Ceterum censeo blogspotinem esse delendam

Es langt. Es gibt viele Blogs bei der Google-Tochter blogspot.com, in denen viel wichtiges, richtiges und unterhaltsames steht. Ich werde sie weiterhin lesen. Kommentieren werde ich sie nicht mehr. Wenn das inzestuöse Blogspot-System dafür sogen möchte, daß Blogspotblogs nur von Blogspotbloggern kommentiert werden, dann will ich nicht weiter stören.

Für jeden Kommentar aufs neue meine Internet- und E-Mail-Adresse eingeben zu müssen erinnert stark genug an die Gepflogenheiten deutscher Kreisverwaltungsreferate. Vor einer Wortmeldung zusätzlich Begriffe wie etwa „ZReRsaTvqFumMel“ aus einem Bild abschreiben zu müssen empfinde ich als entwürdigend.

Die IT-Fritzen von Blogspot können nicht so dämlich sein, derlei als probates Mittel gegen Kommentar-Spam zu sehen. Dafür gibt es genügend andere Methoden, die weitaus besser funktionieren. Ganz offensichtlich will man eine geschlossene Community.

Wenn Sie, liebe Blogspotblogger, froh sind, daß ich bei Ihnen nicht mehr kommentiere, beschweren Sie sich nicht bei Blogspot. Wechseln sie nicht zu einem anderen Anbieter oder starten Sie eine eigene Blog-Site.

Nehmen Sie es mir aber nicht übel, daß ich mich bei Ihnen künftig nicht mehr äußern werde.

14 Antworten auf „Ceterum censeo blogspotinem esse delendam“

  1. hallo bloggerkollege!
    die aufregung ist leider für die katz. zumindest sollte sie auf ein kätzchen reduziert werden.
    blogspotter können wählen, ob sie in ihrem blog nur von blogspottern kommentare lesen wollen, ob alle mit namen und mail dürfen, ob die kommentierwilligen anonym ihren senf dazu geben dürfen oder ob gar niemand mitschnacken soll.

    alles eine frage der einstellung.

    und das mühsame abtippen von sonderbaren zeichengewülsten ist ebenfalls optional. wer es aktiviert hat und seine leserschaft dazu verpflichtet, hat in der regel mal negative erfahrungen mit kommentarspam gehabt.

    ich habs aktiviert, seitdem ist ruhe. und kommentieren darf bei mir jeder. nur die viagrawerber bleiben sonderbarer weise und zum glück draußen.

    nech?

  2. Seit Bush Afganistan und Irak „militärisch operiert“ hat, sind keine Flugzeuge mehr in amerikanische Hochhäuser geflogen.

    Entschuldigen Sie diese Polemik, meine liebe Frau Blogsptterin, aber auch hier wurde im letzten Quartal über 380 mal für Potentzpillen und Kartenspiele geworben. Nichts davon ist je in meinem Kommentarwesen aufgetaucht.

    Dabei hatten Sie mit Ihrem Kommentar dieselbe Hürde zu überwinden wie jeder Spammer. Mussten Sie dazu kryptische Buchstabenkombinationen abtippen, die bayerische Nationalhymne absingen, oder dreimal mit einem geköpften Huhn um den Computer tanzen?

    Natürlich nicht. Sonderbar. Gell?

  3. ich kann mich ihnen nur anschließen, werter herr fallow passanger, bei mir verhederrt sich auch so einiges, trotzdem muß keiner „wyzgis“ und „rotzxis“ eintippen, was mir ebenfalls gewaltigst auf die nerven geht. wer ein gegenteil behauptet, hat technisch auf der ganzen linie verloren…

    p.s. wann lesen sie mal wieder was vor?

  4. Ich nehme es mit einem Tränenrinnsal im Knopfloch zur Kenntnis, habe ich derzeit doch einfach keine zeitlichen Ressourcen, Absurdistan auf andere Füße zu stellen und muss ich somit also auf ihren wohltuenden Scharfsinn verzichten. Par bleu!

  5. Sie, Herr Fellow Passenger, haben dafür ja so komische Plug-Ins installiert, die mitunter auch nicht so unproblematisch sind, wenn ich mich recht entsinne.
    Ich bleibe lieber dabei, daß der Kommentator bei mir noch eine Buchstabenfolge eingeben muss. Bisher hatte ich kein Problem mit Kommentarspam, allerdings weiß ich dafür nicht, ob und ggf. wie oft jemand versucht hat, seine Werbehinweise loszuwerden.

    Und ändern Sie doch bei Gelegenheit das will not be published hinter Mail. Es ist ja nicht so, daß das eine nicht übersetzbares Aussage aus dem englischen Sprachraum ist.

  6. Blogspot ist halt der Blödmarkt unter den Plattformen: Bequem, verfügbar und irgendwie doof. Eigentlich will man da gar nicht hin – und findet sich dann doch dort wieder. Schiere Faulheit.
    Wobei es leichter ist, im richtigen Leben besagte Handelskette zu meiden, als endlich den Umzug in ein gescheites virtuelles Eigenheim zu stemmen.
    So ist es jedenfalls bei mancher von uns. 😉

    Noch was ganz Anderes: Mit Erschütterung habe ich von Peppys drohendem Schicksal gelesen. Wäre er vor dem Tod durch Dehydrierung auch dadurch zu retten, dass sich eine mitleidige Seele erböte, den Papst-Artikel von Hand abzukalligraphieren?

    p.s. Müsste es nicht eigentlich ‚delendum‘ heißen?

  7. Diese Vorleserei, mein lieber Herr Ad, steuert in ein Dilemma. Würde ich wie eigentlich angedacht allsonntäglich einen Podcast produzieren, gingen mir die eigenen Texte ziemlich bald aus, denn ich bin kein wahrer Meister der Erzählung. So müsste ich denn also auf Fremdtexte zurückgreifen. Mal mag das erbaulich sein, auf Dauer fände ich das eher doof. Deswegen hatte ich zwischenzeitlich versucht, einfach mal munter drauf los zu plappern, was sich als unmöglich herausstellte. Ohne einen leibhaftigen Gesprächspartner, der ab und zu wenigstens mal „Mhm“ oder „Aha“ sagt, besser noch eine Frage stellt, will es mir einfach nicht gelingen, Monologe zu halten.

    Bei Ihnen werter Herr Ole, ist es ja noch erträglich, immerhin konnten Sie sich entschließen, in Ihrem Kommentarwesen auf Depperltests wie „Schreiben Sie kdRGoOftyr in das Kästchen“, zu verzichten. Daß Blogspot sich meine Daten nicht merken will ist zwar lästig, das werde ich aber doch das ein oder andere Mal auf mich nehmen.

    Bei Ihnen, verehrter Herr Zaf, ist es wenigstens immer die gleiche Zeichenfolge. Die ist zwar auch etwas wirr, aber die kann sich ja mein Netzbrauser merken. Was haben Sie denn gegen das „will not be published“? Ich finde das eigentlich recht kosmoplitisch.

    Das wäre auf jeden Fall eine Alternative, beste Frau Einzelfall, über die es nachzudenken gilt. Im Grunde soll die bedruckte oder beschriebene Toilettenpapierrolle aber kein Einzelstück sein, sondern eher als Merchandising-Artikel des Fellow Passenger Medienimperiums dienen.

  8. Ich habe das bereits mit Betrübnis zur Kenntnis genommen, mein Lieber Herr Neo-Bazi. Vielleicht ist es ihnen ein Trost, daß ich mich morgen mit Herrn Poodle treffen werde, wo wir unter anderem die Herstellung eines für WordPress tauglichen Layouts für Ihr neues Heim besprechen werden. Seine tatkräftige Unterstützung hat er dankenswerterweise bereits zugesichert. Nur ein Termin für die Fertigstellung steht noch nicht fest.

  9. Grammatikalisch, verehrte Frau Einzelfall, besteht meines Erachtens kein Unterschied zwischen Karthago und Blogspot. Cato (der Ältere) beliebte den römischen Senat in seinen Sitzungen zum Punkt Sonstiges der Tagesordnung mit der Anmerkung zu nerven, er beantrage, daß Karthago zerstört werden solle. Im Wortlaut: „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“

    Die von mir konsultierten Altphilologen stützen diese These.

    Sie sind aber selbstverständlich jederzeit herzlich eingeladen, zu erläutern, warum Sie Blogspot für bereits zerstört halten, was „delendum“, nach meinem Verständnis bedeutet.

  10. Wie wir alle jeden Tag erfahren dürfen, ist Blogspot keinesfalls zerstört, sondern, wie wir Latinisten sagen, alive and kicking. Nein, meine Verwunderung über delendam hängt am ‚am‘, das Blogspot eine feminine Natur wie Carthago zuweist. Ich hätte da eher ein Neutrum, also delendum statt delendam, vermutet.
    Aber das auszudiskutieren, verbunden vielleicht noch mit der Andeutung weiblicher Minderwertigkeit, die Blogspot angesichts seiner Zicken repräsentiert, sei den Schwestern überlassen. 😉

    Lieber würde ich nochmal in der Causa Papyrii nachhaken: Nachdem Sie mit der Todesdrohung Ihre medienimperialistische Eignung so eindrucksvoll wie hinreichend unter Beweis gestellt haben, ist es doch eigentlich gar nicht mehr nötig, Peppy den Weg allen Grünzeugs gehen zu lassen, ist es nicht?

  11. Wie Recht Sie haben, lieber Herr Fellow Passenger! Stellen Sie sich vor, selbst ich als als angemeldeter Chef musste in meinem eigenen Blog beim Kommentieren diese dusseligen Buchstabenbildchen abtippen. Damit ist Schluss. Ich hab‘ das ausgeschaltet. Dafür werden die Kommentare nun von mir moderiert. Mal sehen, wie das so läuft.

  12. Das ist erschütternd, verehrter Herr Christoph. Offensichtlich ist der Betreiber von Blogspott völlig kommunikationsunfähig. Bei einer Gugel-Tochter finde ich das ein wenig überaschenend. Schön, daß Sie ein Einsehen für Ihre Besucher haben.

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