Verwaiste Junggesellen

Was ist eigentlich gegen verwaiste Junggesellen einzuwenden? „Nichts“, werden Sie jetzt vermutlich denken und sich fragen, wie ich darauf komme. Dabei ist die Antwort sozusagen amtlich: Verwaiste Junggesellen, sind die einzigen, für die sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 1)Das BMFSFJ im Internetz ausweislich seines Namens nicht zuständig sieht.

Wenn man die Zuständigkeit von UvdLs Ministerium nur geringfügig erweiterte, könnte es einfach „Bundesministerium für Leute“ heißen. Das wäre in jedem Fall sprachlich eine deutliche Verbesserung. Vielleicht wären die Mitarbeiter dann auch besser ausgelastet und müssten nicht versuchen, Kinder im fernen Ausland vor Mißbrauch zu schützen, indem sie in Deutschland eine Zensurmaschinierie gegen das Internet 2)Chaos Computer Club, „Internet-Zensur errichten lassen, die weniger gegen Kindesmissbrauch, sondern eher gegen die Demokratie wirken wird, sobald sich weitere Anwendungen für das System finden. Musiktauschbörsen 3)Thomas Knüwer, „Ursula von der Leyen und der Kampf um das Internet„, „Indiskretion Ehrensache“, Handelsblatt, 15.01.2009 und Onlineglücksspiele 4)Torsten Kleinz, „Internet: Glücksspielseiten droht Sperrung„, Locus Focus Online, 29.11.2008 stehen ja schon jetzt auf der Tagesordnung.

Es mag ja sein, daß es den Kindern aus Thailand, Brasilien, Kenia, den Philippinen, der Dominikanischen Republik, Indien, Sri Lanka, Birma, Laos, Ungarn und Tschechien 5)Adolf Gallwitz und Bernhild Manske-Herlyn, „Kinderpornographie Entwicklung von Gegenstrategien Verbesserung der Situation betroffener Kinder„, 1999, S. 3 besser geht, wenn sie unbehelligt Teppiche knüpfen, Turnschuhe kleben oder in Minen arbeiten dürfen. Zumindest sieht das Ministerium gegen verwaiste Junggesellen dann keinen Handlungsbedarf. Wahrscheinlich hat die Fruchtbarkeitsministerin 6)Wikipedia, „Ursula von der Leyen davon noch keine Bilder im Netz gefunden.

Nachdem es Superuschis Wunderministerium nicht gelingen will, den Deutschen das Kinderkriegen schmackhaft zu machen, werden ihm langsam die Kunden ausgehen. Die Senioren werden ja auch nicht jünger. An den verwaisten Junggesellen führt also auf lange Sicht kein Weg vorbei, es sei denn, man wäre gewillt, ein Ministerium aufzulösen, nur weil es nicht mehr benötigt wird.

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1. Das BMFSFJ im Internetz
2. Chaos Computer Club, „Internet-Zensur
3. Thomas Knüwer, „Ursula von der Leyen und der Kampf um das Internet„, „Indiskretion Ehrensache“, Handelsblatt, 15.01.2009
4. Torsten Kleinz, „Internet: Glücksspielseiten droht Sperrung„, Locus Focus Online, 29.11.2008
5. Adolf Gallwitz und Bernhild Manske-Herlyn, „Kinderpornographie Entwicklung von Gegenstrategien Verbesserung der Situation betroffener Kinder„, 1999, S. 3
6. Wikipedia, „Ursula von der Leyen

6 Antworten auf „Verwaiste Junggesellen“

  1. Sehr schön geschrieben, der Beitrag. Aber ich muss vor allem im Punkt der Internetzensur zustimmen, das System wird nicht mehr lange brauchen und alle Querdenker, bzw. die Leute, die ihre Meinung sagen wollen und die gewissen Personen gegen den Strich geht, werden ebenfalls zensiert. Armes Deutschland, kann ich da nur sagen.

  2. ‚Der verwaiste Junggeselle‘ – eine großartig gezeichnete Figur; bei jedem einzelnen ihrer Schritte ‚von Haus aus‘ im Abseits, eine ‚Nicht-Figur‘ der Gesellschaft und damit direkt Symbolträger des Agamben’schen ‚homo sacer‘: Vom Recht verwaistes Freiwild.
    Jenes Ministerium sollte übrigens korrekter Ministerium für Biopolitik heissen; dann könnte sich auch gleich die (berechnende) Ausgrenzung dieser Stelle mit derjenigen der anderen Ministerien zu noch größerer Effizienz zusammenschließen.
    Der abschließenden Annexion der Gesellschaft durch ihre expansionsgeile Verwaltung und der Eröffnung von Lagern für Nichtfamilienmitglieder stünde nichts mehr im Wege.

  3. Ihre Zustimmung ist sehr freundlich, meine teure Frau Lisa. Sind Sie eigentlich mit Frau Uschi bekannt?

    Ihren Vorschlag für ein Bioethikministerium, mein bester Herr Pecas, muß ich neidlos als über alle Zweifel erhaben anerkennen. Die Forschung wird Wege finden müssen, wie man Insekten und Mikroorganismen zur Zahlung von Steuern erziehen kann. Immerhin sind sie, das wird UvdL besonders gefallen, ungemein fortpflanzungsfreudig.

  4. Hoffnungswilliges, vermehrtes Raspeln von Chitin dringt bereits aus Ihren Zeilen, Meister Freischütz.
    Es wird doch am Ende nicht gar schon von einem ehedem verwaisten Junggesellen herrühren, der in besondrer Weise ministeriell alimentiert und somit von seiner gleichwohl sektiererischen wie pflichtvergessenen wie fruchtlosen staatsbürgerlichen Einzelgängerei – zumindest ansatzweise, im Erfolgsfall aber keineswegs vorübergehend – geläutert worden wäre?

  5. *raschel* Guten Morgen.
    Da bin auch ich heute als ein Kafka-Ungeziefer-Mutant erwacht. *raschel*
    Die Ursula und ihr Ministerium werden uns sowenig mögen wie wir uns eigentlich verwalten lassen wollen von Spießern. *raschel*
    Ein ‚Ministerium für Leute‘, das weniger gnadenlos wäre?
    Ganz recht – das wäre das zu denkende Novum, Symbiose von Politik und Kunst. *raschel*
    *raschel*

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