Port Elisabeth

Sollten Sie je nach Port Elisabeth kommen und, vor allem, einen Sinn für Skurilitäten haben, verbringen Sie eine Nacht im Backpackers Base Camp. Entgegen der fortwährenden Beteuerungen der Betreiberin befindet sich Port Elisabeth Central nicht wirklich in einer sonderlich gepflegten Gegend. Genaugenommen ist es unweit des dortigen Elendsviertels.

Elend ist es auch, in Südafrika mit einem Automobil zu reisen, weil die Wilden auf der falschen Straßenseite zu fahren belieben. Damit nicht genug: Die Fahrzeuge werden auch verkehrt herum zusammengebaut. Das Lenkrad befindet sich auf der rechten Seite und der Schaltknüppel links davon. Sie können sich keine Vorstellung davon machen, wie oft Sie bei dem Versuch den Gang zu wechseln, versehentlich mit der rechten Hand aus dem Fenster greifen. Die Wilden sind keineswegs einsichtig, was die Wahl der Straßenseite betrifft, wie anhand des folgenden Dialogs offensichtlich wird:

„You drive on the wrong side of the road.“
„No, you do. Here we go on the left side.“
„That’s what I’m saying. You don’t go on the right side.“
„Right, it’s left.“
„Right is not left.“
„That’s right. But the left side is the right side.“

Sie bemerken bereits die Ausweglosigkeit, die in Südafrika fuer so viele Unterfangen bezeichnend ist.

Nicht ohne Ausweg ist besagter Aufenthalt in Backpackers Base Camp. Treffen Sie die in Ihren frühen 70ern befindliche Betreiberin in Ihrem Schlafgemach, das als Rezeption dient. Der graumelierte Herr an ihrer Seite ist der Gemahl, den Sie nicht weiter beachten.

Erleben Sie, wie die Matriarchin ihre Bediensteten herumkommandiert, beispielsweise wenn sie einen Fleck auf einem Bettuch entdeckt. „Charlotte, come quickly“, kreischt sie frenetisch mit sich überschlagender Stimme.

Zweifellos ein großes Erlebnis ist es, wenn der ebenfalls dort hausende rund 30-jährige Sohn, seine Mutter um Geld bittet und sie dann mitbekommt, daß er im Begriff ist, dafür etwas Kokain zu kaufen. Dann erhebt sie Ihre Stimme um den Anbieter auszutreiben. „Don’t you sell this to my son! I curse you! I curse you!“

Dazu wedelt sie mit einem mit Aluminiumbronze angestrichenen Rosenkranz aus Kunststoff, den sie sonst in einem kleinen Metalldöschen aufbewahrt. Manchen Gästen vertraut sie zuweilen an, daß es sich dabei um eine Reliquie handelt, die einem ihrer Vorfahren persönlich überreicht wurde — und zwar vom Papst. Von welchem ist allerdings unklar.

Wenn Ihnen diese Gastlichkeit zu viel wird, mieten Sie sich am Besten ein Auto, zum Beispiel bei Aroundaboutcars und ergreifen die Flucht. Man wird Ihnen den Wagen direkt vor der Haustüre übergeben und Sie können je nach Wetter- und Verkehrslage in fünf Stunden in Cintsa sein. Dabei handelt es ich um eine kleines Dorf 20 Kilometer nördlich von East London, landschaftlich sehr ansprechend in einer malerischen Bucht am indischen Ozean gelegen.

4 Antworten auf „Port Elisabeth“

  1. Es ist natuerlich nicht auszuschliessen, dass Herr Python sich einst in Suedafrika aufgehalten hat, teurer Herr Michi. Im Grunde sollte man das jedem Gagschreiber dringend empfehlen. Die generelle Tendenz jegliche Geschaeftsanbahnung mit den Worten „I am sorry“, „I can’t“, oder „I don’t know“ zu beginnen, birgt wenig wirtschaftliches, aber viel humoristisches Potential. Ausser man braucht etwas, natuerlich.

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