Killer-Muschel zerfleischt Koch

Sie sehen harmlos aus, gelten als schmackhaft und haben gerade Saison. In jenen Monaten, deren deutsche Bezeichnung ein r enthält sollen Muscheln besonders bekömmlich sein.

Die Mehrzahl der Tiere, die man sonst in der Küche zubereitet sind zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Nicht so Muscheln. Tote Exemplare sind giftig und werden verworfen. So eine lebende Miesmuschel erweckt zunächst nicht den Einruck, als wäre sie ein besonders gefährliches Tier.

Während der Vorbereitungen für die Zubereitung in einem Sud aus Wurzelgemüse und Knoblauch auf Rieslingbaisis kam es jedoch bereits zu ersten Zwischenfällen. So gelang einer Muschel spontan die Flucht aus dem Abtropfsieb. Wegen des lauten Aufpralls wurde der Flüchtling jedoch entdeckt und konnte nach kurzer Verfolgungsjagd eingefangen und wieder in die Schüssel verbracht werden.

Allerdings schnappte die abtrünnige Muschel wie wild nach ihren Häschern und fügte dem Koch dabei schwere Verletzungen zu. Die wildgewordene Muschel hatte sich bereits tief in den Daumen des Kochs verbissen, als ein geistesgegenwärtiger Gast die beiden durch einen beherzten Schlag mit einer Bratpfanne zu trennen vermochte.

Daumen mit kleiner Schnittverletzungl

„Es war knapp“, sagt der Koch heute, „aber ich habe dieses kleine Monster 36 mal gekaut, bevor ich es heruntergeschluckt habe. Es hat mich einfach unterschätzt“

6 Antworten auf „Killer-Muschel zerfleischt Koch“

  1. sie sind ein wahrhafter held, herr jolly good. nicht nur, dass sie einen absolut neuen „monster“ entdeckt haben, sondern weil sie sich ihm auch ohne umschweige gleich die weisse handschuh um die ohren gehauen haben.
    doch, lasst uns den langen pfad des schreckens hintuergehen. es gab dürchgedrehter ödipale söhne, welche mit scharfen metalischen gegenständen auf knackigen blondinen (? s/w) in waschräumen lauerten. dann gab es die riesen titten – auch irgendwie ödipal. dagegen sind die schwamigen, schlampigen, schleimigen ed-woodesquesken multopoden, eher penal (engl.) oder alles verstärkt, mutiert, insektoid aber gross und anders. oder risenobst mit vendetta gier.

    nirgends kann man mehr hin:
    telefonzelle – keine gute idee.
    aufs meer fahren, da verliert man nur gliedmassen, wenn man viel glück hat.
    aufs klo: da holt man sich den tod.
    duschen und baden sind fatal.
    wälder und texas: molotov cocktail.
    ost küste amerikas soll man weitgehenst umfliegen, umschiffen.
    busfahren geht nicht. bahnfahren geht nicht. taxi? nö. gaaaaaaaanz schlecht. diners? keines falls: da ballern sie nur so mit den automatischen maschingewähren als wäre armageddon ganz nahe.japan? darauf haben die amerikaner vor gut 60 jahren atommüll abgeworfen und wir wissen alle was daraus entsteht.
    zu hause? läuft alles ruhig bis der post bote noch mal klingelt.

    die küche, herr jolly good, war vor ihrem vorfall, der einzige ort des zufluchtes. nun lauert auch dort gefahr bar jeder beschreibung.
    gut das nächsten freitag, der 14. ist.

  2. Die Küche, Herr Kubelick,

    ist schon immer ein Ort des Abenteuers gewesen. Ein Sündenpfuhl, ein Reich der Anarchie, beherrscht von unbändiger Lust nach fleischlichen Genüssen und reiner Brutalität.

    Scharfe Klingen, sengende Hitze und rohe Gewalt sind es, die ein wohlschmeckendes Gericht entstehen lassen.

    Die Küche ist ein Schlachtfeld. Die Zubereitung einer Speise ist ein Feldzug, der naturgemäß Verluste mit sich bringt. Denken Sie nur an die unzähligen Tränen die man für ein paar Liter Zwiebelsuppe vergießen muß.

    Die Küche ist wahrlich kein Ort der Stille an dem man Zuflucht suchen könnte.

  3. Da ritzt sich einer beim Öffnen einer Konservendose und macht gleich soo’ne Storie draus. Und übertrifft sich in den eigenen Kommentaren sogar noch selbst, runter mit dem Tschako, kann ich da nur sagen. Höchst Pulitzer peisverdächtig!

  4. für wahr, grosskoch fella! doch wage ich ihnen zu wiedersprechen, oder vielmehr, ihre aussage zu präzisieren. sehen sie, in der küche, ist der mensch selbst sein grösster feind. so einen topf brodelndes öles muss man nicht zwanghaft unter fliessendem wasser stellen. somit, behaupte ich, dass an diesem ort, findet man in der tat zuflucht vor dem externen feind. der einzige feind, welcher dort noch lauert, ist der koch selbst. vor ihrem zwischenfall, wird man selten vom zu kochendem angegriffen. dies war, was ich so aussergewöhnlich fand.

  5. Zunächst möchte ich einräumen, mein bester Herr Neo-Bazi,

    daß der Begriff „zerfleischt“ die geschilderten Begebenheiten vielleicht ein wenig überzeichnet wiedergibt. Die Verwundung erfolgte jedoch in der Tat durch eine Miesmuschelschale und nicht, wie sie mutmaßen durch einen Unfall mit einer Konservendose.

    Sie, mein lieber Herr Kubelick,

    haben natürlich recht, daß Übergriffe durch das Kochgut selbst, vergleichsweise selten sind, obschon ich darauf hinweisen möchte, daß beispielsweise auch von Hummern eine starke Verletzungsgefahr ausgeht. Auch die Zubereitung von Aal kann böse ausgehen, insbesondere wenn man zuvor etwa durch eine Muschel verletzt wurde.

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