Einfaches Gulasch

Zutaten für 4 Personen, die schon eine Vorspeise intus haben, dazu Kartoffelpüree essen und noch ein Dessert verabreicht bekommen sollen:

  • 500 g Rindfleisch
  • 100500 g Zwiebeln (ungeschält gewogen)
  • 10 Körner schwarzer Pfeffer
  • 7 Körner Piment
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 EL Paprika, süß, (Das Gewürz ist gemeint, nicht die Frucht)
  • 1 Karotte
  • 2 kleine Zehen Knoblauch
  • 1 TL Salz
  • 4 EL Tomatenmark
  • 4 EL Fett
  • 150 ml Rinderfond
  • 350 ml Rotwein

Einkaufen:
Lorbeerblätter, Paprika, Piment und Pfeffer genügen im getrockneten Zustand vollauf, wie sie im Supermarkt erhältlich sind. Wenn Sie davon etwas bereits seit Jahren in Ihrem Gewürzregal lagern, werfen Sie es weg und kaufen es neu.

Wenn Sie den Wein im Supermarkt zu erwerben beabsichtigen, investieren Sie mindestens 4,99 Euro. Wenn Sie noch eine angebrochene Flasche Wein haben der Ihnen nicht schmeckt, gießen Sie ihn unter ständigem Rühren in den Abfluß und kaufen einen den Sie gerne trinken. Aus schlechtem Wein wird keine gute Speise.

Versuchen Sie frischen Knoblauch zu bekommen. Die Schale von frischem Knoblauch ist strahlend weiß und raschelt nicht.

Meiden Sie Karotten, die schon im rohen Zustand weich sind. Eine frische Karotte läßt sich nicht verbiegen. Wenn seitwärts fadenartige Wurzeln austreiben ist sie zu alt. Verwenden Sie nicht zu viel Mühe auf die Karotte, man kann sie auch weglassen.

Am besten wäre es, den Rinderfond selbst herzustellen. Es ist nicht wirklich schwierig, aber man braucht mehrere Stunden dafür. Wenn man nicht ohnehin täglich mehrere Stunden in der Küche verbringt, ist der Aufwand zu groß. Kaufen Sie den Rinderfond fertig im Glas. Die Ware ist flüssig und wird unter der Marke Lacroix, manchmal auch Langbein angeboten.

Gutes Fleisch zu erwerben ist schwierig, weil man die Qualität erst beim Essen feststellen kann. Eine gleichbleibende Qualität finden Sie am ehesten auf kleinen Wochenmärkten. Bei Supermärkten und Metzgereiketten ist es reines Glückspiel.

Grobkörniges Meersalz ist hübsch anzusehen und klingt gut. Wenn Sie es, z. B. in Griechenland einkaufen erhalten Sie für 50 Cent ein Kilogramm. In Deutschland bekommen Sie für 50 Cent etwa 30 Gramm davon. Nehmen Sie „normales“ Steinsalz. Das ist genauso salzig und kostet nicht mal ein Zehntel.

Fett transportiert Hitze und viele Aromen. Bei der Zubereitung von Fleisch kommt es meistens in erster Linie auf Hitze an, die für die sogenannte Maillard-Reaktion notwendig ist, um den gewünschten Geschmack zu erreichen, der mit einer leichten Bräunung des Bratguts einhergeht. Verwenden Sie ein Fett, das hitzebeständig und geschmacklich neutral, z. B. Kokosfett, Rapsöl ist.

Es gibt unterschiedliche Zwiebeln. Wenn man sie roh essen möchte ist es wichtig, ob man Schalotten, rote oder weiße Zwiebeln verwendet, weil sie verschieden scharf schmecken und auch unterschiedliche Farben haben. Kocht man sie, ist es mehr eine Frage der Dosis. Mit den 100 Gramm Zwiebeln sind die hellbraunen Küchenzwiebeln gemeint.

Vorbereitung:

  1. Öffnen Sie die Weinflasche
  2. Schälen Sie die Zwiebeln. Lassen Sie die Wurzel dran
  3. Halbieren Sie die Zwiebeln längs der Achse zwischen Wurzel und Trieb
  4. Gießen Sie etwa 50 ml Wein in ein vernünftiges Weinglas
  5. Schneiden Sie die Zwiebelhälften parallel zu Ihrem ersten Schnitt in etwa 3 mm breite Scheiben ohne sie Wurzelseitig zu durchtrennen. Das geht am Besten, wenn die Wurzel in Richtung der Messerspitze zeigt. Wenn Ihnen hier Tränen in die Augen steigen, heißt daß, Ihr Messer ist stumpf.
  6. Schnuppern Sie an dem zuvor eingeschenkten Weinglas. Ist der Duft angenehm, trinken Sie den Inhalt und gießen 100 ml nach.
  7. Schneiden Sie nun die längs eingeschnittenen Zwiebelhälften von der Triebseite kommen quer in 3 mm breite Scheiben in Richtung Wurzel. Kurz bevor Sie Angst um Ihre Fingerkuppen bekommen, werfen Sie das Wurzelende weg und widmen sich der nächsten Zwiebelhälfte bis sämtliche Zwiebeln verarbeitet sind.
  8. Bestaunen Sie die entstandenen Zwiebelwürfel und nehmen einen kräftigen Schluck Rotwein.
  9. Schneiden Sie die Karotte in feine Streifen.
  10. Falls nicht bereits vom Metzger erledigt, schneiden Sie das Fleisch in grobe Stücke mit etwa 4 bis 5 Zentimeter Kantenlänge
  11. Schneiden sie die geschälten Knoblauchzehen in dünne Scheiben. Streuen Sie das Salz auf die Schneidunterlage und zerreiben den Knoblauch mit der flachen Seite des Messers.

Zubereitung

  1. Stellen Sie einen Topf mit mindestens 5 Liter Fassungsvermögen auf die größte Flamme des Herds
  2. Trinken Sie einen Schluck Wein.
  3. Geben Sie das Fett in den heißen Topf
  4. Prüfen Sie die Temperatur des Fetts indem Sie den Stiel eines hölzernen Kochlöffels hineinhalten. Bilden sich Bläschen, ist das Fett heiß genug.
  5. Geben Sie das Fleisch in den Topf und braten es von allen Seiten an, bis es eine hellbraune Farbe angenommen hat.
  6. Drehen sie die Flamme herunter und geben Sie die Zwiebeln zum Fleisch. Braten Sie alles unter ständigem Rühren, bis die Zwiebeln glasig sind.
  7. Fügen Sie Paprika und Tomatenmark hinzu und rühren weiter.
  8. Sobald die Farbe des Tomatenmarks sich von rot zu braun verändert hat gießen Sie den Wein hinzu.
  9. Fügen Sie die restlichen Zutaten hinzu und lassen Sie alles eineinhalb bis zwei Stunden auf kleinster Flamme mit geschlossenem Deckel köcheln.
  10. Rühren Sie ab und zu um und trinken den restlichen Wein.

5 Antworten auf „Einfaches Gulasch“

  1. Geht soweit klar, mein lieber Herr Passenger. Nur die Menge der Zwiebeln würde ich drastisch erhöhen. Unsere ungarischen Freunde favorisieren hier 1 Teil Fleisch, 1 Teil Zwiebeln (bezogen aufs Gewicht). Die Sauce wird damit geschmacklich aufgewertet und bekommt eine atemberaubende Konsistenz. Der Ungar nennt Gulasch übrigens nicht »Gulyas«, wie man man meinen könnte, sondern »Pörkölt«. Ist das nicht sehr überraschend?

  2. Sie haben, sehr verehrter Herr Poodle,

    völlig recht mit den Zwiebeln. Ich habe die Menge so niedrig angesetzt, weil das Gericht auf diese Weise bekömmlicher ist. Daher auch die an sich gulaschfremde Karotte. Sie dient in erster Linie dazu, die Konsistenz zu verbessern.

    Die Bezeichnung „Pörkölt“ war mir bislang nicht geläufig. Allerdings bin ich des Ungarischen nicht mächtig, insofern ist es nicht überraschend, daß ich davon überrascht bin.

  3. Ich durfte im zweiten Semester „Instruktionstexte“ analysieren. Unsere Referatsgruppe spezialisierte sich auf Kochrezepte, die allerdings weit mehr praktisch als theoretisch getestet und analysiert wurden. Famos lecker war’s. Famos lecker ist wahrscheinlich auch Ihr Rezept – wenngleich ich ja auch zu mehr Zwiebeln tendieren würde. Vielleicht probiere ich es demnächst mal aus- wo Kochen doch eine große und gute Leidenschaft von mir ist. Das wär doch mal was!

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