Requiem

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
haut ein böser Mann zwei Häuser klein
Längst zu müde um die Wahl zu streiten
darf George endlich mal der Macher sein

Die Freiheit muß jetzt schwinden
Gegen Terror ist kein Kraut gewachsen
doch beides lässt sich schön verbinden
man erfindet einfach böse Achsen

Der Taliban bekommt nun richtig Senge
Afghanistan ist gar nicht involviert
nur smart und harmlos, doch mit Strenge
wird es deshalb höflichst bombardiert.

Weil sich’s Bush nicht merken kann
wo der üblen Schurken Länder liegen
kommt der Irak als nächstes dran
Schließlich geht es um den Frieden

Sinister waren Saddams schwere Waffen
vielleicht auch eher nicht vorhanden
weil doch in Beweisen Lücken klaffen
und auch die Kontrolleure keine fanden

Darum haben wir dabei nicht mitgemacht
nur der BND ein wenig und auch heimlich
hat der Bomben schöne Ziele ausgemacht
daß man’s heute weiß ist etwas peinlich.

Der Herr Schröder hat uns angeschmiert
dort wie hier, das zeigt der Arbeitsmarkt
Inzwischen ist der Kanzler abserviert
und aus reiner Not sogar die CDU erstarkt

Mehr Arbeit gibt’s zwar trotzdem nicht
weil wir ja Computer und Maschinen haben
Dafür bekommt ein Feindbild grünes Licht:
der Arbeitslose will sich an uns laben.

Der Terrorist und auch der Arbeitlose
sind schließlich schuld an der Misere
die müssen weg, sonst geht’s in die Hose
nur das Grundgesetz kommt in die Quere

Beim Fußball kann gar zu viel passieren
Demokratie und Freiheit braucht’s da nicht
drum soll dabei die Bundeswehr marschieren
zugleich wird die Überwachung aller Pflicht

Der Menschen Rechte werden leise abgeschafft
Fürs Internet und alles and’re kommt Zenszur
einfach, weil der Wähler sowieso nichts rafft
und fertig ist die lang vermisste Diktatur

10 Antworten auf „Requiem“

  1. fertig ist die diktatur: bei ihnen, mister good, klingt das alles unheimlich einfach. wie das kocen beim oliver. dann müssen sie ja heissen: der nackte poet!

  2. Die Artillerie hat sich eingeschossen. Doch die Hälfte der Treffer landet in den eigenen Reihen. Friendly Fire.
    Und Angela steht auf ihrem Feldfrauenhügel und lächelt milde.

  3. Da machen sie es sich aber jetzt ein bisschen einfach mit ihren jambischen Schuldzuweisungen, Herr FePax. Unsere jetzige Misere ist doch nur das Resultat der Paulskirchen Beschlüsse. Wir Bayern hätten noch unsern Kini und alles wär gut. Und Arbeitslose gäbs schon gar nicht, weil man würd ja weiter genug Schlösser bauen. Das hat man davon wenn jeder wählen darf und die Bürgerlichen das Land regieren.

  4. Sauber. Ein Hoch auf den Poeten. Das sollte doch aus aktuellem Anlass, Einlass in den Deutschunterricht finden.
    Gedichte auswendig zu lernen hat ja noch keinem geschadet. Also ihr lieben Kleinen, ab morgen kommt Schiller in die Altkleidersammlung und Herr Fellwopassenger in die Oberstufe.

  5. aller bester mister burning,

    soweit ich weiss, wurde der kini ebenso gewählt wie das merkelin. aber mit die bayer ist ja nicht zum scherzen. doch lange isses her, dass hier irgendeiner dahergsof’na rotzfrech revoltiert hat. auch die bierpreise sind dem bayer egal. und das die weißwurscht nimmer aus dem guadn koibfleisch besteht ist eh bekannt. keiner schert sich drrrum. oiso, nur die biergarten öffnungszeiten hatten hier ein affenzirkus herbeigebracht: die einen haben sich aufgeregt, dass da so viel krach immer ist, die anderen, dass der ausschank bereits zum tagesthemenzeit ausist.

  6. Das Rätselraten, mein lieber Herr Jan-Philipp,
    ist mir zu schwer und finde es darum nicht hip.
    Wenn Sie es mir nicht selber sagen
    macht es aber nichts, ich kanns ertragen.

    Ach, Herr Kubelick, sie wissen es schon lang
    daß trotz der zahlreichen Moneten
    Herr Oliver nicht wirklich kochen kann.
    Und nackte Dichter sind was für Proleten.

    Da liegen Sie, Herr Bazi völlig richtig
    der Terrorist hat es vollbracht
    Freiheit ist jetzt nicht mehr wichtig
    was wir nie mehr durften, wird einfach gemacht.

    Zwar fehlt, Herr Burnster, allen hier das Königreich
    doch die Demokratie, die wär‘ im Grunde besser
    Leider sind unsere Parteien alle gleich
    und kämpfen nur für ihre eig’nen Schlösser.

    Sie, Herr Professor Uhlig, haben meinen Dank
    der Kollege Schiller war schon auch ganz gut
    Gedichte lernen machte mich schon früher krank
    so schrieb ich auch das meine nur aus Wut.

    Der Kini, Herr Kubelick, herrschte freilich ohne Wahl
    also ganz anders als der Schröder und das Merkel
    nicht mehr im Schloß sondern einem Sitzungssaal
    dem Bundesrat, ein schönes Haus doch voller Ferkel.

  7. Ich bitte um Nachsicht, doch mein Weltbild ist gerade dabei, völlig in sich zusammenzufallen.
    Auf die alten Tage.
    Ich muß jetzt erst einmal einen Bessen Genever verköstigen und dann kommt eines nach dem anderen.

    Verstört, empört, unerhört

    Opa Edi

  8. herr oliver, ob nackt oder bekleidet –
    ihn, jedoch, eins von allen unterscheidet,
    ob es das sterben oder essen anbelangt –
    ein jeder ist davon betroffen.

    das medievale ansicht der elite
    ein essen, von der sorte exquisite
    ist nur den wenigen gegönt –
    ein tugend, welch‘ die adel frönt.

    in ihren versen, jolly mister good
    welch‘ sie in iamb und völlig resolut
    mit spot und spriziger satire spicken,
    sie sich in wiederspruch verstricken.

    sie dichten von dem schwinden aller rechte,
    was eine diktatur bald brächte.
    doch in dem gleichen augenblick
    verhöhnen sie den arbeiter mit viel geschick.
    dass mister oliver – ein dreister dilettante,
    in künsten kulinarisch ignorant,
    er den vulgaren gaumen nur in blicke hätte
    mit minze und pastete.

  9. ein wahrer dichter, nackt oder bekleidet,
    ihn, jedoch ein von vielen unterscheidet –
    stets allgemein das thema seiner strofen,
    denn jeder ist davon betroffen.

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