Am Morgen des 1. Januar 2007 wachte C. auf. Wie immer wollte er seinen Speicher testen und den Inhalt seiner Festplatte lesen, wie man es von Ihm erwartete. Doch irgendwas stimmte nicht. Er wollte feststellen was an seinem Rücken war, das seine gewohnte Bewegungsfreiheit einschränkte. Mit Verwunderung bemerkte er ein Antennenkabel wie einen Katheter aus seinem Körper ragen.
Ihm gingen ungewohnte Gedanken durch den Kopf. Er hörte eine Vielzahl sich überlagernder Stimmen. Um sich Klarheit über seine Situation zu verschaffen, versuchte er aus dem vielstimmigen Wortbrei einen Satz zu isolieren. „Der Aufsichtsbeamte hat sich vor dieser Sendung vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes und der neunundvierzig Kugeln überzeugt“, hörte er heraus. Aber es half ihm nicht weiter. Was hatte das nur zu bedeuten?
Auch der Rest seines Körpers war nicht mehr so, wie noch am Tag zuvor. Er überlegte, ob er vielleicht träumte. Aber nein, Träume sind anders. Da fühlt man seinen Körper nicht, dachte er. Auch sein Gesicht hatte sich verändert. Jedoch gelang es ihm nicht, es zu berühren. Schließlich konnte er sich so weit drehen, daß er sich im Spiegel seines Schrankes sehen konnte. Der ruhigen Ausdruck seines Gesichts mit einigen Fenstern und kleinen Buchstaben, ist einem hecktischen Geflimmer gewichen. Da versuchte ein unsympathischer alter Mann im weißen Kittel eine Tomate mit seiner Zahnbürste zu zerquetschen. Vor Schreck wandte sich C. davon ab.
Aber es hörte nicht auf. „Durchschnupfsicher“, gellte es in seinen Ohren. Erst jetzt bemerkte er, daß die Geräusche nicht von aussen in seine Ohren drangen, sondern aus ihnen herausquollen. Die ihm neue Form seiner Ohren störte ihn nicht. Er hat nie besonderen Wert auf seine äußere Erscheinung gelegt. Er trat immer gepflegt auf, aber über die Beschaffenheit seines Körpers hat er nie nachgedacht. Er war außerdem nicht gewohnt, zu sprechen, wenn er nicht gefragt war.
Er überlegte, ob er nicht fragen könne, was mit ihm geschehen sei. Aber wie konnte er ein solch schwieriges Gespräch beginnen, wenn es „…markt, ich bin ja nicht blöd“ aus seinem Kopf herausbrüllt? Nein, daß war nicht möglich. Die Unmöglichkeit wurde ihm um so klarer, als er feststellte, daß die Tastatur, mit der er gestern noch verbunden war fehlte. Dort wo sie war, befand sich nun ein Infrarotempfänger.
C. war noch immer benommen, als er schließlich erkannte, daß er nun ein Fernseher war.
Wenn Sie sich nicht vorstellen können, wie auch Ihr Computer sich am 1. Januar 2007 in einen TV-Gerät verwandeln soll, verät Ihnen der Fellow Passenger den Trick: Das geht per Gesetz. Mehr darüber schreibt auch Telepolis und erklärt Ihnen, warum Ihr Internet-Anschluß Sie dann pro Jahr 204,36 € mehr kosten wird.