{"id":99,"date":"2005-06-09T03:39:13","date_gmt":"2005-06-09T01:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fellowpassenger.de\/archives\/99"},"modified":"2005-06-09T03:39:13","modified_gmt":"2005-06-09T01:39:13","slug":"die-verwandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fellowpassenger.de\/?p=99","title":{"rendered":"Die Verwandlung"},"content":{"rendered":"<p>Am Morgen des 1. Januar 2007 wachte C. auf. Wie immer wollte er seinen Speicher testen und den Inhalt seiner Festplatte lesen, wie man es von Ihm erwartete. Doch irgendwas stimmte nicht. Er wollte feststellen was an seinem R\u00fccken war, das seine gewohnte Bewegungsfreiheit einschr\u00e4nkte. Mit Verwunderung bemerkte er ein Antennenkabel wie einen Katheter aus seinem K\u00f6rper ragen. <\/p>\n<p>Ihm gingen ungewohnte Gedanken durch den Kopf. Er h\u00f6rte eine Vielzahl sich \u00fcberlagernder Stimmen. Um sich Klarheit \u00fcber seine Situation zu verschaffen, versuchte er aus dem vielstimmigen Wortbrei einen Satz zu isolieren. &#8222;Der Aufsichtsbeamte hat sich vor dieser Sendung vom ordnungsgem\u00e4\u00dfen Zustand des Ziehungsger\u00e4tes und der neunundvierzig Kugeln \u00fcberzeugt&#8220;, h\u00f6rte er heraus. Aber es half ihm nicht weiter. Was hatte das nur zu bedeuten?<\/p>\n<p>Auch der Rest seines K\u00f6rpers war nicht mehr so, wie noch am Tag zuvor. Er \u00fcberlegte, ob er vielleicht tr\u00e4umte. Aber nein, Tr\u00e4ume sind anders. Da f\u00fchlt man seinen K\u00f6rper nicht, dachte er. Auch sein Gesicht hatte sich ver\u00e4ndert. Jedoch gelang es ihm nicht, es zu ber\u00fchren. Schlie\u00dflich konnte er sich so weit drehen, da\u00df er sich im Spiegel seines Schrankes sehen konnte. Der ruhigen Ausdruck seines Gesichts mit einigen Fenstern und kleinen Buchstaben, ist einem hecktischen Geflimmer gewichen. Da versuchte ein unsympathischer alter Mann im wei\u00dfen Kittel eine Tomate mit seiner Zahnb\u00fcrste zu zerquetschen. Vor Schreck wandte sich C. davon ab.<\/p>\n<p>Aber es h\u00f6rte nicht auf. &#8222;Durchschnupfsicher&#8220;, gellte es in seinen Ohren. Erst jetzt bemerkte er, da\u00df die Ger\u00e4usche nicht von aussen in seine Ohren drangen, sondern aus ihnen herausquollen. Die ihm neue Form seiner Ohren st\u00f6rte ihn nicht.   Er hat nie besonderen Wert auf seine \u00e4u\u00dfere Erscheinung gelegt. Er trat immer gepflegt auf, aber \u00fcber die Beschaffenheit seines K\u00f6rpers hat er nie nachgedacht. Er war au\u00dferdem nicht gewohnt, zu sprechen, wenn er nicht gefragt war. <\/p>\n<p>Er \u00fcberlegte, ob er nicht fragen k\u00f6nne, was mit ihm geschehen sei. Aber wie konnte er ein solch schwieriges Gespr\u00e4ch beginnen, wenn es &#8222;&#8230;markt, ich bin ja nicht bl\u00f6d&#8220; aus seinem Kopf herausbr\u00fcllt? Nein, da\u00df war nicht m\u00f6glich. Die Unm\u00f6glichkeit wurde ihm um so klarer, als er feststellte, da\u00df die Tastatur, mit der er gestern noch verbunden war fehlte.  Dort wo sie war, befand sich nun ein Infrarotempf\u00e4nger.<\/p>\n<p>C. war noch immer benommen, als er schlie\u00dflich erkannte, da\u00df er nun ein Fernseher war.<\/p>\n<p>Wenn Sie sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, wie auch Ihr Computer sich am 1. Januar 2007  in einen TV-Ger\u00e4t verwandeln soll, ver\u00e4t Ihnen der Fellow Passenger den Trick: Das geht per <a href=\"http:\/\/www.gez.de\/docs\/staatsvertrag_2005.pdf\">Gesetz<\/a>. Mehr dar\u00fcber schreibt auch <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/20\/20115\/1.html\">Telepolis<\/a> und erkl\u00e4rt Ihnen, warum Ihr Internet-Anschlu\u00df Sie dann pro Jahr 204,36 \u20ac mehr kosten wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen des 1. Januar 2007 wachte C. auf. 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