Fußfessel für Langzeitarbeitslose

Es hat mich ja bei Herrn Schröder sehr gewundert, daß er immer so tut, als wären Arbeitslose, faule Säcke, die partout nicht arbeiten möchten. Die muß man nur mal ordentlich unter Druck setzen, damit die mal was arbeiten gehen. Und schwups ist die Arbeitslosigleit wegregiert. So einfach ist das.

Aber was ist das? Kaum wird in der Arbeitslosenstatitistik etwas weniger gelogen als vorher, haben wir auf einmal 5,2 Millionen Faulpelze. Doch nicht so einfach?

Der hessische Justitzminister Christean Wagner hat da aber ganz interessante Ideen, die er, bislang eher unbemerkt, über seine Pressestelle verlautbaren ließ. In der Presseinformation steht tatsächlich:

Die elektronische Fußfessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die Überwachung mit der elektronischen Fußfessel kann eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden.

Wenn die bösen Arbeitslosen elektronische Fußfesseln bekommen, so wie verurteilte Straftäter auf Bewährung, wird sicher alles besser. So einfach ist das.

Der SPIEGEL-Online schreibt „Immer mehr Deutsche zweifeln an der Demokratie“. Ob es wohl daran liegt, daß das Leben in dieser Demokratie immer mehr wird, wie man es aus Diktaturen kennt? Ja, tut es. So einfach ist das.

Hinweis auf die Pressemitteilung via Mehrzweckbeutel und Nachdenkseiten.

12 Antworten auf „Fußfessel für Langzeitarbeitslose“

  1. Der Herr Minister schweigt sich zwar darüber aus, ich würde aber wetten, dass er Mitglied der FDP ist, evangelisch ist er jedenfalls. Zu vermuten ist weiterhin, dass er einen Schwippschwager hat, der sich als Fußfesselfabrikant verdingt, und ihm lohnende Provisionszahlungen für jede verkaufte Einheit in Aussicht gestellt hat. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um einen gemeinen Hirnschaden, man steckt ja nicht drin. Bzw. noch nicht, also in der Fußfessel. Und Frau Kathleen: Bleiben Sie lieber hier, wir haben’s doch wirklich gemütlich miteinander.

  2. Na Gott sei Dank habe ich nur im Konjunktiv gewettet, wie immer, wenn ich verunsichert bin. Das mit der CDU macht aber gar nichts, das ist auch eine sehr schöne Partei. Einen ziemlich freundlichen Tag wünsche ich, genießen Sie ihn, solange Sie noch entfesselt springen können.

  3. Irgendwelche EU-Gesundheitsminister wollen jetzt auch, da ja alle Menschen selbst auf ihre Gesundheit achten sollen und die Risiken kennt, alle herkömmlichen Zigaretten verbieten. Gibt es demnächst eigentlich nur noch Bevormundung? Irgendwelche weltfremden Bürokraten, die ihren eigenen kruden Vorstellungen des Daseins ein Denkmal vermittels antidemokratischer Pflichtvorschreibungen setzen müssen? Wo bleibt da der individuelle Ermessensspielraum bezüglich des eigenen Lebens?

  4. wie wäre es wenn die politiker solch näckische fussfesseln hätten? hm? zum beispiel um zu prüfen, ob sie auch tatsächlich im bundestag hocken und ihr senf dazu geben und dampf ablassen?! mit gutem beispiel voran! gottsei dank, dass die bild wenigstens eine konstruktive kritik liefert:
    minister knallt durch!
    es freut mich zu sehen, dass wohl die mehrheit der leser so denkt!
    sonst stünde es ja nicht im bild!

    ich gehe mal mir meine meinung bilden!

  5. verehrter ole,

    da mit der eigenenverantwortung, ne, das geht nicht. seit diese trennung von kirche und staat erfolgte, da muss doch was her, um dafür zu sorgen, dass die leute in furcht leben. alle steigens aus der kirche aus, fürchten weder gott noch teufel.

    daher muss man neue regel erfinden, damit hier nicht das armageddon ausbricht, damit nicht das totale chaos waltet. ja, ich weiss, der liebe gott hat uns einen willen gegeben, aber wir sind doch alle „die einfachen“, wir können da nicht grossartig unterscheiden. aber die herren und t ehee, najaa, auch die damen, dich denken die ganze zeit nach und dann kommen sie auch auf solche für uns einfachen, nicht verständlichen massnahmen.

    das denken ist sowieso verboten. ois verbotten, mei liaba!

    mit kleinlauten grüssen aus münchen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.