T-Com und T-Online: Die T-Error T-Wins

Telefonieren ist zu teuer, Call by Call Vorwahlen sind lästig und der Internetzugang ist zu langsam. Abhilfe versprechen die wiedervereinten T-Error T-wins der Deutschen Telekom AG, T-Com und T-Online. ADSL mit einer Bandbreite von 16 Megabit pro Sekunde, gepaart mit ISDN zum Pauschalpreis von 63,94 Euro.

Bisher belief sich die Telefonrechnung auf rund 80 Euro monatlich. Inbegriffen ist eine ADSL-Anbindung mit 1 Megabit pro Sekunde, nicht aber der Internetzugang, der bisher über eine relativ teure (16 Euro monatlich) Flatrate von Interoute lief.

Es gilt also zwischen rund 95 Euro und 63,94 Euro abzuwägen, wobei der Internetzugang für den geringeren Preis 16 mal schneller wäre.

Die Entscheidung liegt auf der Hand.

15.Februar 1007
Wir möchten Deutschen Telekom AG den Auftrag für „Call & Surf Comfort Plus/T-ISDN“ erteilen. Die Deutsche Telekom AG bescheidet uns, daß der Kupferdraht unter den Straßen Schwabings nicht mehr als 6 Megabit pro Sekunde hergibt. Eingedenk dieser Einschränkung würde man aber 10 Euro weniger verlangen. 53,94 Euro für 6 MBit/sec empfinden wir noch immer als deutliche Verbesserung und erteilen den Auftrag und bestellen gleich einen Router mit eingebautem ADSL-Modem dazu. Das bisherige Modell kann nämlich nur 1 MBit/sec.

22. Februar 2007
Der Router „Speedport W 700V“ wird geliefert. Neben einer Vielzahl an grünen Lämpchen und einer matt-silbernen Frontplatte fällt er dadurch auf, daß er beinahe zwangsläufig umfällt, sobald man die nötigen Kabel eingesteckt hat.

Als erstes gilt es dem Gerät eine IP-Adresse zuzuweisen. Bedauerlicherweise ist dem Hersteller offenbar entgangen, daß es eine ganze Reihe von IP-Adressen gibt, die für private Zwecke reserviert sind. Der Speedport W 700V erlaubt nur eine Einstellung im Bereich 192.168.x.x. in dem unser LAN sich nicht befindet. Auf Nachfrage wird uns von der Telekom erklärt, daß eine Einstellung der IP-Nummer für dieses Gerät nicht als Leistungsmerkmal ausgewiesen ist und mithin keinen Mangel darstellt.

Wenn Sie demnächst Fernsehgerät kaufen möchten, sollten Sie besser vorab klären, ob auch der Empfang von „Tatort“ möglich ist. Denn wenn das nicht ausdrücklich ausgewiesen ist, dürfen Sie sich darauf offenbar nicht verlassen.

Eine tiefergehende Untersuchung des Fellow Passenger hat ergeben, daß diese Einschränkung absichtlich herbeigeführt ist. Das Gerät selbst ist grundsätzlich nämlich durchaus in der Lage jede IP-Nummer anzunehmen. Allein die Benutzeroberfläche läßt dies nicht zu. Wer das Gerät nicht wegwerfen möchte und technisch versiert ist, findet bei Thomas Kessler eine geeignete Anleitung.

Nach dem Ansetzen der virtuellen Brechstange läßt sich das Gerät im lokalen Netz wie gedacht erreichen. Leider scheut es den Kontakt zur Vermittlungsstelle. Auf mehrfache Nachfrage stellt sich heraus, daß der „Port“ unserer Leitung nicht für „UR-2“ geeignet ist, mithin also mit dem von der Deutschen Telekom AG gelieferten Gerät gar nicht funktionieren kann. Dies sei zwar leicht zu beheben, freilich aber nur von der Störungsstelle die sich bei uns melden würde.
23. Februar 2007

Die Störungsstelle meldet sich per SMS. Der Techniker ruft an und klemmt den „Port“ um. Der Internetzugang läuft nun gewohnt langsam auch mit dem neuen Router.

25. Februar 2007

Der Internet-Zugang von T-Online und die ADSL-Verbindung der T-Com sind offiziell freigeschaltet. Eine höhere Bandbreite als 1 MBit/sec ist nicht festzustellen.

26. Februar 2007

Der Internetzugang hat eine Bandbreite von knapp 1 MBit/sec. Ein Lauf durch die zahlreich vorhandenen Stellen ergibt, daß eine maximale Bandbreite von 2, 6, 15 oder auch 16 Megabit technisch möglich ist. Mehrheitlich folgt man der Theorie, der Auftrag sei eben noch in Bearbeitung. Allein die Störungsstelle könne über den tatsächlichen Zustand Auskunft geben.

Wir werden statt zur Störungsstelle zu einem Unternehmen verbunden, daß beteuert mit der Deutschen Telekom AG rein gar nichts zu tun zu haben. Es handle sich um eine leider häufig auftretende Fehlschaltung.
Die nach erneuter Anwahl erreichte Störungsstelle erklärt, die Umstellung von 1 MBit/sec auf 6 MBit/sec würde planmäßig erst im Laufe des Tages erfolgen und zwar bis spätestens 19:00 Uhr.

27. Februar 2007

Wir warten vergeblich darauf, daß unser Auftrag gemäß des Angebots der Deutschen Telekom AG ausgeführt wird.

[Update:] Die Umstellung ist erfolgt. Nicht in Bayern, sondern bei der Telekom ticken die Uhren anders.

6 Antworten auf „T-Com und T-Online: Die T-Error T-Wins“

  1. Schau an – mir als IT-Laie war ganz und gar unbekannt, dass man Ports umklemmen könne.
    DAs ist ja eigentlich sehr praktisch, man braucht ja nur ne Zange oder so.
    Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Zugang, mein lieber Herr Passenger!

  2. Auch ich war eingedenk der branchenüblichen Fachbegriffe durchaus beeindruckt, bester Herr Michi. Insgeheim vermute ich ja, daß so ein Port ein Klumpen Elektronik ist, in den man am einen Ende die Kupferdrähte und am anderen Ende das Glasfaserkabel anstöpselt. Innen drin wird dann alles kreuz und quer zwischen analog und digital gewandelt. Das ganze Theater ist wohl auch nur nötig, weil Christian Schwarzschilling in seinen letzten Zügen als Postminister noch schnell ein paar Tonnen Kupfer aus der Fabrik seines Herrn Papa in der Erde vergraben ließ.

    Hier aber ist die Sache noch längst nicht ausgestanden. Denn es gibt Anlaß zu der Vermutung, daß dank des „neuen“ Ports nun auch 16 MBit Bandbreite möglich sein könnten. Immerhin ist die Vermittlungsstelle gerade eben 500 Meter entfernt.

  3. 12 Tage, das ist doch fix.
    Warum also dieser Defätismus?

    Sollten Sie es schaffen, die Vielzahl grüner Lämpchen ebenfalls noch abzuklemmen, dürften Sie Anwärter auf den australischen Umweltverdienstoren sein!

  4. Hier habe ich einen schönen Erlebnisbericht der Stiftung Warentest für Sie entdeckt.
    Lesen Sie und schätzen Sie sich glücklich, daß Sie mit 1 Mbps surfen dürfen.
    Es geht auch anders!

    Mit den besten Grüßen vom Gärtnerplatz 🙂

    http://www.stiftung-warentest.de/online/computer_telefon/meldung/1507933/1507933/1507937.html

    Für noch Interessiertere, der dazugehörige Test:

    http://www.stiftung-warentest.de/online/computer_telefon/alles/1507933/1507933.html

  5. Ich schätze mich glücklich Daten sogar mit 6 Mbps aus dem Internetz geliefert zu bekommen, mein lieber Herr Hellofello. Der Erfahrungsbericht auf den Sie mich dankenswerterweise aufmerksam machten schreckt mich etwas ab einen Auftrag für 16 Mbps Bandbreite zu erteilen. „Never touch a running system“, sagt ja ein legendäres Sprichwort der Informationstechnologie.

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