Sozialhilfeempfänger 2.0

Unser Leid ist von unermeßlicher Schwere und ist plötzlich und völlig ohne jede Schuld über uns hereingebrochen 1)Leo Müller, „Die deutsche Lehmann-Lüge“, Financial Times Deutschland, www.ftd.de, 10.08.2009.

Bitte, oh erhabener Wähler, Herrscher über Leben und Tod, gib daß alles so weitergeht wie bisher. Mach, daß Peer Steinbrück Fall-Manager der Großen Arbeitsagentur unserer Vorstände bleibt. Er ist doch — neben Jörg Asmussen vielleicht — der Einzige der weiß, wessen Seegrundstücke, Stiftungen, Segelyachtflotten und Fünftvillen wirklich systemrelevant sind 2)Jens Berger, „Die Jahrhundertpleite“, Telepolis, heise.de, 17.08.2009.

Verdamme dagegen all Jene, die in ihrer scheußlichen Gier Lebensversicherungen und Bausparverträge abgeschlossen haben. Schicke sie in die ewige Erwerbslosigkeit und ziehe ihnen die horrenden Heizkosten der Hölle von ihrer lächerlichen „privaten Altersvorsorge“ ab, ehe Ihr ihnen Brot und Obdach gebt.

Wenn Ihr, Eure Herrlichkeit, wahlberechtigt, wie Ihr seid, anders entscheidet als bisher, wird nichts mehr so sein wie es war. Unser Schicksal liegt in Eurer Hand. Eures übrigens auch.

Bis Ultimo in tiefster Ergebenheit Eure

Allianz SE München
Münchner Rück AG
Bayern LB Holding AG
Uncredit SA Rom
DZ Bank AG Frankfurt
Debeka Koblenz
HDI Haftpflichtverband
HUK Coburg
AXA SA Paris
Zürich Financial Services AG
LBBW Stuttgart
KfW Bankengruppe
Commerzbank AG
HSH Nordbank AG
Deutsche Post AG
NRW Bank Düsseldorf
Norddeutsche Landesbank
WestLB AG
Deutsche Bank AG 3)Alexander Otto, “HRE-Gläubiger – wer unser Geld bekommt …”, chefarztfrau.de, 14.08.2009

Quellen   [ + ]

1. Leo Müller, „Die deutsche Lehmann-Lüge“, Financial Times Deutschland, www.ftd.de, 10.08.2009
2. Jens Berger, „Die Jahrhundertpleite“, Telepolis, heise.de, 17.08.2009
3. Alexander Otto, “HRE-Gläubiger – wer unser Geld bekommt …”, chefarztfrau.de, 14.08.2009

Hurra: Endlich auf den ersten Klick!

And so it happened
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Endlich hat der Bundestag mit dem Rilaunsch seines Internetauftritts mit einer Handvoll Euro 1)„Bundestag mit neuem Internetauftritt übersichtlicher“, Hamburger Abendblatt, www.abendblatt.de, 13.08.2009 dafür gesorgt, daß jeder „mit einem Klick“ das begehrte Formular „Deutscher Bundestag — Referat ZT 4 — Logistik — Antrag auf Zufahrtsberechtigung zum Unterirdischen Erschließungssystem (UES)“ als PDF-Datei 2)Formular als PDF-Datei, www.bundestag.de, bekommen kann.

Besonders clever: Sie dürfen sich aussuchen, ob Sie das Formular am PC ausfüllen, ehe Sie es ausdrucken und mit dem Firmenstempel versehen oder erst drucken und dann ausfüllen. Sobald Sie die Geburtsdaten der „max. 8 Namen“ herausgefunden und darunter die „Hausausweisinhaber“ ausgemacht haben und wissen welche Kennzeichen „für jedes Fahrzeug eine separate Anmeldung“, Fahrzeuge unter bzw. über 2,00 Meter Höhe tragen, kann es losgehen: Unterschreiben und das Faxgerät anwerfen sind Eins.

Danach heißt es abwarten, ob „das Genehmigungsverfahren“ binnen 24 Stunden zu einem abschlägigen Bescheid führt. Wenn nicht, wird Ihrem Antrag stattgegeben. So einfach und unbürokratisch bekommen Sie beim Deutschen Bundestag einen Parkplatz in der Tiefgarage — denn das ist es wohl, was Unterirdisches Erschließungssystem heißen soll.

Quellen   [ + ]

1. „Bundestag mit neuem Internetauftritt übersichtlicher“, Hamburger Abendblatt, www.abendblatt.de, 13.08.2009
2. Formular als PDF-Datei, www.bundestag.de,

Spiegelschreiber wissen mehr über das Internet

Einerseits behauptet ein qualitätsjournalistischer Tatsachenartikel auf bedrucktem Papier aus bestem Verlagshaus, „Es gibt … Snuffvideos zuhauf …“ 1)Spiegel (Offline), Heft 33/2009, S. 68 ff.

Dem entgegen unterstellt eine kostenlos erhältliche Mitmachseite im Internet von Autoren zweifelhafter Provinienz glatt das Gegenteil:  „Bis heute ist kein einziger eindeutig echter Snuff-Film bekannt“ 2)Deutschsprachige Wikipedia zum Begriff „Snuff-Film.

Raten Sie mal, wer dazu drei Quellen nennt, von denen zwei eindeutig Snuff als Marketingerfindung von Filmemachern beschreiben.

Quellen   [ + ]

1. Spiegel (Offline), Heft 33/2009, S. 68 ff
2. Deutschsprachige Wikipedia zum Begriff „Snuff-Film

Panzerkalle hat es erwischt

Der Rollende Wolle 1)Wolfgang Schäuble rollte damals natürlich noch nicht und war Parteivorsitzender der CDU., der treue Kassen-Walther 7)Walther Leisler Kiep war nicht nur Krawattenmann des Jahres 1977, sondern auch der Bundesschatzmeister der CDU., der Dumme 2)„Der Dumme“ in dem Sinne, daß Holger Pfahls schicksalhaft der größte Nachteil in dieser Angelegenheit zufiel. Nur er war vor Gericht geständig und nur er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Holger, Bimbes-Birne 3)Deutschlands bekanntester Saumagenvertilger war 16 Jahre Bundeskanzler. Sein „Ehrenwort“ wog schließlich schwerer als die StPO. Sein Schweigen über die Schmiergeldgeber wurde ihm wegen „geringer Schuld“ gegen 300.000 DM verziehen. und auch der traurige Max 4)Den Hals und die Leibesfülle hat Max Strauß sicher vom Vater. Die schweren Depressionen kamen wohl erst mit der WABAG vom großen bayerischen Landesvater 5)Starfighter, Milliardenkredit, Wackersdorf, Rhein-Main-Donau-Kanal, HS-30: Kein Milliardengrab war Franz-Josef Strauß zu tief, um um sein Einkommen aufzubessern. haben immer gerne vom Kanada-Karlheinz 6)Hans Holzhaider, „Das verlorene Jahrzehnt“, süddeutsche.de, 03.08.2009 genommen.

Der soll nun in Augsburg alles alleine ausbaden. 15 Jahre muß er brummen, sagt der Herr Staatsanwalt. Nicht weil der Karlheinz jemanden umgebracht hätte oder Schlimmeres, sondern weil er seine Auslagen für die Genehmigung des Panzerexports dem Verkaufspreis zuschlug.

Weil die letzten zehn Jahre nur gerade so genügt haben, um das Strafmaß festzulegen, muß Karlheinz zunächst hinter Schwedischen Gardinen warten, bis vielleicht schon nächstes Jahr der Prozess beginnen kann.

Am Ende bleibt ihm vielleicht keine andere Wahl, als Verteidigungsminister zu werden.

Quellen   [ + ]

1. Wolfgang Schäuble rollte damals natürlich noch nicht und war Parteivorsitzender der CDU.
2. „Der Dumme“ in dem Sinne, daß Holger Pfahls schicksalhaft der größte Nachteil in dieser Angelegenheit zufiel. Nur er war vor Gericht geständig und nur er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.
3. Deutschlands bekanntester Saumagenvertilger war 16 Jahre Bundeskanzler. Sein „Ehrenwort“ wog schließlich schwerer als die StPO. Sein Schweigen über die Schmiergeldgeber wurde ihm wegen „geringer Schuld“ gegen 300.000 DM verziehen.
4. Den Hals und die Leibesfülle hat Max Strauß sicher vom Vater. Die schweren Depressionen kamen wohl erst mit der WABAG
5. Starfighter, Milliardenkredit, Wackersdorf, Rhein-Main-Donau-Kanal, HS-30: Kein Milliardengrab war Franz-Josef Strauß zu tief, um um sein Einkommen aufzubessern.
6. Hans Holzhaider, „Das verlorene Jahrzehnt“, süddeutsche.de, 03.08.2009
7. Walther Leisler Kiep war nicht nur Krawattenmann des Jahres 1977, sondern auch der Bundesschatzmeister der CDU.

Dienstwagenaffaire

Es gibt auch im Leben von Ministerinnen Dinge, die nicht an die Öffentlichkeit gehören. Ein besonders enges Vertrauensverhältnis zu einem Chauffeur zum Beispiel, der von Bonn nach Hannover fährt, um Frau Ministerin von Hannover nach Berlin zu bringen.

Details aus einem Fahrtenbuch können durchaus intim genug sein, um sie der Familie und besonders dem Gatten einer Familienministerin, ersparen zu wollen. Wenn schon, dann soll er es wenigstens nicht aus der Zeitung erfahren.

Michael Konken soll ein eigenes Verb bekommen

Der talentierte Webdichter Klaus Jarchow schlägt stilsicher vor, dem Wortfeld trollen 1)„Troll_(Netzkultur)“, de.wikipedia.org, 27.07.2009 ein weiteres Verb zu spendieren 4)Klaus Jarchow, „Das Konken“, stilstand.de, 27.07.2009. Wegen Michael Konkens auch an anderer Stelle 2)Johnny Haeusler, „Don’t feed the trolls“, spreeblick.com. 27.07.2009 beachteten linientreuen Einlassung, die er bei der Welt-Online gerne auch ohne Rücksicht auf Fakten veröffentlichen 3)Michal Konken, „Unerträgliche Leichtigkeit des Internets“, welt.de, 26.07.2009 durfte, soll es ihm vergönnt sein, als Namenspate für das Verb konken zu stehen. Konken bezeichnet die Entstehung der Textsorte Provokante Polemik ohne Wissensbasis aber mit klarere Zielsetzung zugunsten des Autors.

Die Methode hat bereits breiten Anklang gefunden. So konkt Zensursula von der Leyen bis heute unbeirrt von einem, der Öffentlichkeitswirkung wegen flugs erfundenem, Milliardenmarkt von kommerziellen Kinderfickerphotoverkäufern im WorldWideWeb. Auch Wolfgang Schäuble konkt ungebrochen mit abstrakten, aber immer schlimmeren Bedrohungslagen dafür, endlich die Streitkräfte mit einem robusten Mandat gegen das eigene Volk in Stellung zu bringen.

Kein Zweifel: Konken ist längst eine Alltagretorik geworden. Es ist also ein guter Zeitpunkt, diesen Begriff zu besetzen.

Quellen   [ + ]

1. „Troll_(Netzkultur)“, de.wikipedia.org, 27.07.2009
2. Johnny Haeusler, „Don’t feed the trolls“, spreeblick.com. 27.07.2009
3. Michal Konken, „Unerträgliche Leichtigkeit des Internets“, welt.de, 26.07.2009
4. Klaus Jarchow, „Das Konken“, stilstand.de, 27.07.2009

Verlagsrettung

Wäre ich Verlagslobbyist, würde ich in dieser Sache argumentieren, daß meine Qualitätserzeugnisse für die Gesellschaft eindeutig wichtiger wären, als Pferde und Kunstgegenstände, für die der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent gilt. Die desolate Situation des deutschen Verlagswesens sei dieser, auch für die Informationsfreiheit äußerst bedrohlichen Schieflage geschuldet. Ein völliger Zusammenbruch wäre nur abwendbar, wenn die Politik unverzüglich reagiert und durch eine Mehrwertsteuerbefreiung für Verlagserzeugnisse ein längst überfälliges Signal setzt. Nicht zuletzt könne anderenfalls auch die wichtige Kommunikation der politischen Akteure zu den Wählern ins Hintertreffen geraten. (An dieser Stelle würde ich verschwörerisch mit einem Auge zwinkern und dann retorisch fragen:) Nicht wahr? (Nach einer Kunstpause würde ich anfügen:) Von diesem Schritt könne die Gemeinschaft deutlich stärker profitieren als von den derzeit ohnehin schwindenden Umsatzsteuererlösen.

Seriöse Angebote solventer Verlagshäuser bei Interesse bitte mit dem Betreff „Spin Doctor wanted“ an post [ät] fellowpassenger [punkt] de.

Adde und folge uns, Eintagsheld, denn es ist Deine Zeit

Wenn man flugs ein paar Millionchen über das werbende Volk verstreut, muß man doch als Multimilliardentelephonkonzern, der genauso ist wie die drei anderen auch, geliebt werden können.

Werbespots, Blog, Twitter, Facebook, StudiVZ, MySpace und was der Anzugmann mit dem roten Iro sonst noch gesagt hat, hat Vodafone doch alles gemacht. Naja, machen lassen. Aber vom Scholz, bei dem ja alle ganz zwopunktnullmäßig „Friends“ sind.

Kein Grund also, warum die „Generation Upload“ sich noch immer hartnäckig weigert, den Vodafonen endlich eine Einzugsermächtigung für ihre Konten zu erteilen.

Im rechtsfreien Internetz tummeln sich eben nur gratiskulturell orientierte Minderleister, die einfach nicht begreifen, daß ein wahrer Held schweigend zahlt und nichts verlangt.

Entschuldigung an Indien für Ursula von der Leyens Fehltritt

Sehr geehrter Generalkonul Indiens,

mit großem Entsetzen mußte ich feststellen, daß Frau Ursula von der Leyen, Deutschlands Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Volk und der Regierung Indiens unterstellt, sexuellen Mißbrauch von Jugendlichen, Kindern und  Säuglingen zu billigen.

Selbstverständlich steht es Frau von der Leyen keineswegs zu, Aufgaben des Außenministeriums wahrzunehmen und dabei auch noch diplomatische Verstimmungen zu bewirken.

Es ist allgemein bekannt, daß Indien jede Form pornographischer Darstellungen ächtet und auf Grundlage strenger Gesetze
selbstverständlich mit Härte verfolgt.

Als einfacher Bürger der Bundesrepublik Deutschland habe ich nur geringen Einfluß auf das politische Geschehen meines Landes. Meine Einflußnahme beschränkt sich auf die Wahl politischer Parteien deren Ziele sie frühestens offenbaren, nachdem sie bereits gewählt sind.

So bleibt mir nichts anderes, als mich in aller Form bei Ihnen und dem indischen Volk für die hochgradig peinlichen  Entgleisungen von Frau von der Leyen zu entschuldigen.

Es gibt viele Deutsche, die erkennen, daß Frau von der Leyen sich in dieser Angelegenheit immer wieder auf falsche Tatsachenbehauptungen beruft, deren Quellen leicht als unseriös zu erkennen sind. Nicht nur dies war für über 250000 Deutsche Grund genug, die Regierung in einer Petition zu bitten, von diesem Gesetzgebungsverfahren abzurücken. Das unkontrollierbare und geheime Zensurmechanismen aufbaut, deren Demokratiegefährdender Mißbrauch bereits programmiert ist.

Sie sehen also, daß ein großer Teil der Deutschen die Anfeindungen Ursula von der Leyens gegen Indien mißbilligt.

Ich bitte Sie daher meine aufrichtige Entschuldigung für die Verfehlungen der Ministerin, die ich übrigens nie gewählt habe, anzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Fellow Passenger