Don Quixote reitet weiter

Mit Engelszungen versuchten Richter und Schlichter ihn zu besänftigen. Doch unbarmherzig bohrt der Ritter von der traurigen Gestalt seine von Zorn vergifteten Sporen tief in das Fleisch der guten alten Rosinante. Wenn schon seine angebetete Dulcinea sich ihm nicht fügen will, muss er doch zumindest seinen Kampf gegen die Windmühlen fechten. Allein sein treuer Gewährsmann Sancho Pansa bleibt kopfschüttelnd an seiner Seite, auf der Reise in eine bessere Welt in der weißgewandete Burgfräulein süßen Nektar und Ambrosia darbieten werden.

wirklich.pdf (Vorsicht Fläschung: Die Xe sind gar nicht echt und sollen nur anonümisieren tun !)

21 Antworten auf „Don Quixote reitet weiter“

  1. Dieses Dokument ist weiterhin nicht lustig, allerdings auch wieder wie üblich sehr komisch!

    „Die Verhandlung mit den Fehlurteil“ – einfach nur toll! Das wird den Richter aber freuen.
    Paragraph mit eingeschränkter Meinungsfreiheit“? Da fällt mir nur der sagenumwobene und sprichwörtliche „51er“ ein,
    den kann er gerne mitbringen, der schadet nicht.

    Den Antrag wird er „nur zur Fristwahrung“ eingebracht haben, damit auch bloß durch eine etwa fehlschlagende Schlichtung kein Rechtsmittel verlorengeht.

  2. „Disen § bringe ich dann zum Gerichtstermin mit .“

    Das ist doch aufmerksam von dem Herrn Dings, daß er extra einen Paragraphen für das Gericht mitbringen will. So ein Gericht kann ja auch nie genug Paragraphen haben. Ob der Richter Ihnen davon ein kleines Gläschen anbietet, Herr Fellow Passenger?

  3. Das Schreiben ist vom 19.08. Ich dachte, es wären ernsthafte Schlichtungsversuche im Gange, die u.a. solche Aktionen ausschließen sollten. (Wo ist der Schlichter? Hat er aufgegeben? Er war doch so optimistisch!)

    Und wieso verklagt er jetzt schon wieder The Fellow Passenger? Die Angelegenheit war doch erledigt!

    @Herr R. aus B. an der S.
    Sie benutzen sicherlich das Programm Word, um ihre Texte zu verfassen. Da gibt es eine ganz tolle Funktion Namens RECHTSCHREINPRÜFUNG. Damit können Sie zumindest die gröbsten Fehler aus ihren Dokumenten beseitigen und so evt. den letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit bewahren. Ich weiß, Sie lassen sich nicht gerne von anderen etwas sagen – und sei es nur ein Computerprogramm.

  4. Am Schreiben dieser Person wäre glaube ich auch ein Rechtschreibprogramm fulminant gescheitert. So weit ist die Softwarezivilisation einfach noch nicht fortgeschritten. Und ich kann mir vorstellen, dass sogar richterliche Synapsen mit der semantischen Entschlüsselung überfordert sein dürften.

  5. Da scheint noch immer jemand zu glauben ohne Rechtsbeistand bei einer „Klage“ auszukommen.

    Und von Rechtsverständnis zeugt das Schreiben leider auch nicht.

    @CT: BITTE, BITTE, BITTE! Suchen Sie einen Rechtsanwalt IHRES Vertrauens auf und lasse diesen formulieren! Und zuallererst: Wenn Sie schon vor Gericht ziehen: lassen Sie sich von dem Anwalt erstmal BERATEN!

  6. Übersetzung:
    „Lieber Richter, sie haben ein Fehlurteil gesprochen. Um Ihnen das zu beweisen, bringe ich dann das nächste mal den passenden Paragraphen der die Meinungsfreiheit einschränkt mit.
    Auch bringe ich gleich die verbotene kostenlose Rechtsberatung in Form einer Email von einem Jurastudenten auch mit.
    Ach ja, und wenn Sie keine Verhandlung wollen und ich wieder nur Scheisse schreibe, so fällen Sie einen Vergleich zu meinen Gunsten, dass der andere alles löschen muss.“

  7. es ist durchaus sehr amüsant über einen wütenden, ungebildeteten zu spotten. und sie jolly mister good, kontrapunktieren glänzend die einfachheit der sprache mit ihrem verschachtelungsversuch á la h. mann. (mit doppel »n«!)
    es gibt oder gab mal in italien, so weit meine erinnerung mich nicht im stich lässt, einen komödianten, dessen gesamtes programm aus einer fantasiesprache bestand – aus lauten rudimentärer herkunft. doch sein erfolg beweisst, die kommunikation, also eine getreue übermittlung von inhalten vom sender an empfänger hat sehr wenig mit syntax oder grammatik zu tun. gewiss kann man entweder in einem böttich voller linguistischer kod baden oder aber in ylangylang schaumbad mann’scher komplexität.
    ich bevorzuge die einfachheit »sie arschloch, sie« ist viel unmisverständlicher als »don’t call us. we’ll call you.« oder gleich eine auf die rübe.
    gefühlen eine fragilität und komplexität zu verleihen ist der untergang der kommunikation.

    als nächstes könnten sie durchaus hier eine analogie heimischer herkunft herstellen: die leiden des jungen werthers.

  8. @kvk: Da muß man nicht bis Italien gehen:
    Hugo Ball, der große Pirmasenser schrieb einst:
    (Gedicht kopiert von http://www.jolifanto.de)

    jolifanto bambla o falli bambla
    großiga m’pfa habla horem
    egiga goramen
    higo bloiko russula huju
    hollaka hollala
    anlogo bung
    blago bung blago bung
    bosso fataka
    ü üü ü
    schampa wulla wussa olobo
    hej tatta gorem
    eschige zunbada
    wulubu ssubudu uluwu ssubudu
    tumba ba-umf

    kusa gauma
    ba – umf

    Reicht das? Das Gedicht heißt üübrigens „Karawane“.

    Und nur, daß es keine Mißverständnisse gibt: Nein, so spricht man nicht bis heute in Pirmasens 😉

  9. Die Verpflegung in Hohenschönhausen, bester Herr ZAF, ließ schon bei meinem letzten Besuch etwas zu wünschen übrig. Im ungastlichen Ambiente aus Kunststofflaminatmöbeln (Buchenholzimitat) und PVC-Fliesenboden wurden keinerlei Erfrischungen gereicht. Alle Hoffnung ruht auf den selbst mitgebrachten Paragraphen.

    Es mag gut sein, mein lieber Herr Übersetzer, daß „Fehlurteil“ nur der horizontale Fachbegriff für eine Gerichtsentscheidung mit fehlendem Antrag steht, also Synonym für „Versäumnisurteil“ ist.

    Bei allem Respekt für Ihren importierten Patriotismus, mein bester Herr Kvk, scheint mir die Vorlage von Miguel de Cervantes Saavedra doch passender.

    Italien, verehrter Herr MaxR?

    Eingedenk Ihrer und Ihrer Gemahlin vorzüglicher Gastfreundschaft muß ich geradezu auf weitere mündliche Verhandlungen in der Bundeshauptstadt hoffen, mein lieber Herr K.

  10. Ja, Italien, hochverehrter Herr Mitreisender; bzw. eben nicht gerade Italien, wie kvk vermutete. Wozu in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah.

  11. Nähe und Ferne sind geschenkt, mein bester Herr MaxR. Aber Miguel de Cervantes y Saavedra, der den Roman verfasste war kein Italiener sondern Spanier.

    Auch Sie, mein lieber Herr Retnec, irren. Die „Schlichter“ wussten davon, konnten oder wollten Herrn R. aber nicht davon abhalten.

  12. @ecaps_retnec: Welche Schlichter? 😉

    So, wie Herr R. aus B. derzeit wieder mit seinem Kampfhasen durch den Paragraphendschungel zieht, wurde die Schlichter mit Sicherheit bereits an die hungrigen Kannibalen in B.-M. verfüttert …

    Ansonsten finde ich den Text des Herrn R. sehr informativ! „Fehlurteil“, „Paragraph mitbringen“ … Zahnbürste und Schlafanzug wären auch nicht falsch, denn in der Haft wegen Beamtenbeleidigung und Rechtsbeugung braucht man so etwas dringend! 😉

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