{"id":456,"date":"2007-12-31T11:44:53","date_gmt":"2007-12-31T10:44:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fellowpassenger.de\/archives\/456"},"modified":"2007-12-31T11:44:53","modified_gmt":"2007-12-31T10:44:53","slug":"port-elisabeth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fellowpassenger.de\/?p=456","title":{"rendered":"Port Elisabeth"},"content":{"rendered":"<p>Sollten Sie je nach Port Elisabeth kommen und, vor allem, einen Sinn f\u00fcr Skurilit\u00e4ten haben, verbringen Sie eine Nacht im <em>Backpackers Base Camp<\/em>. Entgegen der fortw\u00e4hrenden Beteuerungen der Betreiberin befindet sich Port Elisabeth Central nicht wirklich in einer sonderlich gepflegten Gegend. Genaugenommen ist es unweit des dortigen Elendsviertels.<\/p>\n<p>Elend ist es auch, in S\u00fcdafrika mit einem Automobil zu reisen, weil die <em>Wilden<\/em> auf der falschen Stra\u00dfenseite zu fahren belieben. Damit nicht genug: Die Fahrzeuge werden auch verkehrt herum zusammengebaut. Das Lenkrad befindet sich auf der rechten Seite und der Schaltkn\u00fcppel links davon. Sie k\u00f6nnen sich keine Vorstellung davon machen, wie oft Sie bei dem Versuch den Gang zu wechseln, versehentlich mit der rechten Hand aus dem Fenster greifen. Die Wilden sind keineswegs einsichtig, was die Wahl der Stra\u00dfenseite betrifft, wie anhand des folgenden Dialogs offensichtlich wird:<\/p>\n<p>&#8222;You drive on the wrong side of the road.&#8220;<br \/>\n&#8222;No, you do. Here we go on the left side.&#8220;<br \/>\n&#8222;That&#8217;s what I&#8217;m saying. You don&#8217;t go on the right side.&#8220;<br \/>\n&#8222;Right, it&#8217;s left.&#8220;<br \/>\n&#8222;Right is not left.&#8220;<br \/>\n&#8222;That&#8217;s right. But the left side is the right side.&#8220;<\/p>\n<p>Sie bemerken bereits die Ausweglosigkeit, die in S\u00fcdafrika fuer so viele Unterfangen bezeichnend ist.<\/p>\n<p>Nicht ohne Ausweg ist besagter Aufenthalt in Backpackers Base Camp. Treffen Sie die in Ihren fr\u00fchen 70ern befindliche Betreiberin in Ihrem Schlafgemach, das als Rezeption dient. Der graumelierte Herr an ihrer Seite ist der Gemahl, den Sie nicht weiter beachten.<\/p>\n<p>Erleben Sie, wie die Matriarchin ihre Bediensteten herumkommandiert, beispielsweise wenn sie einen Fleck auf einem Bettuch entdeckt. &#8222;Charlotte, come quickly&#8220;, kreischt sie frenetisch mit sich \u00fcberschlagender Stimme.<\/p>\n<p>Zweifellos ein gro\u00dfes Erlebnis ist es, wenn der ebenfalls dort hausende rund 30-j\u00e4hrige Sohn, seine Mutter um Geld bittet und sie dann mitbekommt, da\u00df er im Begriff ist, daf\u00fcr etwas Kokain zu kaufen. Dann erhebt sie Ihre Stimme um den Anbieter auszutreiben. &#8222;Don&#8217;t you sell this to my son! I curse you! I curse you!&#8220;<\/p>\n<p>Dazu wedelt sie mit einem mit Aluminiumbronze angestrichenen Rosenkranz aus Kunststoff, den sie sonst in einem kleinen Metalld\u00f6schen aufbewahrt. Manchen G\u00e4sten vertraut sie zuweilen an, da\u00df es sich dabei um eine Reliquie handelt, die einem ihrer Vorfahren pers\u00f6nlich \u00fcberreicht wurde \u2014  und zwar vom Papst. Von welchem ist allerdings unklar.<\/p>\n<p>Wenn Ihnen diese Gastlichkeit zu viel wird, mieten Sie sich am Besten ein Auto, zum Beispiel bei <a href=\"http:\/\/aroundaboutcars.com\/\">Aroundaboutcars<\/a>  und ergreifen die Flucht. Man wird Ihnen den Wagen direkt vor der Haust\u00fcre \u00fcbergeben und Sie k\u00f6nnen je nach Wetter- und Verkehrslage in f\u00fcnf Stunden in Cintsa sein. Dabei handelt es ich um eine kleines Dorf 20 Kilometer n\u00f6rdlich von East London, landschaftlich sehr ansprechend in einer malerischen Bucht am indischen Ozean gelegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sollten Sie je nach Port Elisabeth kommen und, vor allem, einen Sinn f\u00fcr Skurilit\u00e4ten haben, verbringen Sie eine Nacht im Backpackers Base Camp. 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