Unaufgefordert eingesandte Manuskripte

Bisher waren es nicht viele, die glaubten im Kommentarwesen des Fellow Passenger zwielichtige Poker-Portale und halbseidene Errektionshilfemedikamentenversandhäuser anpreisen zu müssen. Zwei bis vier pro Woche vielleicht. So habe ich gestern mehr aus sportlichem Ehrgeiz als einer Notwenigkeit heraus mal ein Programm eingebaut, daß Werbebotschaften in Form von Kommentarabfall abweisen soll. „Spam Karma 2“ heißt es. Bei ThoScho habe ich schon mehrfach darüber gelesen. Seit dem sind statt der statistisch gesehen „normalen“ Anzahl von 0,4 Müllanmerkungen pro Tag gleich 20 Stück davon abgeliefert worden. Ich hoffe das ist Zufall. Aber immerhin hat das Zusatzprogramm die unerwünschte Reklame fachgerecht und vollständig entsorgt.

Ebenfalls gut schlägt sich das von mir gerne verwendete E-Mail-Programm „Mozilla Thunderbird„. Stets bringt es nach nur wenigen Tagen gemeinsamen Übens zielsicher die guten ins Töpfchen und die schlechten ins Kröpfchen. Ab und zu schaue ich nur so aus Neugierde auch mal ins virtuelle Kröpfchen. Manchmal finden sich dort nämlich kleine Perlen, die zwar ihren Werbezweck völlig verfehlen, mich aber zum Schmunzeln bringen. Eine davon schickte „Nina“ unter dem Betreff „Maschine aktiviert – Fickenergie bei 100%“. Das ist natürlich etwas plump, aber der Nimbus von Science Fiction birgt eine gewisse Originalität. Der Text der E-Mail glänzt durch pseudoerotische Phantasien, die eher die Wirkungsweise eines Spam-Bots beschreiben:

Diese Maschinen geben niemals auf, sie denken nicht, sie befriedigen. Im Gleichtakt vögeln unsere, mit Riesenschwänzen bestückten, Lustapparate die willigen Luder durch, die sich, die Beine weit geöffnet, vor ihnen platziert haben. Hier gibt es die Orgasmusgarantie und hier gibt es auch multiple Orgasmen - das bieten nur die Fickmaschinen. Maschinen können immer, geben immer volle Leistung und leisten sich keinen Hänger. Stahlhart gefickt, stundenlang präzise gevögelt und perfekt austariertes Lustempfinden

Rein, raus, rein, raus... und immer weiter rattern die heißen Motoren, aber die Motoren sind garantiert nicht das einzig Heiße hier. Trailer for free bieten dir schon mal einen geilen Vorgeschmack auf die Leistungskraft unsere Fick-o-maten. Schau Dir an wie Sarah und Marie gleichzeitig von einer Maschine genagelt werden und wie die geile Lugina den Regler immer höher einstellt, damitdie Maschine sie immer schneller durchrammt. [Link von d. Red. entfernt]

Von der überaus ungewöhnlichen Interpunktion abgesehen, komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Offenbar soll ich mich dafür begeistern, daß mechanische Vorrichtungen die ratternd heißlaufen, also technisch eher wenig ausgereift sind, mich als Partner für den Geschlechtsverkehr überflüssig machen. Sollte mir das Angebot vielleicht nur irrtümlich unterbreitet worden sein und sich eigentlich an Damen richten? Der Hinweis auf weit geöffnete Beine williger Luder scheint sich aber nicht an weibliches Publikum zu richten. Überhaupt empfinde ich ja ein weit geöffnetes Bein als eher wenig erotisch. Wenn man nicht gerade damit beschäftigt ist einen gebrochenen Femur zu verschrauben lässt man so ein Bein doch eigentlich lieber geschlossen.

Lustig finde ich auch den mir völlig neuen Begriff „durchrammt“. Ich stelle mir das als eine Art Havarie im neuen Zeitalter der maschinellen Kopulation vor.

Ein bißchen schade ist ja, daß Sarah und Marie sich einen dieser Apparate teilen müssen und beide selbst keinen Einfluß auf den Ablauf nehmen dürfen. Vielleicht sollten sie der „geilen Lugiana“ auch lieber gar nicht trauen. Immerhin scheint Ihr Lustgewinn allein darin zu bestehen, die beiden anderen Damen möglichst schnell „durchrammen“ zu lassen.

Das ist fast eine gelungene Symbiose zwischen technischer und sexueller Revolution.

5 Antworten auf „Unaufgefordert eingesandte Manuskripte“

  1. Hierzu werde ich keinerlei Kommentar absondern. Das Thema des Beitrags ist eindeutig unterhalb der Gürtellinie angesiedelt. Pfui!

    Das tolerierbar Äußerste zum Thema Cybersex wäre eine einer Melkmaschine ähnelnde Vorrichtung mit Stereo-Kopfhörern und 3D-Bildschirm.

    Das Wort „durchrammen“ gehört eher in den Tiefbau und beschreibt die Tätigkeit eines sogenannten Dampfhammers.

    Die angepriesene Maschine gehört in die Asservatenkammer der Sittenpolizei oder besser noch ins Kriminalmuseum neben das Fahrrad für Schwule, wo bei jedem Tritt in die Pedale ein Knüppel durch ein Loch im Sattel nach oben dringt. Völlig veraltete Technik!

    Aber wie gesagt, zu diesem Thema werden sie mir keinen Kommentar entlocken …

  2. Das erwähnen Sie doch jetzt nur, Herr Fellow Passenger, weil Sie auf Traffic hoffen von Leuten, die bei google, yahoo etc. nach Fickmaschinen, Orgasmusgarantie, Riesenschwänzen usw. suchen. Und Die geile Lugina ist bestimmt eine im Labor des Dr. Honigtau Bunsenbrenners im Muppetlabor (wo die Zukunft schon heute gemacht wird) in vitro gezeugte Retortenfrau aus einem Luder und einer Vagina.

  3. Leute, die nach vorbezeichneten Begriffen suchen, mein lieber Herr 3zenzi+c,

    werden hier vermutlich nicht ganz genau das finden, was ihnen vorschwebt. Insofern hilft mir der dadurch entstehende Traffic ja nichts. Solche Besucher klicken einmal auf den Link von Such- zu Fickmaschine, stellen, sobald sie dieser Seite ansichtig werden, innerhalb von 300 Millisekunden fest, daß ihnen hier weder nackten Dutteln aus dem Bildschirm entgegenquellen, noch Innenansichten irgendwelcher Körperöffnungen dargeboten werden und sind nach weiteren Sekundenbruchteilen auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

    Diese Synthese aus der Lugina hervorging war mir gar nicht aufgefallen. Aber sich Sie haben völlig recht. Nur so kann es sich abgespielt haben.

  4. Traffic ist Traffic, Herr Fellow Passenger, da kommt es nur auf eine möglichst hohe Zahl an, wie lange jemand bei Ihnen verweilt ist völlig egal. Vielleicht schalten Sie ja demnächst mal Werbung hier für Inkontinenzwindeln oder Seiten mit Dutteln (was immer das auch sein mag), da sind solche Angaben dann wichtig. Bei Zeitschriften fragt ja auch keiner, ob jemand die Zeitschrift nur hastig durchblättern oder wirklich darin liest.

  5. Der Begriff „Dutteln“, Herr 3zenzi+c,

    ist dem Österreichischen entlehnt. Hier ist der Begriff wegen der geographischen Nähe ebenfalls geläufig, was in Ihren Breiten verständlicherweise nicht der Fall ist. Das hatte ich nicht berücksichtigt.

    Dutteln bezeichnen in der Vulgärsprache Österreichs die paarweise ausgebildeten Wölbungen an der Vorderseite des weiblichen Oberkörpers.

    Über Werbung für Inkontinenzwindeln werde ich mal nachdenken. Immerhin bedienen Geriatrieartikel einen der wenigen Wachstumsmärkte der Binnenwirtschaft.

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