Homöopatischer Fruchtjoghurt

Da sich in meinem Bekanntenkreis auch Besitzer von Fernsehgeräten befinden, kenne ich die Dauerwerbesendung „Gallileo“, die mich, unter vielen anderen, in meiner Annahme bestärkt hat, daß die Anschaffung eines solchen Apparats für mich uninteressant wäre. Das gab mir die Zeit, herauszufinden, daß eigentlich jedes Lebensmittel das die Bezeichung „Zubereitung“ trägt, wenig mit dem Produkt zu tun hat, daß vor dieser genannt wird.

Diese Irreführung ist übrigens alles andere als neu. Was nach dem Trunk der Götter klingt, „Nektar“ nämlich, ist in der Lebensmittelindustrie der gängige Euphemismus für Zuckerwasser mit einem Spritzer Obstsaft. Arme Götter! Erst der Monotheismus und nun das!

Da gehen wir doch lieber mit den Teufeln ein anständiges Bier trinken. Prost!

10 Antworten auf „Homöopatischer Fruchtjoghurt“

  1. Das Gute ohne Fernsehen ist ja, Herr Fellow Passenger, daß man die ganzen Leute, die da ihre Hackfresse für Werbung hergeben, gar nicht aufgrund ebenjener Hackfresse kennt. Den Namen kennt man mitunter noch aus Berichten im Internet. Aber wenn man die Zwangsbewerbung im öffentlichen Raum oder in Supermärkten dann doch mal wahrnimmt, fällt mir da meist nie ein Name auf. Die zugekoksten Werber meinen wohl, jeder würde XY und seine Hackfresse kennen.

    Als Nichtbiertrinker bezweifele ich jetzt aber, daß ein Bier so anständig ist. Immerhin wurden bei der Herstellung Mikroorganismen verwendet, Pilze um genau zu sein.

  2. Was mich schwer beunruhigt, lieber Herr ZAF, ist, daß mir diese Hackfressen alle vertraut erscheinen, obwohl ich deren Medium seit vielen Jahren meide und auch der Anblick einer fremden Mattscheibe mir mit Sicherheit seit fünf Jahren nicht mehr widerfahren ist.

  3. Läge vielleicht eine mögliche Antwort auf die Hackfressen-Frage darin, dass es nur eine Hackfresse gibt – nämlich die Hackfresse als Gattungstypus und singulare tantum mit fast anumerativer Semantik, wobei massiertes Auftreten in Pulk und/oder Klon dennoch als keineswegs und/oder -falls ausgeschlossen gelten kann?

  4. zunächst muss ich hier kundtun, dass ’s“alarmursel“ einem mächstig auf den sack geht. das hier, bester herr jolly, ist visuell inzwischen ähnlich wie las vegas. vorbei die zeit des optimischen refugiums, hier auf diesen seiten.
    vor allem, was kann man tun, um das geblinke zu entkommen, ausser ihre seite zu verlassen? ich schreibe ein gedicht, ich pflanze auch ein genmais auf meinem balkon, wenn es denn sein muss, ich züchte champignons im feuchten keller und ich partizipiere auch beim lichterkettentheater. bloss, verderben sie mir nicht das magazin für halbwissen.

  5. Herr Kubelick, deaktivieren Sie doch einfach JavaScript, dann belästigt Sie hier auch niemand.

    Ohne JS macht Internet eh mehr Spaß, nichts zappelt, ruckelt, lädt tagelang was von obskuren Domains et cetera. Und wenn Sie wirklich mal ein Video sehen wollen, nutzen Sie halt einen zweiten Browser mit Plug-ins.

    Vielleicht gibt es wirklich eine Prototyp-Hackfresse, die man immer erkennt, und das sind alles nur Abwandlungen dieses Prototyps. So ähnlich wie Japaner für den Durchschnittsdeutschen alle irgendwie gleich aussehen, so sehen alle Werbehackfressen irgendwie gleich aus. Was eigentlich auch prima zu den beworbenen Produkten paßt. Die sind doch sowieso alle irgendwie gleich. Wenn man sich schon der Werbung mit Pseudoprominenten bedient, dann kann das Alleinstellungsmerkmal des Produkts eigentlich gar nicht vorhanden sein. Die Produktvielfalt ist viel zu oft sowieso nur vorgegaukelt von einem Hersteller-Oligopol, das pro Hersteller einfach zig Marken anbietet.

  6. Sie haben ja völlig recht, mein lieber Herr Kubelick. Der allgegenwärtige Anblick von Zensursula ist schwer zu ertragen. Ständig plappert sie wirres Zeug und zeigt sich völlig resistent gegen jede Kritik. In einer Oase der visuellen Ruhe wie dem Fachmagazin für Halbwissen hat dieses schrille Wesen nichts verloren. Aber die virtuelle Zensursula kann und wird nicht eher weichen, bis die reale Gebärbeauftragte der geliebten Bundesregierung unsere Grundrechte aus ihrem Würgegriff entlässt. Die verdirbt Ihnen den Spaß, nicht wir!

    Ihren Verdacht, meine Herren Pecas und ZAF, das Hackfressenwesen nähre sich aus Normierung und Wiederholung, teile ich. Unsere Gesellschaft versucht, das Individuum dem Durchschnitt anzupassen, den sie als Idealform sieht, und Tag für Tag in der Werbung vorzeigt. Moderne Krankheiten, wie etwa zahnfarbene Zähne, haben nicht ohne Grund aussichtsreiche Therapieansätze hervorgebracht.

  7. nun haben sie mich völlig misverstanden, denn ihr visuell umgesetzter, gifanimierter protest kitzelt uns nicht sondern reizt den augampfel, lenkt vom wesentlichen ab. so bleibt mir in der tat nichts anderes übrig, als auf den baldigen mutterschutzurlaub der uschi tze tung sowie die kiefersperre des dr. seltsam zu warten, um wieder ihre seite zu besuchen.

  8. Sie haben natürlich recht, mein lieber Herr Kubelick. Die unerträgliche Penetranz der Gebärbeauftragten durfte sie nun lange genug im ehrwürdigen Fachmagazin für Halbwissen demonstrieren. Nach demokratischer Abstimmung innerhalb der Redaktionskonferenz habe ich unter Androhung einer Entlassungswelle verfügt, daß Peppy der Papyrus die virtuelle Inkarnation der realitätsfernen UvdL in den unbefristeten Mutterschutz zu schicken hat.

  9. die stimme des volkes kann doch was bewirken! wir freuen uns, dass hier noch die demokratie ein funktionierendes zuhause hat, dass hier auch das leisteste flüstern des protests der fragwürdigen minderheit registriert wird. lang lebe stal….ää, ein hoch auf die utopien und ihre zufluchtsorte! (servus, elvis!)
    wir plädieren für peppys beförderung für den posten des chief officer of visual standards and aesthetics/moral majority representative.

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