Kategorie: Vermischtes

  • Richter und Staatsanwälte wollen mehr Geld

    Nichts gegen Herbert Rosendorfer [1]. Seine späte Beförderung zum Oberlandesgericht Naumburg hat er gewiß nicht besonderem Eifer als Amtsrichter zu verdanken. Vielmehr hat er seine richterliche Unabhängigkeit vorwiegend dafür genutzt, um eine große Zahl wirklich hinreissender Bücher zu schreiben, jedes einzelne voll von sprühendem Witz und harter Kritik in sanften Worten.

    Die Steuergelder von denen er lebte, bis er als Schriftsteller Erfolg hatte mögen ihren eigentlichen Zweck verfehlt haben — ohne Nutzen investiert waren sie für unsere Gesellschaft sicher nicht. Vor allem wenn man einen Vergleich mit einem sehr fleißigen Richter der fliegenden Pressekammer des Landgerichts Hamburg [2] anstellt.

    Als Richter hat man nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz, sondern es ist wohl auch vollkommen egal, wieviel und was man arbeitet.

    Man könnte meinen, für ein derart angenehmes Berufsleben sei ein kärgliches Jahressalär von durchschnittlich 48.000 Euro hinnehmbar. Der Deutsche Richterbund (DRB) sieht das allerdings anders, denn in der freien Wirtschaft tätige Juristen verdienen oft mehr als das Doppelte, wie eine vom DRB beauftragte Studie zeigt [3].

    So ganz mag man der eifrigen Debatte im Kommentarwesen eines entsprechenden Artikels im „Lawblog“ [4] aber doch nicht folgen, wenn man bedenkt, daß die Staatsanwälte und Richter, nicht das Doppelte sondern einen Inflationsausgleich von zehn Prozent fordern, was Udo Vetter in seinem Beitrag allerdings nicht erwähnt.

    Die zehn Prozent mehr Sold sein den Damen und Herren herzlich gegönnt. Vielleicht gibt es dann noch mehr schöne Bücher.

    [1] Wikipedia über Herbert Rosendorfer
    [2] Telepolis über die Pressekammer des Landgerichts Hamburg
    [3] Agenturmeldung der DDP bei Yahoo News
    [4] Lawblog mißbilligt Forderung des DRB

  • Texas: Lehrer rüsten auf

    In Harrold, einem Bezirk im Norden des US-Bundesstaats Texas, werden die 50 dort beschäftigten Lehrer ihrer 110 Schüler nicht mehr Herr.

    Zwar verfüge die Schule über ein Verriegelungssystem und Kameras, aber die kleinen Racker schaffen es trotzdem immer wieder in das Schulgebäude einzudringen, wo sie dann ungeniert Bücher über Mathematik oder sogar amerikanische Geschichte lesen, sagte der zuständige Schulinspektor David Thweatt.

    Damit soll ab dem Beginn des neuen Schuljahrs am 25. August Schluß sein. Die Lehrer werden die Klassenzimmer dann nur noch mit Pistolen bewaffnet betreten, um sich den angemessenen Respekt ihrer Zöglinge zu verschaffen.

    „Wer den kühlen Lauf einer Desert Eagle Mark XIX an seiner Stirn spürt, wird sich gut überlegen, ober er mal wieder die Hausaufgaben vergessen haben will“, erklärte Thweatt.

  • Olympisches Feuer eröffnet

    Neben klassischen Disziplinen wie Synchronschwimmen, Ausdruckstanz und Kirschkernweitspucken bieten die Olympischen Spiele in Peking nun endlich auch ein Kräftemessen auf Weltniveau.

    Aus Kuqa in Xinjiang berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua, daß, vom Olympischen Frieden beseelt, die Uigurischen Sportler aus Ostturkestan ihr Können nun auch im Raketenschießen und Bombenwerfen unter Beweis stellen.

    Gemeinsam mit den Athleten genießen die zu Millionen angereisten Zuschauer den freundschaftlichen Wettstreit in den Schützengräben, der alle weltlichen Sorgen für die Zeit der Spiele vergessen läßt.

  • Zwischenfall mit dem neuen Teilchenbeschleuniger

    Gestern wagte man einen ersten Probebetrieb des neuen Large Hadron Collider LHC, einem etwa 27000 Kilometer durchmessendem ringfömigem Tunnel, der unter den Ländern Schweiz, Frankreich, USA, China und Kasachstan unterirdisch verläuft. In diesem „Flaggschiff der Hochenergiephysik“ werden ganz kleine Teilchen so lange durch den Ring gehetzt, bis sie (vor Wut) platzen.

    Dabei können auch schwarze Sommerlöcher entstehen, wie man in der Theorie bereits vermutete, aber nicht so recht daran glauben wollte, daß dies auch praktisch möglich wäre. Bei der Inbetriebnahme staunten die Wissenschaftler nicht schlecht, als durch eine zuvor unbekannte Sicherheitslücke in Microsofts Internet Explorer eines dieser Phänomene Reißaus nahm und in einen unserer letzten Beiträge hineinbeschleunigt wurde.

    Im inneren des Sommerlochs stecken der amerikanische Senator Barack Obama, der in Amerika US-Präsident werden möchte und die Olympischen Spiele, die eigentlich demnächst in Peking (USA) stattfinden sollten. Beides ist wegen der ungünstigen Lichtverhältnisse und der Olympischen Zensur Ringe im Bild nicht zu erkennen.

  • Invasive Kunst: Der Fulgurator

    Der Berliner Künstler Julius von Bismarck stellt eine von ihm erfundene Apparatur vor, die es ermöglicht, Lichtbilder bereits bei ihrer Aufnahme unbemerkt zu manipulieren.

    Der sogenannte Image Fulgurator ist eine Art Diaprojektor, der, ausgelöst durch das Blitzlicht jeder in seiner Nähe befindlichen Kamera, für Sekundenbruchteile ein vom Fulgurator-Schützen vorab ausgewähltes Bild in das Motiv des arglosen Fotografen einzublenden.

    Dieses einfallsreiche Gerät hat in der praktischen Erprobung in Berlin bereits mit bemerkenswertem Erfolg amerikanische Touristen in Verwirrung versetzt, wie eine Videoaufnahme des Künstlers zeigt:

    Eingedenk der unermesslichen Einsatzmöglichkeiten auf Presseveranstaltungen, sollte dieses geniale Instrument keinesfalls in irgendwelchen Kunstausstellungen vermodern,  sondern in jedem Haushalt vorhanden sein.

  • Fans von Barack Obama aufgepasst!

    Helfen Sie mit, damit endlich auch mal ein Neger, wie zum Beispiel Senator Barack Obama die USA regieren darf. So darf man Herrn Obama natürlich nicht nennen, weil „Senator“ politisch inkorrekt ist. Schließlich würde man Obamas Amtskollegin Merkel auch nicht als „Frau“ bezeichnen, sondern politisch korrekt, als Brustbehafteten Kanzlermenschen. Unsere These, das McCain der nächste US-Häuptling wird, weil die Rednecks keine hautfarblich benachteiligten Christenmenschen, wie beispielsweise Obama, wählen, wird sich zwar bewahrheiten, darf man aber so, schon wegen Barack Obama, einfach nicht sagen.

    Trotzdem ist es nicht zu spät für Senator Obama, Präsident Obama zu werden. Barack Obama kann die Wahl gewinnen, wenn Sie Obama helfen. Das ist ganz einfach: Schreiben Sie über Barack Obama, erwähnen Sie dabei möglichst oft (immer schön fettgedruckt) seinen Nachnamen (Obama) und weisen auf den Artikel der „Titanic“ über Barack Obama hin. Zum Beispiel so:

    „… Berlin,  … Senator Barack Obama, … Meinungsfreiheit, … Obama, … keine Schilder, … Wachdienst von Obama, Transparente … Obama hat so das Hausrecht. … Obama dennoch die Todesstrafe … Lesen Sie auch in der Titanic über Obama, … Maulwurf … Fellow Passenger von Obama …“

    Längst nicht wahlentscheidend aber immerhin gewürdigt wurde Senator Barack Obama unter anderem hier:

    Wir wollen ja nicht, daß nochmal eine Wahl im Osten in den USA entschieden wird. Bitte geben Sie sich etwas mehr Mühe, mein Damen und Herren!

    [Update]

    Obama jetzt auch hier:

  • Obama in der Titanic

    Senator Barack Obama ist nicht nur in Berlin, sondern auch in der Titanic. Die schreibt über Obama alles mögliche und setzt Obama dabei immer fett. Vielleicht möchte sie, daß Obama bei einer Suche nach Obama nicht die eigene Seite von Präsidentschaftskandidat Obama an erster Stelle steht, sondern der eigene Newsticker, in dem immerhin auch über Obama berichtet wird. Vielleicht ist es auch nur ein Hinweis, daß Obama zur Zeit fast überall steht und man Artikel über Obama eigentlich bald nicht mehr sehen kann. Bei einem solchen Scherz über Obama, helfen wir natürlich gerne mit. Der arme Mann (Obama) erhält sowieso viel zu wenig Beachtung in den Medien, selbst wenn sie voll von Berichten über Barak Obama und die  Kandidatur von Obama sind.

  • Sehr geehrter Herr Reinhardt,

    da habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich den Umschlag in meinem Briefkasten fand. Auf der Rückseite war Ihr Absender handschriftlich vermerkt. Sie müssen sehr geschickte Hände haben. Alle Zeichen, die mehrfach vorkommen sind absolut deckungsgleich. Vermutlich sind sie Engländer oder Amerikaner, weil Sie Ihre 1 ohne Anstrich und Ihre 7 ohne Querstrich schreiben, wie das in Kontinentaleuropa gar nicht üblich ist.

    Rückseite des Briefs

    Natürlich habe ich mich als erstes gefragt, wer denn dieser Lutz Reinhardt sein mag, der mir da aus Nagold einen Brief schreibt. Weil mir dazu gar nichts einfiel, habe ich den Umschlag dann umgedreht.

    „Persönlicher Brief an Sie vom mam-Chef“, stand in Ihrer Handschrift über der Adresse. Das war auch gut so, denn persönliche Briefe an mich stecken sonst nicht in ungefütterten Fensterumschlägen. Die Briefmarken sind sonst auch nicht aufgedruckt, sondern aufgeklebt und es steht drauf, wieviel sie gekostet haben. Der Poststempel ist bei persönlicher Korrespondenz eigentlich, nun ja, gestempelt und trägt ein Datum. Da ist es schon gut, daß Sie geschrieben haben, daß der Brief persönlich ist. Sonst hätte ich vielleicht gedacht, es wäre bloß eine Reklame.

    Der Briefumschlag von Vorne

    Ein wenig verwirrt hat mich dann aber der zweite Absender im Adressfenster. Der ist nämlich ein Postfach Ihres Unternehmens, der mam AG. Sollte Ihr Schreiben am Ende doch nicht ganz so persönlich und von Mann zu Mann sein?

    Die Adressen von Ihnen und Ihrem Unternehmen sind, wie ich sehe, identisch. Hoffentlich müssen Sie nicht im Büro schlafen, Sie ärmster.

    Nun ja. Sie schrieben mir, daß Sie eigentlich „gar keine Werbung machen“ wollen. Trotzdem schickt mir Ihr Unternehmen seit vielen Jahren immer wieder Briefe, in denen ich aufgefordert werde, doch mal wieder bei „mam Limited“ irgendwelche Möbel zu kaufen.

    Leider sinke die Zahl Ihrer Kunden jedes Jahr, wie Sie dann im zweiten Absatz jammerten. Das ist sehr bedauerlich und ich möchte Ihnen mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. Der Niedergang eines Unternehmens ist immer eine Tragödie, die zu erleben ich niemandem wünsche. Einem persönlichen Brieffreund von mir schon gar nicht.

    Herr Reinhardt schreibt einen Brief

    Zum Glück haben sie den Ausweg aus der Misere schon gefunden. Jeder dem Sie schreiben, soll einfach allen Freunden, Bekannten und Verwandten empfehlen, doch mal was bei „mam Limited“ zu kaufen. Das ist geradezu Genial!

    Sie nennen die Briefempfänger immer wieder „mam-Clubmitglieder“. Das ist lustig, wenn ich daran denke, wie ich Mitglied in diesem Club wurde, damals. Es muß im Jahr 1993 gewesen sein, als ich eine Matratze brauchte. Sie war im Münchner mam-Ladengeschäft in der Schleißheimer Straße nicht vorrätig. Gegen eine Anzahlung von 100 Mark, war man dort aber bereit, sie zu bestellen. Nachdem ich einige Wochen lang meine Nächte auf einer Isomatte verbracht hatte und die Zuversicht über das Eintreffen der Ware auch seitens des Verkaufspersonals am Schwinden war, einigten wir uns auf eine Erstattung der Anzahlung und ich kaufte die Matratze anderswo. Da dachte ich mir schon, „limited“ ist offenbar Programm bei „mam“.

    Natürlich ist Ihr Konzept „Mitglieder werben Kunden“ eine wirklich tolle Idee. Immerhin ist es, wie sie schrieben eine „absolute win-win-Situation“ (da kommen wieder Ihre angelosächsischen Wurzeln zutage). Immerhin erwartet den geworbenen Neukunden eine ganze Flasche mit Kohlensäure versetzten Weins, den Sie sogar persönlich überreichen wollen. Was machen Sie eigentlich, wenn gleichzeitig in mehreren Fillialen Neukunden vorstellig werden?

    Ich könnte durch eine Empfehlung Einkaufsgutscheine ergattern, ließen Sie mich wissen. Etwas sonderbar erscheint mir allerdings die von Ihnen ersonnene Staffelung. Je weniger Umsatz der Neukunde macht, um so besser für mich, entnehme ich der Tabelle auf Seite 2 Ihres Schreibens. Während Sie für 1000 € Umsatz noch 2 Prozent Provision in Aussicht stellen, müsste ich mich bei 5000 € bereits mit 1,6 Prozent zufrieden geben. Führt meine Empfehlung zu einem Umsatz von 100000 € erhalte ich immerhin einen Einkaufsgutschein zu 100 €, also 0,1 Prozent.

    Herr Reinhardt schreibt einen Brief

    Spätenstens nach dieser Überlegung muß ich Ihnen abschlägig bescheiden, da ich eher eine loss-loss-Situation befürchte.

    Womöglich wäre es sogar für uns beide am Besten, wenn wir künftig getrennter Wege gingen. Nach einem Besuch auf Ihrer Firmenseite, auf der Sie sich in einem Video präsentieren, bin ich mir sogar ganz sicher.

    Für den weiteren Werdegang Ihres Unternehmens wünsche ich Ihnen alles Gute und verbleibe

    mit final freundlichen Grüßen

    Erwin Engerlingdinger

  • SMS-Roman

    Angeregt durch den enormen Erfolg von Twitter, plant Blog-Mogul Johnny Haeusler, Herausgeber von „Spreeblick“, einen SMS-Roman zu veröffentlichen.  Am 26.07.2008 soll eine erste Lesung stattfinden.

    Schon heute wurde uns exklusiv ein kleiner Teil des Manuskripts zugespielt:

    Hasi: Schaffe es nicht bis 9. Lieber gleich bei Sascha?

    OK. Denk an die Milch!

    Atze: SMS mir mal Saschas Nummer, bitte.

    +49 (161) 99858332243223

    32362: Jetzt zum Aktionspreis: Surfen und Telefonieren! Und dabei bis zu 330,- Euro sparen! Infos unter 22777.

    Sascha: Jetzt doch nicht bei mir, sondern im VS.

    Was ist VS?

    Hasi: Hab vergessen Milch zu kaufen. Bring Du welche. CUl8ER!