ausdreht. Wenn die Videokamera einen erwischt, wie man einen Apfelbutzen auf die Stra\u00dfe wirft, wird \u2013 zack \u2013 abends kurzerhand das Licht eine Stunde fr\u00fcher ausgeschaltet, um den Umwelts\u00fcnder zur R\u00e4son zu bringen.<\/p>\n<p>Vielleicht sollte man Aluminiumfolie gleich mit verbieten. Eine handels\u00fcbliche Rolle erfordert zur Gewinnung des Leichtmetalls immerhin viereinhalb Kilowattstunden elektrischer Energie. Das ist so viel wie eine 60-Watt-Gl\u00fchbirne in 70 Stunden verbraucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich mal einen Tag lang an den F\u00fc\u00dfen aufh\u00e4ngt und kopf\u00fcber h\u00e4ngend \u00fcber die Welt nachdenkt, mag einem schon der ein oder andere etwas sonderbare Gedanke in den hochroten Sch\u00e4del dringen. So mu\u00df es wohl auch mit den Australiern sein, die ja praktisch ihr ganzes Leben in diesem Zustand verharren. 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