Das also ist des Poodles Kern

Ralf (43), der Kopf hinter poodlepop.net, über deutsche Gegenwartsliteratur, alberne Haustiere, den Geiz der Schwaben und Zensur in Weblogs.

Porträit von Ralf aka PoodleHast Du Deine Kunstfigur, den überheblichen Gourmand Herrn Poodle an ein literarisches Vorbild angelehnt, oder wie ist er entstanden?
Es gibt kein konkretes Vorbild, jedenfalls keines was mir bekannt ware. Es ist zwar durchaus möglich, daß Züge literarischer Lieblingsfiguren mit eingeflossen sind, ich würde aber sagen, es bleibt diffus. So genau benennen kann ich es zumindest nicht. Es ist auch gar kein richtiges Konzept, was der Figur zugrunde liegt. Sie plätschert so vor sich hin und entwickelt sich glaube ich erst. Da gibt es keinen wirklichen Plan, durch den die Figur klar umrissen wäre.

Wie kam es zu dem Namen „Poodle“?
Da könnte ich mich jetzt aufblähen und auf den Faust verweisen, auf Schopenhauer und solche Dinge, der Pudel als literarisches Motiv. Es ist aber sehr viel einfacher. Es ist irgendein Zeug, was einem eben mal so einfällt. Die Kombination aus vielen O’s und vielen P’s in „poodlepop“ fand ich witzig. Es sieht albern aus, wenn es so dasteht. Dann ist auch der Pudel ein ziemlich albernes Tier.

Warum ist der Pudel besonders albern im Gegensatz zu anderen Tieren?
Ich glaube er ist ja gar nicht wirklich albern, er wird zu einer albernen Figur gemacht. Durch die Haarschnitte und das Geföhne. Er gilt in gewisser Weise auch als arrogant, ist aber in Wirklichkeit gar kein so blöder Hund, er gehört meines Wissens eher zu den intelligenteren Hunden.

Dein Schreibstil findet bei Deinen Lesern großen Anklang. Woher hast Du diese Fähigkeit zur Formulierung?
Wenn es sie denn gibt, kann ich nur vermuten: viel Lesen! Ich habe jedenfalls keine Schule oder Kurse für Creative-Writing oder sowas besucht.

Wer ist Dein Lieblingsautor?
In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gibt es eine ganze Reihe, die ich gerne mag. Ganz sicher Henscheid, ganz sicher Genazino. Wiglaf Droste lese ich gerne. Jörg Fauser finde ich auch ziemlich gut. Frank Schulz natürlich. Ganz groß, ein Gott. „Morbus Fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien“ kann ich nur empfehlen. Ich möchte mich nicht mit denen vergleichen, das wäre vermessen. Aber von den schrägen Figuren, die in den Geschichten herumlaufen, stecken sicher auch einige Züge in Herrn Poodle.

Das soziale Umfeld des Herrn Poodle bilden ja im wesentlichen zwei Zwergteufel. Was hat es damit auf sich?
Das ist eine literarische Anspielung. Es gibt eine Geschichte von Franz Hohler, in der geht es darum, daß sich mal einer einen Teufel als Haustier zugelegt hat, der hat dann ganz furchtbare Dinge getan. Wenn man das mit dem üblichen Haustiergedöns verbindet, wie Zwergkaninchen und Zwergpudel – das gibt es ja, daß man irgendwelche Tiere einfach verzwergt und dann eignen sie sich plötzlich als Haustiere – finde ich es einfach besonders absurd.

Auch im wahren Leben ißt Du gerne Kekse. Wer bäckt die eigentlich?
Die kommen unter dem Jahr aus dem besseren, gutsortierten Supermarkt. Gegen Weihnachten hin gibt es dann diverse Verwandte, Schwestern und so weiter, die das ganz exzellent machen und mich immer großzügig ausstatten. Wenn es gut läuft und ich gerade flüssig bin, kommen sie auch mal aus der Konditorei.

Wie wichtig ist Essen und Trinken für Dich?
Abgesehen davon, daß es eine notwendige Versorgung darstellt, ist Essen über alle Maßen wichtig, im Sinne von Genuß. Ich würde mich zwar nicht als Gourmet bezeichnen, aber ich lege Wert auf gutes Essen und gutes Trinken.

Porträit von Ralf aka PoodleWas ist Dein liebstes Gericht?
Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Da gibt es wohl eine ganze Palette.

Stuttgart gilt vielen als die langweiligste Stadt in Deutschland. Wie lebt es sich dort?
Da lebt es sich eigentlich ziemlich gut, für meine Begriffe. Stuttgart hat einen diskreten Charme, den man sich erst erschließen muß. Es ist keine Stadt, wo man als Fremder hinkommt und sofort begeistert ist, wie meinetwegen New York oder vielleicht ansatzweise auch München, wo sofort klar ist, hier steppt der Bär. Es ist eher etwas in sich gekehrt. Es gibt diese Redewendung, „man trägt den Pelz nach innen“. Wenn man sich mal eingefunden hat, ist es eine sehr angenehme, unaufgeregte, tolerante, freundliche Stadt. Aber unspektakulär.

Man sagt, Schwaben wären geizig. Was ist dran an diesem Vorurteil?
Ich glaube das hat einen wahren Kern. Der hat weniger mit krankhaftem Geiz zu tun, den gibt es überall. Es hat eher etwas damit zu tun, daß man guckt, wofür man sein Geld ausgibt. Es scheint mir hier sehr verbreitet zu sein, daß man nicht unbesehen jeden Scheiß kauft, sondern sich relativ lange schlau macht und sehr gezielt versucht, gute Qualität und Beständiges zu bekommen. Dazu kommt der erwähnte Hang, den Pelz nach innen zu tragen. Wenn man das mit München vergleicht, was einen sehr extrovertierten Eindruck macht, wo man, um im Bild zu bleiben, den Pelz nach außen kehrt, könnte man Understatement als Geiz mißverstehen.

Warum findest Du die Inder unsympathisch?
Ich finde die überhaupt nicht unsympathisch. Ich kenne relativ wenige Inder (lacht). Das ganze ist im Original ein Aufkleber von „Ein Herz für Kinder“ von der Bildzeitung. Auch diese 25 Jahre sind vom Original. Da mußte man nur das K austauschen, um das ganze ins Absurde zu verkehren. Der Witz ist auch, daß ich das vor mehr als 2o Jahren schon einmal gemacht habe. Ich war Zivildienstleistender bei der Arbeiterwohlfahrt, habe mir – damals noch mit der Schere – Aufkleber gebastelt und die dann auf den Dienstwagen gepappt. Darauf gab es sofort lauter empörte Anrufe. So ist auch der ziemlich schale Witz schon fast 25 Jahre alt, was den Jubiläumsausruf noch absurder macht. In seiner ganzen Tiefe versteht ein Außenstehender das natürlich nicht, aber das ist auch völlig wurscht.

An welche Leserschaft richtet sich poodlepop?
Die darf sich frei formieren. (Lacht) Ich kann es mir ja nicht aussuchen. Da bin ich offen.

Stichwort „Politblog versus Befindlichkeitsjournal“ – Was liest Du in Blogs am liebsten?
Politblogs geben mir meistens nicht so viel. Es ist manchmal ganz nett zu lesen, aber eine große Bereicherung ist es nicht, was da drinsteht weiß ich meistens selber. Es ist selten etwas wirklich ganz neues, letztendlich wird da Zeitgeschehen kommentiert. Wenn es gut gemacht ist, kommt vielleicht auch der ein oder andere prickelnde Aspekt. Aber generell sind mir im weitesten Sinne künstlerische Blogs lieber, wo eher irgendwas verdichtet wird, wo pointiert über irgendwas geschrieben wird. Das muß sich nicht unbedingt am Tagesgeschehen entlanghangeln. Wenn es um die reine Befindlichkeit geht, im Sinne von, ich schaue mir hier die ganze Zeit auf den Nabel und grüble vor mich hin, finde ich das meistens ziemlich fade. Das reine Tagebuch von irgendjemand, ob gerade alles ganz Scheiße ist und morgen ist wieder alles nicht mehr ganz Scheiße, finde ich nicht spannend. Es muß schon etwas dazukommen, was das ganze für einen Außenstehenden interessant macht. Ich bin kein Voyeur, der sich am Privatleben irgendwelcher Leute ergötzen will. Sonst könnte ich mir auch Big Brother anschauen.

Welcher Deiner Artikel gefallt Dir selbst am besten?
Ohne Koketterie, es gibt keinen an dem ich nichts auszusetzen hätte. Um das auch mal klar zu machen. Ich fühle mich eher als Stocherer oder Suchender, wenn man es pathetisch ausdrücken will, der irgendeine Art von eigener Form sucht. Passagenweise geht das schon in eine Richtung die mir ganz gut gefällt, andere Passagen finde ich nicht so berauschend. Da könnte ich mir vorstellen, wenn ich in einem halben Jahr nochmal drüberginge, könnte man das besser machen. Am gelungensten ist vermutlich der Herr Pütz. Das ist aber sehr mit Vorsicht zu genießen, vielleicht finde ich morgen einen anderen besser. Und auch an dem gibt es Dinge, die nicht so richtig sitzen.

Wer ist Dein größtes Vorbild in der Blogosphäre?
Definitiv niemand. Ich will mich jetzt nicht als Ausnahmeerscheinung darstellen, aber die meisten Sachen gehen doch in eine andere Richtung. Jedenfalls kenne ich keinen, der sowas macht, wovon ich sagen würde, das ist ungefähr dasselbe.

Porträit von Ralf aka PoodleWenn Du andere Blogs kommentierst, schreibt da Ralf oder Herr Poodle?
Normalerweise Herr Poodle. Es gab zwar schon vereinzelte Kommentare, an an denen auch Poodle dranstand, aber inkonsequenterweise die Figur dahinter erschien. Als Herr Poodle tue ich mich logischerweise schwer, wenn ich über ernsthafte Dinge, zum Beispiel in Befindlichkeitsblogs, wie Du es nennen würdest, schreiben will. Die penetrante Art, die Herr Poodle an sich hat, wäre da extrem unpassend, ich würde den Leuten damit ungewollt auf den Schlips treten. Das heißt, ich müsste mich in solchen Fällen auf die ernsthafte Befindlichkeitsebene einschwingen, was Herrn Poodle nicht möglich ist, es paßt nicht zu ihm, er ist ein Schwadronierer, ein Schwätzer.

Kürzlich hat ein Blogger Deine Kommentare gelöscht. Wie denkst Du über Zensur in Blogs?
Ich finde es sagt mehr über den aus, der zensiert, als über den, der zensiert wird. Es sieht etwas blöd aus, wenn dreimal „Poodle: gelöscht“ dransteht und die Leute beziehen sich darauf. Dann könnte ich sagen, meine Position wird nicht mehr gehört, das ist nicht ganz fair. Ich bin der Meinung, ein Mensch der Widerspruch löscht, weil er ihm nicht paßt, ist uncool und unsouverän, das habe ich ja schon dokumentiert. Aber es soll bitte jeder machen was er will. Ich kann deswegen trotzdem gut schlafen, es ist nicht so, daß mich das fertig machen würde.

Hast Du schon mal einen Kommentar gelöscht?
Nein. Was ich aber auch nicht ausschließen will. Wenn es mir mal ganz zu blöd wird und wirklich nur noch dummes Zeug abgesondert wird oder wenn jemand glaubt er muß Werbung für seine Web-Site machen, behalte ich mir das vor. Aber ich würde es keine Zensur nennen. Wenn man mich ein Arschloch nennt, das halte ich aus, da sterbe ich nicht dran. Und wenn man Herrn Poodle ein Arschloch nennt, kann es mir ohnehin wurscht sein.

Die neueste Reform der Rechtschreibreform soll einige Neuerungen wieder abschaffen. Welche Folgen erwartest Du?
Die erwarte ich nicht, die lebe ich schon. Ich bin hochgradig verwirrt. Ich habe mal angefangen mich mit der neuen Fassung zu beschäftigen, welche Revisionsnummer das war weiß ich nicht, es war ein Zustand der mal irgendwann galt. Ich habe mir mehrere Duden beschafft und versucht mir das alles reinzutun. Vorher konnte ich ziemlich fehlerfrei schreiben, dann habe ich mit diesem neuen Zeug angefangen und den Überblick verloren, was alt und was neu ist. Speziell diese Auseinanderschreibung und Großschreibung kapiere ich überhaupt nicht. Ich glaube da gibt es auch keine Logik. Ich finde nur dieses Doppel-S, statt des scharfen ß gut, wenn der Vokal davor verkürzt ist, das ist das einzige was mir schlüssig erscheint. Ich habe noch nie verstanden, warum zum Beispiel Schluß und Fraß, beide mit scharfem ß geschrieben wurden. Da ist Schluß mit Doppel-s und Fraß mit scharfem ß einfach schlüssiger. Ansonsten ist diese Rechtschreibreform einfach sinnlos, wie halt alles, was man hierzulande tut, in gewisser Weise. Immer so ein bißchen überdreht, was am Ende rauskommt. Es wird wirtschaftliche Folgen haben. Man wird Schulbücher zum hundertsten mal einstampfen. Man wird noch mehr Verwirrung stiften. Die armen Schüler werden noch mehr geplagt als bislang.

Ralf, ich danke Dir für dieses Gespräch.

Fotos: Diwa

36 Antworten auf „Das also ist des Poodles Kern“

  1. Gratulation, hochverehrter Herr Fellow Passenger, wirklich gekonnt! Dank auch an Diwa für die Fotos, ich hatte schon Sorge, es gäbe gar keine.

    Sie haben deutlich herausgearbeitet, was die Württemberger wirklich gut können:

    Dicke Haufen scheissen, sich dahinter verstecken und gucken, wie der Qualm abzieht. (wie man bei uns in Schwaben sagt).

  2. Passt nicht ins Thema – aber wer mag, kann jetzt für den großartigen Viktor unterschreiben, der sich selbst unwillentlich aus dem Bloggerleben kegelte. In der Hoffnung, ihn doch noch zu einer Rückkehr bewegen zu können, habe ich jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet. Vielleicht lässt er sich ja noch rumkriegen 😉

  3. gut das ich vorher die kommentare las (um mich natürlich an die allgemeine meinung zu orientieren) und der betrug sich mir offenbarte.
    ich wette mit ihnen, herr tfp, bei provakanteren fragen wäre der betrüger sofort entlarft.

    wie, jedoch bei allen grossen männer aus der politik und kunst wird häufig und gern sofort dementiert.

    nun widme ich mich einem anderen interview, nämlich mit SIR peter jonas über deutschen von willi winkler, wie immer, letzte seite des sz am wochenende. (hoffe es ist nicht sein sekretär!)

  4. Wenn ich mir den Kommentar des Herrn Kubelick durchlese, denke ich, Sie, Herr Fellow Passenger, sollten über die Einführung eines Programmes oder Scripts nachdenken, welches automatisch Kommentare orthographisch korrekt darstellt.

  5. Ich halte das nicht für notwendig. Gerade für Fälle, in denen man regionale und dialektale (nicht dialektische) Eigenarten lautschriftlich nachzuvollziehen versucht, würde das Script völlig ins Schleudern geraten und womöglich äußerst seltsame Ersatzinterpretationen anbieten, die mit dem eigentlich intendierten ungefähr soviel zu tun haben dürften, wie Rosenkohl mit Feuerwehrautos.

    Nun freue ich mich auch über Beiträge von Menschen, die mit Graf Ortho gut befreundet oder zumindest bekannt sind. Indes habe ich auch bei denjenigen, die aus irgendwelchen Gründen nicht mit ihm per Du sind, keine größeren Verständnisprobleme gehabt.

    Ich denke, da gibt es Gravierenderes, was sich beileibe eher anzupacken lohnt.

  6. Zu einem Interview in einem solch multimedial angelegten Forum sind Abbildungen obligatorisch, Herr Neo-Bazi.

    Dicke Haufen möchte ich nicht thematisieren; das überlasse ich Ihnen und Herrn Poodle.

    Selbstverständlich, lieber Herr Ole, beteilige ich mich an Ihrer honorigen Motivationskampagne.

    Sollte die SZ tatsächlich dem betrügerischen Sekretär des Sir Peter Jonas aufgesessen sein, werden Sie ihn sicher schon nach wenigen Zeilen entlarven, Herr Kubelick.

    Sie, Herr 3 zenzi + c, können sich ja gerne mal daran versuchen, ein solches Script zu entwickeln. Wenn es funktioniert, so will ich es gerne einbauen. Führenden Anbietern von Textverarbeitungsprogrammen ist dies trotz erheblichem Aufwand bis heute nicht gelungen.

  7. Na gut, Herr Passenger, dann übernehme ich mal die Haufen. Sofern Herr Neo-Bazi seine Äußerungen allegorisch verstanden wissen will, könnte ich mir vorstellen, ihm zuzustimmen, wenn sie nicht so vetrackt und doppel- wenn nicht dreierbödig wären, dass ich befürchte, mich zu blamieren.

    Sofern sie buchstäblich gemeint sind, möchte ich gerne mit einer kleinen Anekdote aufwarten, die das ambivalente Verhältnis des (zumindest württembergischen) Schwaben zur Darmentleerung illustriert:

    Im nahen Tübingen befand sich einmal, und zwar das nachts um halb drei, ein weinseliger Bürger auf dem Nachhauseweg, auf dem er auch eine der malerischen Neckarbrücken zu passieren hatte. Auf eben dieser Brücke wurde er eines Studenten ansichtig, der sich über das Brückengeländer beugte und aus vollem Hals in den Neckar kotzte. Der Bürger schaute dem Studenten eine Weile interessiert zu, kratzte sich nachdenklich im Nacken, und sagte dann: »So isch recht! No ’s Arschloch gschond!«

    (Für ganz Hilflose: »So ist es recht! Hauptsache das Arschloch geschont!)

  8. Wenn ich mir Ihren eingeklammmerten Ausschluss so anschaue, Herr Ole, finde ich im Gegenteil die Vorstellung, es gäbe Skripte, die auch das Dialektische irgendwie automatisch bearbeiten, plötzlich und eigentlich ganz spannend. Ohne dass ich jetzt wüsste, wie das im Einzelnen aussehen könnte. Aber wenn wir das dann haben, lassen wir eine Brecht-Werkausgabe durchlaufen und sind sehr gespannt, was am Ende rauskommt.

  9. Richtig erkannt, lieber Herr Poodle.

    Die erwähnte Tätigkeit ist auch eine bevorzugte Beschäftigung der bayrischen Schwaben und meine Anmerkung kann (und sollte) in der Tat als großes Kompliment gedeutet werden.

    Allerdings sind hierfür gewisse Voraussetzungen erforderlich. Hegel sagt:

    „Talent ist spezifische, Genie allgemeine Befähigung, welche der Mensch sich nicht nur durch eigene selbstbewußte Tätigkeit zu geben die Macht hat.“

    Übersetzung für Herrn Blogman, falls er gerade zuhört. Hans Lohberger sagt:

    „Talente sind Genies, die von außen her befruchtet werden, Genies Talente, die aus sich selbst Früchte tragen.“

    J.R. Lowell meint dazu:
    „Talent ist das, was in eines Menschen Macht steht; Genius – in wessen Macht der Mensch steht.“

    (Meine Weisheit beziehe ich wie immer aus der Bibel, diesmal aus dem Neuen Testament in der Übersetzung von Lothar Schmidt „Zitatenschatz für Führungskräfte“)

    @Zenzizenzizenzic
    Herr Kubelick unterliegt zeitweise gewissen tageszeitlichen Schwankungen und läuft nicht immer zu seiner Höchstform auf. Aber das ist noch lange kein Grund, hier Erbsen zu zählen.
    Reißen Sie Ihnen bloß zusammen, das kann ich Sie sagen, Sie Perfektionist, Sie!

  10. wundarbar her tfp. der forschau ist funtastisch. fieln dank.

    orthographie
    herr poodles idee, etablierte werke durch ein lektorat (elektronisches oder menschliches) prüfen zu lassen, gefällt mir gut. und. (oh nein, das ist kein vollständiger satz.) obschon ich viel lese, so scheint die lektüre mich weder grammatikalisch noch orthografisch noch interpunktorisch positiv zu beinflussen (s. interview). ein gewisser maß an wiederstand und faulheit tragen dazu bei, diesen einfluss kein einhalt zu gebieten.
    doch es kommt öfters vor, daß werke (in buch oder zeitungsform) ihre aussage nur wiederwillig mitteilen, obwohl sprachlich alles in ordnung zu sein scheint. (auch gestern, musste ich ein artikel weglegen – der sinn wollte „verstecken“ spielen, mein verstand jedoch nicht.)

    einerseits, ist es ein wahrer genuss einen wohlformulierten und leichtverständlichen satz vor augen zu haben. andereseits, gibt es wohlformulierte sätze zuhauf, die einen rein dekorativen zweck erfüllen: dekoration gehört auf einen weihnachtsbaum.

    sz
    da ich sir jonas nicht persönlich kenne, fiel die prüfung schwer. ich tippe auf authentizität. im übrigen, war das interview sehr schön und die aussage von herrn winkler, jonas sei intendant der bayerischen staatsoper und somit gehöre zu seinen aufgaben (aufzähl, etc.)…sponsoren das geld aus der tasche zu ziehen, doch ein schmunzeln wert.

    und nun gehe ich. um zu sterben. im regen.

  11. @ Mini-Bazi

    your action urgently required stop
    please shift to mister ole at „nachrichten aus absurdistan“ para „die große viktor – rückruf – aktion“ and leave comment

    over

  12. Hochverehrter Herr Fellow Passenger,

    would you please be so kind as to delete in my comment (9. Mai 9.12)once the word „geben“ in my Hegel citation. Thank you very much.

  13. Sagen Sie mal, Herr Neo-Bazi,

    nachdem Sie Selbstgespräche führen und das sogar schriftlich, sind sie doch als Blog-Autor geradezu prädenstiniert.

    Wann darf man mit einem Weblog aus Ihrer Feder rechnen?

  14. mister fellow,

    (strange, it feels as if i am saying „hello mr. john smith“), but, anyway. personally, i feel very welcome here, since mister bazi expanded the linguistic horizons. my intellectual horizons have proven to be more flexible than i have ever imagined or hoped for, thanks to your mind-boggling articles.
    and so, i boldly go where no kubelick has ever gone or dared go before.

    oh. now it’s my turn: the typo cannot possibly be looking, unless we’re in some leary-esquen dimension, mister bazi. the correct expression is: „..very much, it looked strange….“ something cannot BE LOOKING, but it can look (make the appearance of being).

  15. Dear Ladys and Gentlemen,

    please do not be hard on others about their typos. We all misspell words sometimes or fail to apply grammar correctly.

    If you really want to blame someone for bad spelling, pretty please with sugar on top, blame me, not my readers.

  16. Hochverehrter Herr Fellow Passenger,

    gestatten Sie, dass ich mir ausnahmsweise einmal erlaube, Ihnen mein mittleres Befremden kund zu tun. Es handelt sich bei der angesprochenen Konservation keinesfalls um ein Selbstgespräch sondern um einen interfamiliären Wortwechsel von Hamburg nach München. (Achten Sie bitte auf die unterschiedlichen E-Mail Adressen).

    Zwischen Neo und Mini liegen 19 Jahre (Ich war seinerzeit etwas frühreif). Der Bub hat mich im Hause des Herrn Ole zudem noch beschämt, da ich
    sehr lange brauchte um herauszubekommen, wen er da zitiert (Schillers Jeremiade). Und das ausgerechnet am heutigen Tage!

    Müssen wir nicht alle Kräfte aufbieten und bündeln, um unseren verehrten und schmerzlich vermissten Herrn Viktor endlich zur Rückkehr zu bewegen?

    @ Kubelick
    Ich hatte Ihren wohlklingenden Namen bisher stets mit dem seligen Rafael in Verbindung gebracht, obwohl diesem Herrn ein hohes „c“ abgeht.
    Nun erinnern Sie mich eher an Herrn Schwiedel (wir nannten ihn „Butterglatze“), damals Oberlehrer an der Illerschule in Kempten im Allgäu.
    Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass es mir nach der Beschäftigung mit des Herrn Zenzizenzizenzics ungewöhnlichen Träumen noch etwas an Konzentration mangelte. Sehen Sie sich in der Lage, mir noch ein letztes Mal zu verzeihen?

  17. E-Mail-Adressen, Herr Neo-Bazi,

    kann man ja viele haben. Aber Mini-Bazi schrieb aus dem Netz der Deutschen Telekom, während Ihre Kommentare aus dem Hanse-Net stammen. Das macht mir meinen peinlichen Irrtum zweifelsfrei klar, für den ich mich an dieser Stelle in aller Form entschuldigen möchte. Sowohl bei Ihnen, Herr Neo-Bazi, als auch bei Ihnen, Herr Mini-Bazi, dem ich eine eigene Existenz nicht zugetraut hatte.

  18. Lieber Herr Passenger,

    was halten Sie eigentlich davon, wenn wir ein Unterstützungskomittee (schreibt man das so?) gründen, das sich zur Aufgabe setzt, Herrn Neo-Bazi endlich zur Einrichtung eines eigenen Weblogs zu zwingen, zumal jetzt, da er augenscheinlich auch über einen nicht minder talentierten Zwerg- Verzeihung: Mini-Bazi verfügt? Der Mann ist doch wirklich gut. Und wo haben Sie eigentlich diese geile Vorschaufunktion her, gibts die als Plug-In? (Wobei da bestimmt JavaScript allerschmutzigster Sorte im Spiel ist, nicht?)

  19. Mein lieber Herr Poodle,

    Ihren gemeinnützigen Vorschlag möchte ich gerne nach Kräften unterstützen. Es währe mir eine große Ehre, eine angemessene Funktion in dem von Ihnen angeregten Unterstützungskomitee zu übernehmen. (Ich schreibe das sowohl nach meinem präreformatorischen Duden, als auch meinem postreformatorischen Fremdwörterbuch aus dem gleichen Verlag, mit weniger t.)

    Es wäre wirklich eine gute Sache. Ein Mann seines Talents braucht ein geeignetes eigenes Forum, um sich frei zu entfalten. Es kann doch nicht angehen, daß sein Werk, im Kommentarwesen zwielichtiger Nischenblogs verstreut, ein unwürdiges Dasein fristen muß.

    Ich überlege bereits, mit welchen Mitteln sich die Motivation des Herrn Neo-Bazi, ein eigenes Blog zu betreiben, zu einem für ihn unerträgliches Maß steigern ließe. Möglicherweise könnte man ein Script entwickeln, welches seinen Kommentaren eine „selbstverpflichtende“ Signatur anfügt. Etwa: „Lesen Sie mich schon bald in meinem eigenen Blog unter …“, gefolgt von einer entsprechenden Adresse, die noch zu beschaffen wäre.

    Was diese Live-Vorschaufunktion betrifft, Herr Poodle, so handelt es sich in der Tat um ein Plug-In. Wie Sie, vermute ich, daß es in übelster Weise von Java-Script Gebrauch macht, was ich nicht gerade sonderlich schätze. Es stellt für mich eher eine ungeile Notlösung dar. Immerhin gibt sie dem agilen Kommentator das Gefühl, er sei ein Wal, der dazu verdammt ist, in Honig zu schwimmen.

    Was ich eigentlich wollte, aber nicht finden konnte, ist eine herkömmliche Vorschau-Funktion, oder eine Möglichkeit für den Kommentator, seine Posts nachträglich zu verändern. Erfahrungsgemäß bemerkt man seine ganzen Tippfehler erst, wenn man seinen Kommentar bereits abgeschickt hat. Wenn Sie als WordPress-Koriphähe Rat mitzuteilen wissen, würde ich diesen in tiefer Dankbarkeit entgegennehmen.

    Und Sie, verehrter Herr Neo-Bazi, bereiten sich bitte schon einmal darauf vor, schon bald mit Ihren eigenen Weblog in die Cyber-See zu stechen. Es wird mir eine unbeschreibliche Freude sein, eine Flasche besten Champagners am Bug Ihrer virtuellen Heimat zerschellen zu lassen und Ihnen immer eine handbreit Wasser unter’m Kiel zu wünschen. Bitte, Herr Neo-Bazi, die Blogwelt ist voll von Gräulichkeiten. Sie braucht einen neuen Lichtblick. Sie müssen handeln! Dringend!

    The Fellow Passenger
    Mitglied des Komitees zur Unterstützung der Entstehung eines Weblogs für Herrn Neo-Bazi [Anm. d. Red.: Arbeitstitel]

  20. Hochverehrter Herr Fellow Passenger,

    jetzt hab ich doch aus Versehen Konversation mit Konserven verwexelt und das ausgerechnet in Ihrem Blog und unter dem Lecktorat des Herrn Kubelik. Unverzeihlich! Ich leg mich mal wieder hin, war sowieso nur auf dem Heimweg vom Örtchen.

  21. Moin.
    Nix da, Herr Passenger, Herr Poodle!

    Das täte ich nur machen, wenn der DFB eine eigene Liga gründete. Sie beide spielten dann in der Bundes-, ich in der Rheuma-Liga.

    Es mangelt einfach an kreativem Potential. Wirkliche Anliegen mißlingen ohnehin. Kostprobe bei Marc Aschmann im MEHRZWECKBEUTEL, Kommentar zu Wahlkampf im Allgemeinen und NRW im Besonderen.
    Das ist eben der Unterschied zwischen zwei Dichtern und einem Schmied. Bitte um Nachsicht.
    Auch die Einstellung des Herrn Ole ehrt ihn sehr!

  22. Fällt Ihnen auf, lieber Herr Passenger, wie trickreich Herr Neo-Bazi sich windet? Womöglich sollten wir ihn einfach vor vollendete Tataschen stellen, anders ist dem Mann offenbar nicht beizukommen.

    Was die Vorschaufunktion anbelangt, kann ich mich Ihrer Idealvorstellung nur anschließen, ein entsprechendes Plug-In ist mir aber nicht bekannt. Ich denke, es ließe sich sicher ein geeignetes PHP-Script schreiben, die Tiefen von WordPress sind allerdings etwas arg verwurstelt und nicht gerade opulent dokumentiert. Bevor ich mich selber damit quäle, warte ich lieber noch ein Weilchen, ob sich womöglich ein Geduldigerer erbarmt, besonders exotisch scheint mir der Wunsch ja nicht zu sein.

  23. mister bazi,

    sie haben recht. sie haben recht. ach, wie schön. so hat man mich, bereits mit der miss kubelick, dieser liebeskranken fahrstuhlmieze, verwechselt. nun ja. tatsächlich, obschon ein „c“ hinzugefügt wurde, bevorzuge ich eher die verwandschaft mit dem dirigenten (auch sein papa war ein musiker) und fühle mich näher mit der musikalischen sorte als mit der farhstuhlsorte seelisch verwandt.

    seien sie keine maus. trauen sie sich. und wenn auch sehr still ist und die göttliche inspiration sie vielleicht ab und zu verlässt. als hilfestellung, zeigte mister passenger das bild des grauen bereits vor ein paar monaten. (s. horror vaccuii).
    ihre claquere (sp?) verzichten auf bezahlung und halten ab jetzt den atem an.

    ein wörtchen zum professoralen gastauftritt:
    vielleicht erkannte ich, wie sich leser fühlen, wenn sie meine beiträge lesen: ich konnte mich nicht zurückhalten, denn die englische sprache ist was wunderbares. (ha: es hat viel mehr worte als die deutsche!) ihr fehler war ein klassischer. und da ich stets für korrekturen und verbesserungen zu haben bin (rein sprachlich), dachte ich nichts weiter dabei.

    and now a word of advice:
    SELFHELP!

    discretely yours
    k. von kryptik

  24. @ Kubelick

    Ich war Ihnen nie böse (ich bin ein skeptischer Stoiker, der zynische Bücher als seine Bibel bezeichnet) und habe Sie auch nie unterschätzt.
    Allerdings verwirren Sie mich (vermutlich ist das Absicht) zuweilen. Zum Beispiel gerade eben, als ich mich schlau machen wollte, wer da eigentlich spricht. Als Antwort erhielt ich nur „URL ungültig“. Das bekomme ich schon noch heraus.
    Aber jetzt muss ich erstmal zur Buchhandlung gegenüber unserem rosaroten Rathaus, der Henry Miller wartet. Ich bin einfach zu gespannt.

  25. was kaufen sie sich, herr bazi? doch nicht das lächeln? wenn ja, dann stellen sie ein paar taschentücher in greifenbarer nähe.

    herr poodle, was macht ihr sektretär? hat er die tracht brügel überlebt? sowassowas. und wenn nicht – haben sich die zwergteufel auf seine verdorbene seele wie hyänen gestürzt?

    und noch ein wort zur dubiosität:
    ich habe vor paar wochen in der nytimes ein artikel über einen kunstrebellen gelesen, der dir-nix-mir-nix seine eigene bilder in sagenumwobenen kunststätten aufhängt, neben ebenso sagenumwobenen künstler, ja fast legenden.

    nur so, um das niveau zu heben.

  26. herr bazi,

    für wahr. kaum zu glauben, dass so etwas dieser pervertierter schürzenjäger geschrieben hat. der auch
    „I fucked her, so she’d stay fucked.“ zu dichten vermochte.
    (Black Spring, über Anais Nin)
    ich freue mich für sie, herr bazi.

  27. Das fiel mit in der Tat auf, Herr Poodle,

    nun kokettiert er noch damit, daß sein politisches Gedicht einen Mangel an kreativem Potential zeigen würde.

    Wie er das Gedicht wieder in einem Kommentar im Mehrzweckbeutel versteckt hat ist ja nicht mit anzusehen. Der gute Mann ist doch nicht der Osterhase.

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