Schwindendes Demokratievertrauen ist geschwindelt

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, daß die Deutschen Demokratie total out finden und viel lieber endlich (wieder) eine ordentliche Diktatur möchten. Ganz besonders die nicht existierende Unterschicht soll sich offenbar eine starke Leitfigur mit markanter Philtrum-Behaarung wünschen, die sie aus der Orientierungslosigkeit herausführt.

Der „Tagesspiegel“ fabuliert:

Das Vertrauen der Bürger in die Demokratie schwindet dramatisch. Die Hälfte der ostdeutschen Bundesbürger glaubt nicht, dass das politische System Deutschlands Probleme lösen kann. Jeder zweite Befragte denkt gar an Wahlenthaltung bei der nächsten Bundestagswahl.

und die „Süddeutsche Zeitung“ salbadert:

Ein Großteil der Deutschen sieht das demokratische System der Bundesrepublik mit Skepsis. Noch geringer ist jedoch das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft.

Auch „Spiegel-Online“ rabuliert:

Erschreckendes Umfrage-Ergebnis: Jeder dritte Bundesbürger glaubt nicht mehr, dass die Demokratie Probleme löst. Laut Friedrich-Ebert-Stiftung ist diese Meinung besonders unter Arbeitslosen und Hartz IV-Empfängern vertreten. Persönlicher Misserfolg führt demnach zu Staatsferne.

Es ist bemerkenswert, daß jemand überhaupt solcherlei in Zeitungen hineintexten kann, ohne sich dabei übergeben zu müssen.

Eine neue Studie des „Fachmagazins für Halbwissen“ hat allerdings ergeben, daß die Deutschen in Wirklichkeit darüber nachdenken, wie sie die Demokratie endlich wieder einführen können. Demokratieskepsis und Staatsferne ist, der Studie zufolge, nämlich vor allem in den Parteien zu finden. Das dafür reichlich.

Weiter widerlegt die Studie ebenfalls das angenommene Mißtrauen in die Soziale Marktwirtschaft. Seit sie abgeschafft wurde, fühlt sich eigentlich niemand mehr durch sie bedroht. Allerdings hätte auch zuvor niemand Angst vor ihr gehabt.

Alarmierend hingegen ist, daß breite Teile der Bevölkerung inzwischen darüber nachdenken, ob ein robustes UN-Mandat womöglich auch per Volksentscheid zu erwirken wäre.

10 Antworten auf „Schwindendes Demokratievertrauen ist geschwindelt“

  1. Herr Bublath, Sie hier?

    Vor allem „Persönlicher Misserfolg führt demnach zu Staatsferne“ finde ich persönlich ja den besten Punkt. Auf die, die am Boden liegen, noch mal schön fest treten. Also ich finde ja, Demokratie ist was für Leute, die sich kein schlagkräftiges Militär leisten können. Aber bald haben wir zum Glück die Bundeswehr im Inneren, dann brauchen wir sie auch nich mehr (die Demokratie, die Bundeswehr dafür erst recht).

  2. Da treffen Sie den Nagel mal wieder genau zwischen die Augen, mein lieber Herr Blogwart. Auch wenn es u. a. der „Spiegel“ so darstellt, haben die Betroffenen weder Hartz IV selbst erfunden, noch je das Bedürfnis entwickelt, sich dauerhaft ins Präkariat zementieren zu lassen. Die Folgen einer seit vielen Jahren aufs Gröbste verfehlten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik die eine gesamte Volkswirtschaft ins Trudeln bringt, als persönlichen Mißerfolg zu bezeichnen ist an Zynismus ja nur schwer zu überbieten.

  3. Außerdem bin ich es ja, der Ihre Texte schreibt, Herr Bublath. Schweigen Sie still, dann müssen Sie im Fernseh auch nie mehr neben Nina Hagen sitzen.

    So wie die Bundeswehr aufgestellt ist, Herr Blogwart, müßten wir, Ihrer These folgend, doch eigentlich einer ebenso blühenden, wie lupenreinen Demokratie erfreuen. Andererseits ist es wohl nur einer Frage der Zeit, bis Herr Schäuble mit Blackwater in Verhandlung tritt. Eine Militärjunta braucht heute ja keine eigene Armee mehr.

  4. Sehr geehrte Maischbergerpatienten,

    wir nehmen Ihre Ausführungen ernst und werden sie mit aller gebotenen Sorgfalt behandeln. Bis dahin bitten wir Sie von weiteren Einlassungen abzusehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    The Fellow Passenger

  5. Unterschätzen Sie unsere geliebte Bundeswehr da mal nicht, Herr Freischütz. Sie könnte, wenn sie wollte, ganz Liechtenstein in einer Blitzeroberung einnehmen. Mit dem Verlust von lediglich einem Drittel aller Kräfte. In einem Jahr.
    Meine Theorie orientierte sich eher an einem graduellen Verlauf, der da bei „Kein Militär -> Demokratie“ beginnt. Alleine die Existenz einer als Militär bezeichneten Militärsimulationstruppe wie der Bundeswehr ist folglich schon antidemokratisch. Der These zufolge. Von welcher ich mich selbstverständlich distanziere, denn Militär ist total demokratisch und freiheitlich und so. Hurra.

    Herr Bublath, ein Autogramm? Also Sie von mir?

  6. Schön, daß Sie Liechtenstein erwähnen, bester Herr Blogwart. Es ist nämlich ein gutes Beispiel dafür, daß eine Armee vor allem rausgeschmissenes Geld ist. Die haben es deswegen bereits im 19. Jahrhundert konsequenterweise gleich ganz abgeschafft. Trotz zweier Weltkriege hat sich das bis heute bestens bewährt.

    In Deutschland geht das natürlich nicht. Wie Sie wissen ist Chewbacca ein Wookie vom Planeten Kashyyk.

  7. Pingback: Hartz4all

Schreibe einen Kommentar zu Gustav Freischütz Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.