MVG löst Abfallproblem

In den letzten Dekaden war der U-Bahn-Reisende in München oft mit dem unästhetischen Anblick von Abfällen konfrontiert, sobald er einen der in den U-Bahn-Zügen angebrachten Abfallbehälter öffnete, um sich seinerseits nicht mehr benötigter Gegenstände zu entledigen.

Dank eines ebenso einfachen wie genialen Einfalls gehört diese mißliche Situation ab sofort der Vergangenheit an: Die metallenen Behältnisse wurden entfernt. Unterhalb der Fenster zeugen heute nur noch jeweils vier Schrauben davon, daß sich an diesen Stellen einst Abfallkästchen befanden, die entsorgungswütige Fahrgäste nur allzuoft ermunterten ihrer krankhaften Versuchung nachzugeben, sie mit nutzlosem Plunder zu befüllen.

Dieses brilliante Entsorgungskonzept birgt auch für andere Anwendungsgebiete ein enormes Potential. So ließe sich ohne weiteres ganz München von Müll befreien, dessen Handhabung bekanntlich gewaltige Kosten verursacht. Man brauchte dafür nichts weiter zu tun, als sämtliche Mülltonnen abzuschaffen.

Spätestens hier zeigt sich, wie sich ein teurer Fehler in der Energiewirtschaft leicht beheben läßt. Die äußerst kostspielige Entsorgung von gebrauchten Atomen aus Urandampfmaschinen kann man sich leicht sparen, indem man einfach auf die ohnehin umstrittenen Atommülleimer (Castor) verzichtet.

Völlig unverständlich ist allerdings, warum in den U-Bahnen auf einmal überall Unrat herumliegt.

12 Antworten auf „MVG löst Abfallproblem“

  1. Denken Sie nur an London, da gibt’s schon lange keine Mülltonnen mehr in U-Bahnstationen…man könnte ja Bomben dort deponieren. Sie sehen also, diese Aktion der MVG dient nur Ihrer Sicherheit in den Zügen, Herr Fellow Passenger. Die Sicherheit am U-Bahnhof kommt sicher auch noch dran. Und dank Videototalüberwachung wird es bald auch keiner mehr wagen, seinen Müll auf dem Gelände der MVG zu entsorgen.

  2. Auch das Problem mit den vielen Arbeitsunwilligen ließe sich so elegant lösen: wir schaffen jede Menge Arbeitsplätze durch die neue Müllpolizei (in Hamburg existieren bereits einschlägige SOKOs).

    Unlängst war die Wiederholung eines entsprechenden „Tatorts“ auf N3 zu bestaunen.

  3. Auch wenn diese Maßnahme auf den ersten Blick vielleicht hirnverbrannt erscheint, ich kann sie nur gutheißen.

    Vor vielen Jahren bin ich einmal aus ferienarbeitstechnischen Gründen regelmäßig mit der S-Bahn nach Moosach gefahren. Eines Morgens, ich hatte gerade die ekelhafte Müller-Brezn hinter mir und wollte das Papiersackerl in das Müllbehältnis neben meinem Sitz entsorgen, als ich zu meinem Entsetzen feststellte, dass das ganze Ding bis oben hin vollgekotzt war.

    Keinerlei Indizien hatten darauf hingedeutet, dass mich nach dem Öffnen des Deckels eine derartige Sauerei erwarten würde, nicht einmal gerochen hat man etwas.

    Sowas will ich nie wieder erleben. Von mir aus schrauben die alles an Müllbehältern ab, überall.

  4. hähähä.
    aber ich hab mich auch gewundert.
    ich bin mir allerdings sicher, dass die mvg aus rücksicht auf ihre passagiere, die immerhin eine grosse menge geld für die beförderung bezahlen, die mülleimer entfernt hat. damit den geschätzten passagieren nicht solch oben erwähnte unbill widerfährt.

  5. Mir kommt gerade in den Sinn, die Demontage der Abfallbehälter könnte auch anläßlich des Besuches unserers heiligen Vaters erfolgt sein. Die Kanaldeckel in der Fußgängerzone sind inzwischen auch mit grauen Fahrbahnmarkierungen versiegelt worden. Offenbar befürchtet man, seine Emminenz könnte die versehentlich aufklappen und für Fernsehkameras unzugänglich den Boden der Kanalisation abbusseln. Es wäre ja ungünstig, wenn der pensionierte Großinquisitor ausgerechnet dann kommt, sobald er knietief in der, Sie wissen schon, steht.

  6. meine theorie, mister jolly good, ist, der aufwand, die müllkofferchen auszuleeren, ist grösser und zeitaufwändiger als den dreck wegzukehren. womöglich, waren effizienzberater und gewinnoptimierer just bei mvg und hatten mit flip und flopcharts alles ausgerechnet.
    das ist mir willkommen. so hat man den dreck direkt vor augen und weiss, womit man es zu tun hat. in spanien wird dieses prizip verbreitet praktiziert: es liegen holzspänen auf dem barboden, man darf alles dahin schmeissen, aschen, vixen, wasauchimmer, ausser barfuß die bar betretten. am ende des abends, wird grossräumig gekehrt. fertig! da braucht man doch keine mckenzie-profipack?

  7. Oder eben, damit Herr Ix Vau Ih sich nicht in dem Metallkasten verirrt, mein lieber Herr Viktorhaase. Er hätte den VW vielleicht doch behalten sollen, dann müsste er jetzt nicht mit der U-Bahn fahren.

    Naja, bester Herr Vater, eigentlich sind Sie noch nicht so richtig offiziell heilig. Aber andererseits sind Sie es ja, der solche Sachen beschließt. Wenn Sie mit dem Gebet über Vronis Lappen in Manoppello fertig sind, können Sie sich ja kurz heiligsprechen.

    Was ist denn nicht in Ordnung mit der Bloghütte des Allmächtigen, bester Herr Opa? Sie sieht doch eigentlich ganz intakt aus.

    Ihre Theorie, mein verehrtester Herr Kvk, erscheint mir plausibel. Allerdings wurde die Sägespäne offenbar aus Kostengründen ebenfalls gestrichen.

  8. Er liebt mich nicht mehr und sperrt mich aus als Spam, wenn ich bei ihm beten möchte. Und sein heiliges Bild darf ich auch nur aufhängen, wenn ich ganz genau sage, wo.

    Da bin ich glatt vom Glauben abgefallen.

Schreibe einen Kommentar zu viktorhaase Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.