Tomatenbrot

Erstmalig ist es der redaktionseigenen Bäckerei gelungen, ein Weißbrot herzustellen, das die gewünschte luftig-lockere Konsistenz aufweist, die schon in früheren Versuchen hätte erziehlt werden sollen. Das Ergebnis ist eine kleine Sensation! Ein Tomatenbrot das sogar völlig ohne Belag verzehrt, ein Genuß ist. Es ist leider etwas arg salzig geworden, weil die getrockneten Tomaten selbst schon enorm salzhaltig sind.

Weißbrot mit getrockneten Tomaten drin

Die Herstellung dauerte etwa zwei Stunden, die sich gelohnt haben. Die Liste der Zutaten:

1 kg Weizenmehl Typ 405
42 g frische Hefe
30 g Salz
30 g Zucker
625 ml Wasser
70 g getrocknete Tomaten (ohne Öl)
1/2 Bund Petersilie

Als Rezeptgrundlage diente dieser Vorschlag von Jamie Oliver.

Für das nächste Exemplar wird nach einer Möglichkeit gesucht, die Tomaten vor der Verarbeitung zu entsalzen, oder doch die in Öl eingelegten zu verwenden.

17 Antworten auf „Tomatenbrot“

  1. bravo! ich wusste, dass jamie einen geilen bäcker aus euch machen würde, werter mister jollygood. bringen sie unbedingt heute ein paar scheibchen von dem brot mit. salzig oder nicht, ein wenig frischkäse mildert das ab.

    meine hochachtung. mein letzter versuch brot zu backen, artete in einer waffe aus, oder einen fruchtbrot, mit welchem man ein haus errichten könnte: ziegelweich!

  2. Da Sie ja bei mir so dezent auf Ihr Brot hinwiesen, muß ich mich wohl auch mal dazu äußern. Gegen den Verzehr von Pilzen und Bakterien habe ich als Vegetarier nichts einzuwenden. Ausserdem bin ich auch „nur“ Ovo-Lakto-Vegetarier (also Eier, Milch, Butter und Joghurt nehme ich noch zu mir, Käse hingegen nicht, der wird ja auch mit Lab aus Kälbermägen dickgelegt). Aber zurück zum Brot. Ich backe schon länger mein Brot selbst, zur Zeit habe ich gerade die Vorteile eines selbstgezüchteten Sauerteigs entdeckt. Aber ein Hefebrot kommt auch immer recht gut. Allerdings finde ich Ihres, Herr Fellow Passenger, etwas blaß obenrum. Liegt es an der Aufnahme? Haben Sie es mit Mehl bestäubt? Ich bevorzuge eher ein knuspriges Brot, das gut gebräunt sein sollte. Ausser bei Bagels. Die sind zwar braun, aber nicht so wirklich knusprig, da man den Teig vor dem Backen rund 1 Minute aufkocht. Das ganze hat dann noch den Vorteil, daß z.B. Sesamsamen und Hagelsalz wesentlich besser am Teig haften.
    Wird das hier eigentlich nach und nach ein Koch- und Backblog? Neulich hatten Sie doch erst diesen Fleischeintopf aus Ungarn.
    Vielleicht sollten Sie einfach das zusätzliche Salz weglassen, wenn die getrockneten Tomaten schon salzig sind. Oder sie Tomaten vorher in Wasser einweichen und das Wasser dann entsorgen?
    Und Sie backen wirklich nach Rezept mit Abwiegen und so? Ich wiege ja nur ab, wenn ich den Teig maschinell kneten lasse und selbst dann muß ich meist noch Mehl nachkippen, damit das einen geschmeidigen Teigklumpen ergibt.

  3. Da bin ich völlig sicher, mein lieber Herr Neo-Bazi.

    Das Brot sieht in Wirklichkeit etwas dunkler aus und es ist mit Mehl bestäubt, verehrter Herr 3zenzi+c.

    Die Kruste ist tatsächlich knusprig.

    Für mich stehen als nächstes andere Mehlsorten auf dem Programm. Sauerteig kommt später dran.

    Ein ausgesprochenes Koch- und Backblog soll das Fachmagazin für Halbwissen nicht werden. Aber „Speisen und Getränke“ war von Anfang an eine ständige Rubrik und wird es auch bleiben.

    Die Tomaten einzuweichen gefällt mir nicht so recht. Mit dem Wasser entsorge ich doch bestimmt auch Aromen. Inzwischen neige ich dazu, wie sie vorschlagen, den Teig weniger zu salzen. Dafür werde ich die Tomaten wesentlich feiner schneiden, damit es keine Salz-Hotspots gibt.

    Ich backe in der Tat nach Rezept mit Abwiegen. Anders als beim Kochen, bin ich da nämlich ein Anfänger.

  4. werter mister bazi,

    ich habe einige schwierigkeiten am türsteher im club vorbeizukommen. er meine ich sei kein mitglied, kein ehrenwerter!

    was ist los? wurde ich rausgemobbed?
    kvk

  5. @ Kubelickus Rex:

    Situation normal all fucked up, Sir. Status als Contributor unverändert. Der spinnt, der Türsteher. Alles locco oder was? Habe gerade E-Mail via Mitglieder-Kontakt versandt, wenn das geht, muß der Rest auch klappen.

    Gute Besserung

    Opaedi

  6. Ach ja, Herr Passenger, bevor ich es vergesse: Machen Sie einen Sud aus Wasser und Weißwein, geben Sie auch ein wenig Salz zu. Wenn das Ganze kocht, werfen Sie die Tomaten rein, lassen sie 20, 30 Sekunden kochen und ziehen den Topf dann vom Herd. Die Tomaten lassen Sie jetzt noch ca. 5 Minuten ziehen. Das zieht (der gesättigten Lösung wegen) keinen spürbaren Geschmacksverlust nach sich, die Tomaten sind perfekt!

  7. Für das von Ihnen angeregte Verfahren, mein geschätzter Herr Poodle,

    möchte ich mich bedanken. Ich bin sicher, es eignet sich hervorragend, um den Tomaten zu vielerlei schmackhaften Anwendungen zu verhelfen. Allein für das Brot fürchte ich, würden sie zu matschig. Das nächste Tomatenbrot werde ich, wie bereits angedeutet, ohne zusätzliches Salz anfertigen und die Trockentomaten dafür in feinste Stückchen schneiden. Ich bin zuversichtlich, daß dieses Verfahren genau das Ergebnis zeitigen wird, welches mir vorschwebt.

    Parallel werde ich ein Roggen-Sauerteig-Projekt starten, nachdem ich gerade erfahren habe, daß Hefe bei diesem Getreide rein gar nichts auszurichten vermag.

  8. Es ist schon erstaunlich wie Jamie Oliver die diversesten Zeitgenossen auf seine Kochkunst vereinen kann.

    Wortgewandte Bloganarchen wie Sie, meine Herren, meinen werter Herr Papa, meine unwerte Exfreundin, die Friseurin vom Gendarmenmarkt, den Lateinlehrer vom Burkhartgymnasium und sogar die engelslockige Darstellerin aus der Philadelphiawerbung.

    Alle lassen sie sich gerne von unserem „Out Of Bed“-Look Jamie bei der Hand nehmen. Hätte ich seit letzten März kein Kochtrauma zu verbuchen, ich würde mich glatt mal an einem seiner Kochbücher vergreifen.

  9. Das Erstaunen, welches Sie eingegenk des medialen Erfolges dieses britischen Kochs beschleicht, mein lieber Herr Burnster,

    teile ich — allerdings mit allem gebotenen Argwohn.

    Speziell das Brotrezept ist beileibe nichts besonderes. Es war wegen der gegenwärtigen Popularität Herrn Olivers nur das erste, das ich fand. Die Variationsbreite der Kombination von Mehl, Wasser, Hefe, Salz und Zucker ist nicht wirklich groß.

    Die einzige Besonderheit die Herr Oliver hier möglicherweise für sich verbuchen kann, ist das Brot zu versalzen. 30 Gramm Salz auf ein Kilo Mehl sind, wie ich heute empirisch ermitteln konnte auch ohne Salztomaten deutlich zu viel.

    Ich habe weitere Rezepte des beliebten Insulaners studiert und komme zu dem Schluß, daß seine Küche durchaus Hand und Fuß hat, aber immer wieder von unappetitlichen Prägungen der in Kontinentaleuropa zurecht kritisierten Küche des Königreichs begleitet wird.

    Der Ansatz Tagliatelle Emiliana mit Spaghetti Carbonara zu Farfalle mit Erbsen-Sahne-Ei-Speck-Sauce zu kombinieren ist zweifellos ehrbar. Das Gericht jedoch mit dem britischen Nationalkraut Minze zu durchsetzen, senkt den kulinarischen Wert der Speise auf das Niveau eines preisgünstigen Kaugummis.

    Räucherspeck in der Hühnersuppe erweckte meine Neugierde. Warum diese Innovation bislang unbekannt war, hat sich mir bereits nach dem ersten Versuch erschlossen: Es passt nicht zusammen.

    „Essen ist fertig“, von J. Oliver richtet sich an Menschen, die auf die Zubereitung von Speisen möglichst wenig Zeit verwenden möchten. Dafür ist das Werk keine schlechte Wahl. Schließlich kann man Minze oder Speck ja auch einfach weglassen.

    Wer nach kulinarischer Perfektion trachtet, möge sich lieber an Werken wie „Meine 100 Hausrezepte“ von Eckard Witzigmann orientieren. Seine Küche ist erheblich aufwendiger, oft auch übertrieben, aber das Ergebnis ist weitaus besser.

  10. gentlemen,

    ich bin wohl auf. zur zeit befinde ich mich im exil. und da dachte ich, beglücke ich doch die welt mit ein paar worten des tages. aber nein.

    und was das brot betrifft: vorzüglich ist untertrieben. ich würde mister jolly good energisch raten, den beruf zu wechseln und eine eigene bäckerei zu eröffnen. es ist weiss gott nur alzu bekannt, dass gutes brot schwer zu finden ist. die zeigelweichen foccacias, welche die gemeine deutsche bäckerei verkauft, gehört auf die bau, da es nach billigem zement schmeckt.
    dann können sie, mister jolly good, ein wenig expandieren, und beispielsweise, bestes napolitanische mozarella importieren und leckere belegte brötchen zu astronomischen schickymickypreisen veräussern. in schwabing ist alles möglich. in schwabing. in maxvorstadt jedoch nicht. da weilt das vernünftige erbsenzählervölkchen.

  11. mister jolly good,

    sie haben also die hühnersuppe gekocht? mit speck und dies war eine schlechte idee? nun ja. meine mamma meint stets, die etwas unüppigen vegetarischen süppchen müsste man mit butter oder in butter angeschwizten zwiebeln und knoblauch anreichern, sonst schmeckt das wässerchen nach nichts. somit kann ich mir gut vorstelen, dass auch das anschwitzen von zwiebeln und knoblauch durchaus mit speckwürfelchen mal erolgte. diese in die suppe zu tun wäre ungut, weil das krosse speck würde dann weich und eckelerregend. aber die zwiebel und knoblauch . mmmmmmm. vielleicht eben so.
    ein versuch ist es wert.
    kvk

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