Verkannte Genies

Erfinder haben es oft schwer. Selbst jene Genies die ein fertig aufgebautes und voll funktionsfähiges  perpetuum mobile im Keller betreiben kommt in letzter Sekunde etwas in die Quere, wenn es gilt die Menschheit von allen Sorgen zu befreien. Seien es die unnachgiebige Bürokratie der Patentämter, die  hartnäckig auf dem Energieerhaltungssatz herumreiten, oder die Nachstellungen von Industriemagnaten, die rücksichtslos ihre Pfründe sichern wollen.

Die Herren Reinhard und Günther Fuchs aus München sind wohl so ein Fall. Auf der Internetseite dieser unerschrockenen Visionäre ist die Lösung der Energieversorgung der Welt zum Greifen nah:

Die Sonne liefert uns 10000 mal mehr Energie, als die Menschen jemals benötigen

Herauszufinden, wieviel Energie die Menschen in den nächsten paar Millionen Jahren genau benötigen werden,  war sicher nicht ganz einfach. Aber solche Details sollen uns jetzt nicht kümmern, denn „das Verfahren dazu ist von uns [R. u. G. Fuchs] fertig entwickelt und jederzeit einsatzbereit“.

Allein Formalien trennen die Menschheit noch vom Paradies. Formalien und der seit Tesla verbreitete Irrtum, Wechselstrom sei dem Gleichstrom überlegen. Nur einer Verschwörung der Kupferverarbeitenden Betriebe ist es geschuldet, daß dieser Fehler keine Beachtung findet, wie die Herren Fuchs im Kapitel „Die falsche Weichenstellung“ wissenschaftlich fundiert ausführen.

Hoffentlich können die beiden Retter der Welt sich bald mit einem kompetenten Ansprechpartner aus der Wehrbebrange zusammenfinden. Intellektuelles Format und gestalterische Treffsicherheit würden auf jeden Fall gut passen.

5 Antworten auf „Verkannte Genies“

  1. Sehr schön, Herr Fellowpassenger,

    wo sind Sie da nur wieder vorbeigekommen?
    Könnte es sich nicht auch um eine Nachricht aus der Zukunft handeln? Und Sie lassen sich durch historische Kupfer-Seilschaften ablenken… Schauen Sie doch auch mal beim gedichteten Wasser vorbei. Da können die beiden Füchse noch was lernen. Vielleicht sollte man die Protagonisten zusammenbringen. Was sich dabei an Synergieeffekten ergibt, ist bestimmt ein AKW wert.

  2. Gut daß Sie auf die Wasserdichtung hinweisen, beste Frau oder Herr Fneug, die ja immer wieder unterschätzt wird.

    Hier in unserer Küche, ganz hinten unter dem Spühlbecken, wo man so schlecht hinkommt, ist nämlich ausgerechnet jetzt eben so eine Dichtung entzwei gegangen. Die noch gänzlich unerforschten klebrigen Emanationen bergen zweifellos ungeahnte Möglichkeiten. Das Geheimnis ewiger Jugend wäre das Mindeste, da bin ich sicher.

  3. Die beiden Herren müssen auf jeden Fall von der Wehrbebrange unterstützt werden, schließlich müssen sie jede Menge ignoranter Wissenschaftler überzeugen.
    Ich als Physiker bin allerdings ausgesprochen interessiert an dem neuen Verfahren, es scheint sehr einleuchtend zu sein.
    Ich werde mich mal näher damit beschäftigen.

  4. Sehr erhellend ist die folgende Erkenntnis der beiden Herren:
    Diese wird man durch die Gasbatterien ersetzen, ohne daß der Verbraucher etwas davon merkt oder gar zu kostspieligen Umrüstungen gezwungen ist, denn alle Elektrogeräte, die er bereits besitzt, funktionieren genausogut mit Gleichstrom.

    Oder auch diese:
    Unser Wechselstromnetz benötigt vier Leitungen.

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