Gastronomie in München – Die Vega Bar

Der urbane Jungschnösel trägt Papis Geld gerne in die Georgenstraße 56, um dort in der Vega-Bar belgisches Flaschenbier (Becks) oder Fruchtsaftschorle (500 ml zu 4,70€) zu trinken.

Sobald das anbiedernd aufdringliche Personal sich nicht mehr alle zwei Minuten nach dem ordnungsgemäßen Zustand der servierten Getränke erkundigt, nutzt der Wirt gerne die Gelegenheit, sich als intimer Kenner populärerer Werke von Quentin Tarantino zu offenbaren.

An belebten Tagen kommt der Portier manchmal durcheinander und hält die Türe geschlossen, statt sie für den Gast zu öffnen.

6 Antworten auf „Gastronomie in München – Die Vega Bar“

  1. hört hört.
    die chinesen im allgemeinen und konfuzius im besonderen, meinen, wer verehrung und respekt im herzen habe, der sei ein mensch mit anstand; wer dies vergisst, (denn zu verlieren, was urpsrünglich menschliches sei, ist unmöglich, wie das bedürfnis zu rasten und ruhen), sei ein mensch weiterhin, bloss kein edler und durchaus vergesslicher, ja gar verwirrter.
    wir mutmassen mal:
    die begeisterung für diese gemütliche, warme, unkomplizierte kascheme, tratt ein, da überwiegend das personal sich überaus menschlich, ursprünglich menschlich und vertraut verhielt. diese eigentschaften stehen in direkter konkurenz zu der eigenschaft des gieres, das nun immanent kapitalistisch ist.
    ich vermute, aufgrund des erfolges wurden die menschen verwirrt, jedoch bleibt ihre menschlichkeit still erhalten. es wird ein tag (oder nacht) kommen, wo die bar seine popularität an einer andere bar abtritt (so ist der lauf der dinge) und besinnt sich auf die qualitätet, welche ihr eigen sind: vertrautheit und wärme. tut sie es nicht, wird sie in der selbstläugnung untergehen. so ist der lauf der dinge.
    doch nach ihrem bericht bleibt mir der wunsch die lokalität nochmalig aufzusuchen, vergönt. anstandlosigkeit begegne ich zugenüge im alltag. harry’s new york bar leistet sich seit jahrzehnten sowohl anstand und ernet stetig monetäres erfolg, respekt und verehrung. womöglich besteht eine verbindung zwischen den beiden eigenschaften (anstand und wirtschaftlicher erfolg) und sie wären doch nicht so konträr, wie es auf dem ersten blick scheint.

  2. Mein lieber Herr Passenger, dass ich Ihren Unmut aus voller Seele nachempfinden kann, muss ich wohl nicht betonen. Zudem ist es sicher eine ganze Weile her, dass ich für längere Zeit im schönen München weilte, und das letzte, das mir in den Sinn käme, wäre, der Stadt unrecht zu tun. Aber: Sind Szenen wie die geschilderte nicht der Normalfall bei Ihnen? So normal, dass man den Vorgang nachgerade unter »Münchner Schule« zusammenfassen kann? Mir jedenfalls sind derlei Nummern bei Ihnen so oft passiert wie nirgendwo sonst auf der Welt. Dabei bin ich eindeutig monacophil oder wie das heißt.

  3. Natürlich trügt Sie Ihre Erinnerung nicht, mein allerbester Herr Poodle. Der ungastliche Ruf der Münchens Gastronomiegewerbe nacheilt ist nicht ungerechtfertigt, aber eigentlich seit mindestens einer Dekade überholt.

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