Wahlrecht für Experten

Es gibt doch für alles Experten. Warum belastet man den uns Bürger damit, irgendwelche Parteien in Land- und Bundestage zu wählen? Wir haben doch keine Ahnung von Politik. Sonst wären wir ja selber Politiker geworden.

So als Laie denkt man ja bloß, mit so einem multimilliardenschweren Bundeshaushalt müsste man doch ganz schön was bewegen können. Vielleicht meint man auch, wenn es alles, was jeder so zum Leben braucht, sowieso im Überfluß vorhanden ist, obwohl bei der Herstellung nicht einmal jeder gebraucht wird, müsse es doch allen gut gehen.

Aber wir Laien haben eben keine Ahnung. Wir verstehen nicht, warum unsere Sprache anders werden muß. Wir sehen nicht ein, warum wir Wegwerfverpackungen nicht selber wegwerfen dürfen, sondern dafür Pfand bezahlen sollen. Wie neue Pässe dafür sorgen sollen, daß niemand mit Flugzeugen in unsere Häuser fliegt, leuchtet uns nicht ein. Wozu der Staat Einblick in unsere Konten haben muß, bleibt uns verborgen. Wir kapieren ja nicht einmal, warum bei Managern von Großunternehmen die gleichzeitig Abgeordnete sind immer die Rede von „Nebeneinkünften“ ist, die offengelegt werden sollen. Die Höhe der Diäten ist doch bekannt. Wir können selbst ja einen Computer nicht von einem Fernseher unterscheiden.

Warum schreibt uns die Regierung nicht endlich verbindlich vor, welche Partei wir wählen sollen? Es ist ja kein Wunder das immer nur so wenige wählen gehen, bei so vielen Parteien. Wer soll sich den da noch auskennen? In der DDR ging das viel einfacher. Da gab es übersichtliche Stimmzettel und eine Wahlbeteiligung von über 100 Prozent. Man musste sogar nicht einmal hingehen zur Wahl. Bürgernah wie die SED war, akzeptierte sie ganz unbürokratisch auch Stimmen, die manche Wähler versehentlich gar nicht abgegeben hatten.

16 Antworten auf „Wahlrecht für Experten“

  1. Und ich dachte immer, SPDCDUGRÜNECSUFDP sei eine Einheitspartei. Bei den minimalen Unterschieden in den praktischen Umsetzungen, wenn die jeweiligen Splittergruppen dieser nationalen Einheitspartei (NEP) mal an der Macht sind, wollen Sie mir doch nicht erzählen, das seien alles eigenständige Parteien, oder Herr Fellow Passenger?

  2. Nein, eigenständig sehen die nicht gerade aus, Herr 3zenzi+c. Aber es gibt ja noch andere Parteien. Was würde geschehen, wenn die wegen der großen und unübersichtlichen Stimmzettel jemand versehentlich wählt? Besteht da nicht die Gefahr, daß ähnliches passiert, wie in Frankreich mit der EU-Verfassung? Da wurden doch auch Laien befragt, die beispielsweise einfach nicht verstanden haben, daß die Verpflichtung militärische Aufrüstung zu steigern unbedingt Bestandteil einer Verfassung sein muß. Eine solche Schlappe dürfen die Experten der EU doch nicht einfach hinnehmen müssen.

  3. Herr Z. (wie kommen Sie eigentlich auf diesen unschreibbaren Namen?)

    Die Wahlen werden mit dem Medianwähler gewonnen. also dem Wähler, der genau in der Mitte ist (einfach zu beweisen, wenn es zwei Parteien und nur links und rechts gibt). Deshalb müssen sich die Parteien programmatisch annähern.

    Die EU Verfassung erachte ich als äußerst notwendig.

    Problematisch sehe ich die hohe Anzahl an Kindergärtnerinnen im Bundestag. Aber das ist ein anderes Problem.

  4. Herr Exit, was ist den an zenzizenzizenzic unschreibbar? Zur Not nutzen Sie halt copy&paste und schauen mal hier http://zenzizenzizenzic.obscursville.com/archives/2005/02/25/zenzizenzizenzic/
    Ach es gibt Medianwähler? Was hat die Partei namens Median denn für ein Programm?
    Ich dachte, im Bundestag sind vor allem Beamte wie Lehrer und andere Arbeitsscheue.

    Herr Fellow Passenger, wie gut, daß ich ein Profi in jeder Lebenslage bin und niemals nicht ein Laie. Da werde ich wohl eine der Parteien weiter unten auf dem Stimmzettel ankreuzen…vielleicht nehme ich auch ein paar Buntstifte mit in die Wahlkabine und male ein paar Blümchen in die Kreise.

  5. Ja, sehr geehrter Herr Zenzizenzizenic (Merke die Eselsbrücke: die Almwörter Zenzi und Zicke, ich sagte Eselsbrücke! und nicht Verunglimpfung) ich hab Sie jetzt gelernt. Auch weil
    ich grad gelacht hab und das mag ich gern.
    Ich würd gern mit Ihnen und den Buntstiften in die Wahlkabine. Vielleicht lockt man so neue Wähler, die Kombiwahl bis zu 3 Personen und mit Picknikkorb.

  6. Frau Gitana (ich gehe bei la und einer Endung auf -a mal von einem weiblichen Wesen aus), wenn Sie jetzt die Wortteile noch zusammenschreiben, haben Sie’s!
    Aber zusammen in eine Wahlkabine? Die Wahlkabinen, in denen ich bisher verweilte, waren doch immer sehr beengt. Und echte Kabinen, wie man sie vom Schwimmbad oder Röntgenarzt kennt, waren es auch nicht. Mehr so hölzerne Sichtschutzblenden, die auf Schultischen angebracht waren. Ich bezweifel, daß dort 3 Personen und ein Picknickkorb reinpassen. Aber wenn jeder seine eigene Wahlkabine mitbringt, dann könnte das vielleicht klappen. Das wird sicher lustig, so ein Wahlkabinenpicknick, das sich über Stunden hinzieht und den Wahlraum blockiert. Soweit ich weiss, gibt es ja keine Zeitvorgaben, innerhalb derer ich meine Stimme abgeben muß. Das kann dann schon mal drei oder vier Stunden dauern. So eine Entscheidung will auch wohl überlegt sein. Also kann man es sich eigentlich dort innerhalb der Öffnungszeiten gemütlich machen.

  7. Oh weh! Ich fürchte diese romantische Idee verpufft an der grausamen Wahlordnung. Zuerst darf man sich das Wahllokal nicht selbst aussuchen und dann darf immer nur eine Person auf einmal in die Wahlkabine. Nur wenn einer von Ihnen eine Behinderung hätte, könnte der andere als Begleitperson mitkommen. Sonst bleibt Ihnen nur sich zu einer gemeinsamen Briefwahl verabreden.

  8. Wie jetzt? Sie müssen sich schon entscheiden. Er oder ich. Und: Der Kollege sagt: 1 ganzer Behinderter, 1 ganzer Begleiter. Wenn 50% Behinderung dann auch nur 50% Begleitung. So interpretiere ich den Herrn vom Wüsten Grünzeug.
    Das hieße: Auf dem Stuhl festhalten und einfach die Hand führen und dabei (wegen der 50%) wegsehen. Ich hab hier mal die Wahl geleitet, ich weiß wie man das macht….

  9. Bitte bevor die Schreierei losgeht:
    ich habs getan weil der ganze Dorf plötzlich krank und in Urlaub war. Ich gekam auch Geld, das geb ich zu. Leider ist davon nix mehr übrig für das wüste Gestrüpp vom Herrn Passent.

  10. Sehr geehrter Herr Z³+c
    unsere Legitimation für den 3er Wahlsonntag hat soeben zugesagt.
    Wenn Herr Fellow P. nicht noch überkorrekt wird dann pack ich schon mal den Rollrasen ein. An alle Interessierten: Herr Schäuble ist noch nicht gebucht.

  11. Ein lauschiges Picknick in der Wahlkabine? Ich bin entzückt! Haben Sie sich schon Gedanken über die Stadt gemacht? Und man kann sich ja Wahlscheine besorgen!

    Der Medianwähler ist der Wähler in der Mitte. Man stelle sich 99 Wähler vor. Von links nach rechts sortiert. Und zwei Parteien. Eine Linke und eine Rechte. Beide Parteien werden nun versuchen in der Mitte nach Stimmen zu fischen. Alle Wähler links bzw. rechts der Mitte werden immer ihre Partei wählen, weil sie ja sonst auf der ganz anderen Seite wählen müssten. Der letzte Wähler, bei dem die Grenze liegt, ist der Medianwähler.

  12. Oh ja, eine Kamikazewahlpicknickparty…offenlichkeitswirksam wäre das sicher in dem Ort, in dem Angela Merkel oder Schröder wählen gehen. Wenn man da gleich bei Öffnung die Wahlkabinen okkupiert, dann kommen die gar nicht dazu, ihre Stimme abzugeben.
    Rollrasen? Sind das so grüne wiesenähnliche Plastikteile? Was Sie so alles besitzen, Frau Gitana.
    Mit Statistik können Sie mich jagen, Herr Exit. Ich ersinne mich daran, daß ich sogar mal den Mathe II-Kurs im Studium wiederholen musste, weil ich den ganzen Kram mit Matrizenrechnung, Fouriertransformation usw. nicht verstanden hatte. Und was brauchte ich später? Nur einfachen Dreisatz!

  13. Übrigens Herr Exit, halte ich die EU-Verfassung für völligen Schrott.

    Die allgemeine Ablehnung des mißglückten Entwurfs als schweren Schlag für Europa heraufzustilisieren empfinde ich als peinlich.

    Ein Vertrag über allgemeine Geschäftsbedingungen der Mitgliedsstaaten zu schließen ist in Ordnung. Das „Verfassung“ zu nennen und als solche zu implementieren ist dagegen infam.

    Solange eine Privatperson in Deutschland vom Zoll verfolgt wird, wenn sie in Italien ein paar Kilo Kaffee eingekauft hat, brauchen wir nicht über eine gemeinsame Verfassung zu reden.

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