Die taz überfordert mich

Da schreibt die taz zum Beispiel:

Raum ohne Volk?

Weite Teile Deutschlands werden in den kommenden 25 Jahren veröden, denn die Abwanderung in die Ballungsgebiete ist nicht zu stoppen. Der Staat zieht sich dann aus so manchem Landstrich zurück und stellt damit seine Existenz als „Daseinsvorsorger“ in Frage. In den dünn besiedelten Gebieten entstehen aber auch Freiräume für eine experimentelle Politik. Die taz widmet dieser Entwicklung eine neue Serie SEITE 4, 5

Das klingt interessant. Ich würde gerne auf „SEITE 4, 5“ weiterlesen. Das kann ich aber nicht, weil ich diese Seiten nicht finde. Das liegt sicher daran, daß die Online-Ausgabe gar keine Seitenzahlen hat. Das finde ich doof. Ich möchte jetzt aber auch nicht vorschlagen, Seitennummern einzuführen. Das wäre nämlich auch doof. Aber gerade für Online-Texte gibt eine ganz tolle andere Möglichkeit, von einer Textstelle auf eine andere zu verweisen: Den Hyperlink, oder kurz, Link. Hyperlinks sind so toll, daß das ganze Internet voll davon ist. Ich weiß, daß auch die taz diese Technik kennt. Die schreibt nämlich unter jeden Artikel einen drunter. Es ist aber immer der gleiche: Was ist Ihnen die Internetausgabe der taz wert? Die Antwort mag bitter klingen, aber sie ist logisch. Die Internetausgabe der taz ist nicht viel wert, solange man die Artikel darin nicht findet.

Das erinnert mich ein bißchen an einen Schildbürgerstreich, den sich der PC-Pannendienst Homejumper mal geleistet hat. Der hat nämlich mal einen Webespot im Fernsehen gezeigt, der besagte, wenn der heimische Computer streikt, soll man Homejumper holen. Am Ende wurde dann die Internetadresse des Unternehmens eingeblendet. Auch doof. Daß diese Seite nichts als Adresse und Telefonnummer der Firma enthielt, fand ich ebenfalls nicht sehr geschickt. Außerdem dachte ich mir, ein Privatanwender kann sich dafür kaum interessieren. Seine Waschmaschine lässt er sicher reparieren, die geht dann ja wieder ein paar Jahre. Aber der PC? Das wird nichts, dachte ich. Das wurde nichts, merkte einige Monate später auch Homejumper, setzte über die Hälfte seiner Belegschaft auf die Straße und wollte nun lieber kleine Unternehmen als Kunden. Kleine Unternehmen wollten aber wohl keinen Dienstleister, der sich Homejumper nennt. Jedenfalls ging Homejumper kurz darauf pleite. Schuld war, so hieß es, die Flaute in der IT-Banche.

Bei der taz hat die Zeitungsbranche Schuld, schreibt sie. Die taz ist zwar nicht pleite, aber seit Jahren immer kurz davor. Deswegen soll der Leser der Online-Ausgabe bitte spenden. Ich bin sicher, das würden viele gerne tun, wenn sie die taz auch online lesen könnten.

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