Frage zur Flaggenverteilung

Es ist auffällig, daß die schwarz-rot-senfigen Polyester-Lappen, sofern sie von Automobilisten zur Schau gestellt werden,  beinahe ausschließlich an Fahrzeugen der gehobenen Mittelklasse angebracht sind, die aus deutscher Herstellung stammen.

Ist das ausserhalb Münchens auch so?

12 Antworten auf „Frage zur Flaggenverteilung“

  1. Nein, hier in Berlin sind die Dinger an Autos aller Preisklassen zu finden. Was aber in der Tat auffällt, ist ein gefühlt erhöhter Anteil beflaggter Fahrzeuge oberhalb der Mittelklasse.

    Besonders hingebungsvolle Beflaggung (Motorhaube eingehüllt, Girlande auf dem Amaturenbrett, Goleo am Steuer) ist im Einstiegssegment eher anzutreffen. Meine Beobachtung der letzten Tage ist übrigens: Die Flaggenhäufigkeit hat weiter zugenommen, allerdings stieg vor allem die Zahl der Flaggen pro Auto.

    Der Flaggenverkauf hat den kleinen Kiosk von gegenüber vor dem wirtschaftlichen Ruin gerettet. Bisher stöhnte der Inhaber immer über die schlechten Geschäfte, wenn ich mich nach seinem Wohlbefinden erkundigte. Auf den Flaggenverkauf angesprochen, strahlte der Mann und erklärte, er hätte binnen zehn Tagen vierhundert Stück absetzen können.

  2. Ja, Herr Niemeyer, ich kann das aus Moabit ebenfalls bestätigen: Es werden immer mehr Flaggen. Man sieht vor lauter Flaggen den Döner nicht.
    Ob aber Ober-, Premium- und Luxusklasse Autos besonders häufig beflaggt sind, muss ich erst prüfen.

  3. Vielen Dank an die Korespondenten aus der Bundeshauptstadt!

    In München wurden inzwischen zwei Smarts und ein Kleinwagen von Honda mit deutscher Flagge gesichtet. Audi, BMW, Mercedes, VW liegen noch immer deutlich in Führung.

    Gespannt warten wir auf weitere Ergebnisse, zum Beispiel aus Hamburg, Stuttgart und Münster.

  4. geschätze fellow p. redaktion,

    denkt ihr nicht, dass um eine umfassende, halbwegs glaubwürdige statistik auf die beine zu stellen, müsste die beobachtung in verschiedenen staatteilen münchens durchgeführt werden? ich denke, ihr sieht diese autos, weil dieser modele dort einfach vermehrt vorkommen, wo das redaktionsbalkon untergebracht ist.

    fahren sie nach hasenbergl und ich vermute, es werden durchaus auch ford fiesta combis mit de-flaggen vorbeikrächtzen.

    gern hätte ich auch fotografisches material als bestättigung. bitte keine montagen. die hitlervideotagebücher hatten schon weitaus unseriöserer magazine als dieses zugrunde gerichtet.

    kvk

  5. Ein sehr gutes Argument, bester Herr KvK! Der Ausblick des Redaktionsbalkons überstreicht zugegebendermaßen nur ein beschränktes Gebiet.

    Dennoch wird die beobachtete Kreuzung sehr häufig auch von Kleinwägen befahren, die japanischer, französicher, amerikanischer, italienischer, tschechischer oder sonstiger Herkunft sind. Die aber fahren durchwegs unbeflaggt.

    Berichte über fingierte Feldherrentagebücher müssen Sie nicht befürchten, denn Herrn Kujau könnten wir im Gegensatz zu Gruner + Jahr gar nicht bezahlen.

    Den Henri-Nannen-Preis hätten wir gewiß längst in der Tasche, wäre G+J nicht fanatisch auf bedrucktes Papier fixiert.

  6. in der tat, mister jolly good.
    die herrschaften von g+j haben nie mit progressivität geglänzt. vermutlich betrachten die entscheidungsbonzen das internet als eine subversive lästige eintagsfliege.

    doch auch mister carson (david, nicht johnny) hat bereits in den 80gern zu schnell das ableben vom PRRRRRRINT proklamiert und ein requiem im form eines buches (absurd und paradox wie es sein mag) veröffentlicht.

    es scheint mir, toleranz und intellekt, visionärsgeist und okkultisches prognostizieren ist nur wenigen, helleren menschen gegönnt. (s. unter s. jobs!)

  7. Der Trend geht in Richtung Ihrer Beobachtung, Herr Fellowpax. Wenngleich es hier etwas gemischter ist. Fiat Unos fahren sehr häufig brasilianisch geflaggt; des Weiteren lassen sich in Münster gerade auch Fahrräder mit Flaggen beobachten.

  8. Printmedien werden wohl nicht so schnell verschwinden, Herr KvK. Das finde ich auch ganz gut so. Es ist nur schade, daß ich für eine Bewerbung um den „Henri“ meinen Bildschirm an die Jury schicken müsste. Den brauche ich doch selber.

    Vielen Dank, Herr Ole, für Ihren Bericht. Ich hatte schon vermutet, es handle sich mal wieder um ein münchner Phänomen.

  9. Hier in Düsseldorf scheint mir die Beflaggung klassen- und schichtenlos recht gleichmäßig verteilt zu sein. Ich meine, festgestellt zu haben, dass die Flaggen, die zusätzlich zu den Farben noch einen schwarzen Adler in der Mitte zeigen, erheblich häufiger an Wagen der Oberklasse zu finden sind. Daneben soll nicht unter den scharf geschorenen Rasen fallen, dass ein hoher Prozentsatz von Flaggen nicht Schwarz-Rot-GelbGüldener Provinienz die Wagen schmücken, nicht selten gepaat mit der einheimischen.

  10. von wegen, bildschirm reinschicken, mister jolly good. machen sie doch einfach ein bildschirmfoto oder senden sie einfach eine rolle von dem papstklopapier der jury zu. es wäre garnicht so ungelegen, da am 10/09/06 das thema wieder hochaktuell sein wird. das mit dem monsinöre.

    (falls es ihnen, mister jolly good, bis dahin nicht gelingtl, die rolle fertig zu stellen, greifen sie doch einfach auf individuelle papstfeuchttüchlein zu. mit weihrauchduftnote.)

  11. Vielen Dank nach Düsseldorf, bester Herr Knurps! Das Vorkommen schwarzer Zusatzvögel auf dem Adenauer habe ich hier noch nicht näher untersucht. Möglicherweise war die Zahl der Flaggen der Gäste im Zeitraum der Erhebung schon etwas zurückgegangen.

    Das Bildschirmfoto, mein lieber Herr Kubelick, dürfte nicht genügen, es wird ja ein Originalexemplar verlangt und das Papstklopapier gibt es ja leider noch nicht.

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