Sie sieht genauso aus wie frische Milch, aber sie hält sich Monate lang. Man muß sie zudem nicht im Kühlschrank aufbewahren, zumindest, solange die Verpackung noch nicht geöffnet ist. Doch Sie hat einen schwerwiegenden Nachteil: Sie schmeckt entsetzlich nach abgekochter Milch. Genau das ist sie auch, die H-Milch.
Dieses Gebräu entsteht aus Milch, die auf 135° C erhitzt und wieder abgekühlt wird. Dieser Prozess wird schnell durchgeführt, damit nicht alle Vitamine verloren gehen. Diese Sauce aus Molke und darin schwimmendem geronnenem Eiweißbrocken wird dann ordentlich durchgequirlt, damit daraus wieder eine homogene Flüssigkeit entsteht, die nicht besser schmeckt, als es von denaturierten Proteinen zu erwarten ist.
Was aber hat diese Konserve neuerdings in den Kühlregalen der Supermärkte verloren? Immer mehr Milchtüten verschiedenster bekanner Marken, tragen auf einmal zusätzlich den harmlos klingenden Hinweis „besonders lange halbar“. Obwohl als Frischmilch angeboten, ist der Inhalt ganz offensichtlich H-Milch, was am Geschmack eindeutig zu erkennen ist. An Frechheit kaum zu überbieten ist der Aufdruck eines Herstellers, der sich nicht entblödet zu behaupten, seine H-Milch bliebe „besonders lange frisch“.
Darf ich demnächst erwarten, Fleisch und Gemüse nur noch „frisch“ gekocht im Kühregal zu finden?
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