Froschsuppe

Wie vor Ihnen schon viele, unter anderem Greenpeace, behaupten Sie, Herr Johannes Widmer,

Frösche würden zwar, in einen Topf mit zu heißem Wasser gesetzt, eiligst ihrem Schicksal zu entrinnen versuchen, aber in kaltem Wasser das allmählich zum Kochen gebracht wird, stoisch bis zum Exitus sitzen bleiben. Das ist sicher eine eindrucksvolle Metapher um den Umstand zu beschreiben, daß auch bedrohliche Veränderungen kaum wahrgenommen werden, wenn sie in in kleinen Schritten erfolgt.

Die Richtigkeit Ihrer Beobachtungen über die allgemeine Wahrnehmung der Erosion unserer Persönlichkeitsrechte durch staatliche und privatwirtschaftliche Überwachung möchten wir auch keineswegs in Abrede stellen. Ihre ansprechende Flash-Animation zu diesem Thema können wir unserer Leserschaft nur empfehlen.

Nur diese Froschgeschichte konnten wir nicht recht glauben und beschlossen ihr auf den Grund zu gehen. Eine entsprechende Versuchsanordnung in der Teeküche zeigte schon nach kurzer Zeit, daß sie ohne Frösche nicht funktioniert. Da keiner der angeschriebenen Frösche einer Teilnahme an diesem Experiment zustimmen wollte entschlossen wir uns, den Amphibien mit einer Internetrecherche zu Leibe zu rücken.

Eine glaubwürdige Quelle war schneller gefunden als ein sauberer Kochtopf: In einem Artikel in der „Zeit“ wird Victor Hutchinson von der amerikanischen University of Oklahoma mit den Worten zitiert, „Wenn die Temperatur steigt, wird der Frosch immer aktiver bei dem Versuch, dem erhitzten Wasser zu entkommen“.

Der Frosch ist also rehabilitiert. Ob allerdings der Mensch über Sensorik und Reflexe zum Schutz seiner Privatsphäre verfügt bleibt weiterhin unklar.

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