Geisterjagd

Nach einem Unfall wendete sich unsere Haus- und Hofgrafikerin mit einem ungewöhnlichen Hilferruf an den Fellow Passenger, das Fachmagazin für außersinnliche Wahrnehmung und metaphysische Auffälligkeiten.

Zunächst sah es wie eine technische Fehlfunktion aus. Frau Haffman* war gerade dabei, einen Drucker an ihren Rechner anzuschließen. Als sie das dafür vorgesehene Netzwerkkabel berührte, durchzuckte sie plötzlich ein heftiger Schmerz, den sie wie einen elektrischen Schlag beschrieb. Unmittelbar danach gab sie an, sich ungewöhnlich lebhaft zu fühlen, was unser kurz darauf eintreffender Berichterstatter bestätigen konnte.

Der hinzugezogene Computerhändler konnte eine Fehlfunktion jedoch ausschließen. „Das ist absolut unmöglich“, erklärte der Fachmann aufgelöst. Hier konnte es nicht mit rechten Dingen zugehen. So viel war klar.

Unmittelbar nach dem Eintreffen des eilig zusammengestellten Exorzistenteams des Fellow Passenger konnte Frau Haffman sich nicht mehr klar erinnern, ob das Netzwerkkabel im entscheidenden Augenblick mit dem Computer oder dem Drucker verbunden war. Insgesamt wirkte sie verwirrt und apathisch. Der zur Beruhigung verabreichte Glühwein „Heißer Bischof“, vermochte keine Linderung herbeizuführen. Frau Haffman gab unterdessen ihrem dringenden Verlangen nach, kleinere Wildtiere zu verzehren.

Die nähere Untersuchung ihrer Behausung förderte grausiges zutage.

Affenkopf in der Holzdiele

Nicht nur der Computer, sondern auch die Bodendielen (siehe Foto), waren offensichtlich von Dämonen durchsetzt. Leider wird eine weitere Berichterstattung durch die Intervention einer Abordnung der Kongregation für die Glaubenslehre erschwert, die sich 22 Stunden nach dem Vorfall einfand und den Ort des Geschehens gegenüber der Öffentlichkeit völlig abgesperrt hat.

Weil die Stelle des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre Kardinal Joseph Ratzinger durch dessen kurzfristige Berufung zum Papst noch immer vakant ist, soll der Pontifex Benedikt XVI Gerüchten zufolge selbst zur Austreibung angereist sein. Zu einer Stellungnahme gegenüber dem Fellow Passenger war er bislang nicht verfügbar.

*Name von der Redaktion geändert

7 Antworten auf „Geisterjagd“

  1. Eine von unserem Club in Auftrag gegeben Studie, hochverehrter Herr Fellow Passenger, kommt hingegen zu einem völlig anderen Ergebnis.

    Bitte beziehen Sie diese, auf rein wissenschaftlicher Basis erzielten Erkenntnisse in Ihre Überlegungen hinsichtlich der Gerätschaften von Frau *Name von der Redaktion geändert mit ein.

    Juckende Grüße

    Der Zoodirektor

  2. das thema ist durchaus aktuell, mister jolly good. paranormalität ist, würde ich sagen, ihre spezialität, nicht war? wann wird die austreibung statt finden? wir fordern natürlich ausführlich bebilderte berichterstattung. es wäre nicht nur in ihrem sinne, sollte ihre frau hofgrafikerin während dessen ableben, jedoch auch für das engültige beweismaterial, um ein für allemal nicht nur den begriff des deos ex machina aus dem bereicht des glauben ins wissenschaftliche zu heben aber auch das pseudo aus dem pseudowissenschaftlichen abzuschaffen.

    k’b’lick

  3. Dielendämonen. Eine ganz gefährliche Spezies des paramilitärisch Abnormalen. Da empfiehlt sich der äonenalte Ritus des Abbeizens. Wenn das nichts hilft, dann einheizen. Ungefährlich ist das freilich nicht. So ein Dielendämon kann in Panik leicht auf die Spülmaschine überspringen. Dann hilft nur noch der Kollege N. Wie der das macht, können sie heute bei mir nachlesen.

  4. Bin beunruhigt. Habe heute morgen verschiedene Schuhe angezogen, was mir erst in einem öffentlichen Gebäude auffiel. Fürchte jetzt, nach rationalem Erklärungsversuch, parapsychologische Phänomene.
    Bitte darum, die Kongregation noch nicht zu informieren.
    Muss noch nachdenken.

  5. Aber nein, Herr Papakiesel, gerade umgekehrt ist es: Der Film wirbt für unser parapsychologische Periodikum.

    Als ich des Getiers welches Sie dort zur Schau stellen, ansichtig wurde, Herr Neo-Bazi, musste ich unweigerlich an die Szene aus Brazil denken, in der aus Buttle Tuttle wurde.

    Gerne wollen wir Sie auf dem Laufenden halten, verehrter Herr Kubelick, allerdings ist unseren Korrespondenten bislang der Zutritt verwehrt. Diese Exorzisten sind ja ziemliche Heimlichtuer.

    Wenn Sie heidnische Tänze in der Küche aufführen, werter Herr Burnster, ist es ja kein Wunder, daß finstere Mächte Besitz von der Spühlmaschine ergreifen. Ich hoffe der Verwundete Herr N. ist wieder wohlauf.

    Das ist tatsächlich überaus bedenklich, bester Herr Wüstenfloh. Bitte geben Sie uns bescheid, sobald Ihre Überlegungen sich konkretisiert haben. Haben Sie übrigens in Erwägung gezogen, daß der Schuh sich möglicherweise auch unterwegs selbst ausgetauscht haben könnte?

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