Spaß mit Herrn Gugel – Teil II

Nach dieser Geschichte wollen wir mal Herrn Stopbadware entlasten. Der nennt nämlich inzwischen den Denunzianten:

This site is currently (as of 03/04/2008) being reported to StopBadware by the following partners:

Google: reported bad

Herr Gugel hat also selbst und selbstherrlich beschlossen, daß wir seinen und Ihren Computer beschädigen wollen würden. Herr Stopbadware hat uns aber schon am 15. Februar 2008 geschrieben:

We have received and processed your request for review of your website, www.fellowpassenger.de/. Google’s most recent test of your website found no badware behaviors on the site. As such, the Google warning page for your site has either already been removed or should be removed shortly. In addition, if your site has been listed in our Badware Website Clearinghouse, we will remove your site from the Clearinghouse list.

Also alles in bester Ordnung, sollte man meinen. Nur hat weder Herr Stopbadware, noch Herr Gugel uns bis heute aus seiner Liste der Internetzgefährder gestrichen.

Wenn man so im digitalen Guantanamo der Suchmaschinensupermacht schmachtet, kommt man ja auf alle möglichen Ideen und beginnt sich allerlei verrückte Fragen zu stellen:

  • Habe ich vielleicht doch etwas falsch gemacht?
  • Könnte jemand auf den ich verweise ein Internetzschädling sein?
  • Habe ich Feinde, die dahinter stecken könnten?
  • Welche Chance auf Resozialisierung bleibt mir, falls ich Herrn Gugel demnächst wutentbrannt mit einem Darmausgang vergleiche?
  • Hat Herr Stopbadware die Begnadigung einfach vergessen?
  • Ist ein Leben ohne Besucher von Herrn Gugel womöglich ein besseres?
  • Soll ich in Zukunft lieber bei Altavista, Yahoo oder gar MSN suchen?
  • Wie viele Mithäftlinge sind inzwischen pleite, weil sie von den Empfehlungen von Herrn Gugel lebten?

Außerdem haben wir, alles mögliche untersucht, hinterfragt, entfernt und umgebaut, was auch nur entfernt den Anschein schädlicher Neigungen erwecken könnte. Und wir haben bei bei Exploit Prevention Labs (XPL) eine zweite Meinung eingeholt und unser Fachmagazin untersuchen lassen. Der Befund lautet: „Congratulations! LinkScanner Online did not find any exploits.“

Uns geht es ja genauso, aber Herr Gugel bleibt anderer Auffassung. Weshalb, sagt er uns trotzdem nicht. Wir sagen aber jetzt mal was:

  • Herr Gugel liefert uns oft die gewünschte Information, aber in den seltensten Fällen Leser, die unsere Informationen zu lesen wünschen.
  • Die Zahl unserer Leser ist seit unserer Verbannung durch Herrn Gugel nicht gesunken, sondern sogar geringfügig gestiegen.
  • Als Organ für Humor, Freiheit, Satire und natürlich Halbwissen sind wir unabhängig — auch von Herrn Gugel.
  • Wir halten Herrn Gugel für einen unzureichend gepflegten Darmausgang, vor dessen schäbigen angstpopulistischen Kampagnen unsere mündigen Leser sich nicht fürchten.
  • Vor der Verbannung hatten wir pro Woche rund tausend Spam-Kommentare auszusortieren. Danach verzeichnete unser elektrischer Türsteher genau einen einzigen Treffer. Und das war ein bedauerlicher Irrtum.
  • Auf gar keinen Fall werden wir auch nur ein einziges weiteres der dümmlichen Formulare von Herrn Gugel ausfüllen. Entweder verifiziert er seine Aussage über uns aus eigenem Antrieb, oder läßt es eben sein.
  • Herr Gugel mag glauben, daß er das gesamte Internetz nach seinem Belieben gestalten kann. Wir glauben daran, daß das Internetz so funktioniert, wie es ursprünglich konzipiert wurde. Nämlich ohne Single Point of Failure (SPOF) und so daß es einem Atomkrieg ebenso standhalten kann, wie einem von Größenwahn befallenen Schlagwortreklameverkäufer.
  • Herrn Gugel brauchen wir so dringend wie ein Loch im Kopf.

Herr Gugel kann uns mal von vorne, von hinten, von oben nach unten, rechtsherum, seitwärts, von links, umgekehrt, kreuzweise, mit und ohne, im Kreis herum, vielleicht im Dreieck oder diagonal, notfalls auch überkopf, rückwirkend wie vorab, gerne auch in mehr oder weniger lustigen Kostümen, selbst mehrfach an jener Stelle belecken, an der ihm unsere Eingaben meterweit vorbeigehen.

6 Antworten auf „Spaß mit Herrn Gugel – Teil II“

  1. bei ‚gerne auch in mehr oder weniger lustigen Kostümen‘ musste ich herzlich lachen.

    Und dass Ihre Spam-Belastung derart zurückgegangen ist, finde ich nicht nur erstaunlich, sondern auch sehr bemerkenswert.

    Solidarisch grüßend und nach einer neuen Suchmaschine suchend,

    stets der Ihre.

  2. Herr Gugel scheint Ihrer Aufforderung gefolgt zu sein. Vor drei Tagen war er auf jeden Fall längere Zeit nicht erreichbar. Bin auf andere Suchmaschine ausgewichen und siehe da: es geht auch ohne den Herrn.

  3. Unter anderem Sie zu herzlichem Lachen zu bringen, verehrter Herr Michi, das ist unser Auftrag. Der Rückgang der Belästigung durch nichtsnutzige Quälgeister auf null, ist allerdings die größte Überraschung an der ganzen Misere.

    Wie Sie andeuteten, beste Frau Dauni, möchte man in der Tat zu dem Schluß kommen, daß unser Periodikum zwar leicht ohne Herrn Gugel auskommt, Herr Gugel aber umgekehrt ohne uns schon mal ins Schlingern geraten kann. Tatsächlich kann man daraus eher nur schließen, daß Sie einen Internetz-Zugang der Telekom verwendet haben. Denn nur auf diesem Weg war Herr Gugel nicht zu erreichen, wie es heißt.

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