Blog

  • Liebe Frau Pluhar,

    auf Knien muß ich mich bei Ihnen entschuldigen!

    Unter Umständen, die ich nicht näher bezeichnen kann, habe ich Ihre göttliche Anmut in Frage gestellt. Ich empfinde tiefe Scham für meine völlig ungerechtfertigte Schmähung, die Ihnen durch mich widerfahren ist. Derartiges durfte niemals an die Ohren einer Dame wie Ihnen dringen.

    Bitte vergeben Sie mir!

    Ergebenst

    Ihr Fellow Passenger

  • Aktion Poodlepop

    Herr Poodle,

    Sie waren immer wie ein Vater zu mir!

    Neuerdings leidet das uns bekannte friedliche Blogwesen unter dem Unwesen eines gewissen Herrn Poodle. Völlig unverdient hat er sich Bekanntheit erschlichen, indem er einem Mitarbeiter des Fellow Passenger unter Androhung massiver Gewalt ein Interview abgepresst hat, welches Ihn in ein positives Licht rückte, das in keiner Hinsicht der Wahrheit entspricht. In infamer Weise hat er die Redaktion getäuscht, indem er seinen ahnungslosen Sekretär vorschickte, der seine sinisteren Absichten verschleiern sollte. (mehr …)

  • Warten

    Sitzen Sie gerne herum und warten? Lieben Sie es, bei heftigem, Regen, an einer zugigen Ecke in der Bahnhofsgegend herumzustehen, während Sie darauf warten, daß ihre Verabredung freundlicherweise endlich auftaucht? Lesen sie eine SMS mit dem Inhalt „komme 15 Minuten später“ gerne, wenn sie sich seit einer halben Stunde fragen, ob Sie sich überhaupt am richtigen Treffpunkt befinden?

    Wenn Ihnen das behagt, verabreden sie sich am Besten mit Herrn MC Winkel, Schrimherr der Aktion:

    Immer zu spät und ohne jeden Respekt

    Finden Sie es dagegen doof, sinnlos herumzustehen, kleben Sie sich doch einfach folgenden Button in Ihr Blog:
    Auf den ist einfach Verlaß

  • Literaturschneeball

    Herrn Poodle würde ich mich ja noch widersetzen, aber wie soll ich, mit nichts als der Feder in der Hand, gegen seine beiden Zwergteufel ankommen?

    „In meinem Blog stelle ich die Fragen“, war ich bereits versucht zu sagen. Das Schlimmste ist dabei gar nicht, diese Fragen zu beantworten, sondern drei weitere Opfer zu finden. Ein Randgruppenblogger wie ich, tut sich da schwer. Ich habe ja kaum Leser. Von Leserinnen will ich gar nicht erst anfangen. Ein Großteil meiner Leserschaft kann sich ja doch nicht mal ein eigenes Blog leisten. Aber so ist das eben mit dem Schneeballsystem: Den letzten beißen die Zwergteufel.

    1. You’re stuck inside fahrenheit 451, which book do you want to be?

    Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Das passt gut zum Thema und es auswendig zu wissen, kann ja auf keinen Fall schaden. Das wichtigste kann ich sogar schon: „Näheres regelt ein Gesetz.“

    2. Have you ever had a crush on a fictional character?

    Ja, ich schwärmte einst für Sherlock Holmes, das aber gar nicht auf Anhieb. Zunächst ging mir dieser blasierte Angeber mächtig auf den Senkel. Als ich Jahre später weitere Geschichten in wesentlich besserer Übersetzung las, wuchs mir dieser wahre Gentleman der alten Schule und sein nobler Charakter schnell ans Herz. Wer gerne Sir Arthur Connan Doyle auf deutsch lesen möchte, dem empfehle ich unbedingt die Werksausgabe des Haffmanns Verlages in neun Bänden.

    3. The last book you bought is:

    Das letzte Buch, daß ich gekauft habe war „Der Magier“ von William Somerset Maugham. Ich kam darauf, weil ich etwas über Aleister Crowley gelesen hatte, an den die Figur Oliver Haddo ja angelehnt ist. Leider erinnere ich mich nicht mehr daran, was das war. Herr Maugham war mir schon vorher bekannt, allerdings nur als Autor ziemlich bissiger Komödien.

    4. The last book you read:

    Das letzte Buch, daß ich gelesen habe ist mal wieder von Herbert Rosendorfer und trägt den Titel „Ungeplante Abgänge“. Das Buch enthält zwei köstliche Geschichten über den Irrsinn, der in Behörden ausbricht, wenn sie mit völlig harmlosen Ereignissen konfrontiert werden, die nicht ins Konzept passen.

    5. What are you currently reading?

    Im dritten Anlauf versuche ich es gerade wieder mit der „Chronik eines angekündigten Todes“ von Gabriel García Márquez. Wie es aussieht, wird es auch diesmal nichts werden. Das hat gar nichts mit dem Buch selbst zu tun. Manchmal passiert das einfach so. Dann werde ich tun, was ich in solchen Fällen immer mache: Ich lege das Buch mal für ein paar Jahre beiseite.

    6. Five books you would take to a desert island:

    „Krieg und Frieden“ von Leo N. Tolstoi würde ich mitnehmen. Das hat den Vorteil, daß man den Anfang schon wieder vergessen hat, wenn man zum Ende gelangt ist und es deswegen vermutlich mehrmals lesen kann. Außerdem „Survival, die Kunst zu überleben“ von Rüdiger Nehberg, damit ich bei der Lektüre von „Krieg und Frieden“ nicht vorzeitig verende. Nicht fehlen sollte „Abscheu vor der Weltgeschichte“ von Erwin Chargaff, denn ich fürchte nur auf einer einsamen Insel werde ich die Muße entwickeln es endlich zu lesen. Außerdem ist die einsame Insel ja der ideale um Ort die Weltgeschichte mal mit objekivem Abstand zu verabscheuen. Gerne hätte ich dort auch „Studium Latinum“ von Gebhard Kurz und Günter Wojaczek. Da mir die Begegnung mit lebenden Sprachen ja nicht drohen würde, bereitet mir das Studium einer toten Sprache sicher einiges Vergnügen. Zuguterletzt möchte ich „William Shakespeare — Sämtliche Werke in einem Band“ in meinem Gepäck wissen, für den Fall, daß ich mich am Ende von „Krieg und Frieden“ eines Tages doch noch an den Anfang erinnere.

    Jetzt soll ich, quasi als Entschädigung, also drei weitere Blogger mit diesem Fragebogen quälen. Ich reiche den Kelch, von dem ich hoffte, er möge an mir vorübergehen, also weiter an

    1. die reizende Frau Schnatterliese, die mich ja doch liest, sogar ganz offiziell
    2. Herrn Dr. job. Los, der den Fragebogen dann an seine nächste Bewerbung anhängen kann
    3. Herrn Niemeyer, der Vermutlich die einzige Blogroll hat, auf der ich erwähnt werde, ohne das Herr Poodle auch drinsteht
  • Klammeraffen und Dotterköpfe

    Dieses ‚@‘, also ein ‚a‘ mit Kringel drumherum ist ja inzwischen schon fast ein richtiger Buchstabe. Wer sich eine Schrift ausdenkt, oder früher mal ausgedacht hat, muß dieses Symbol heute auf jeden Fall berücksichtigen. In E-Mail-Adressen trennt es den jeweiligen Empfänger von der Organisation. Dem entsprechend wird es auf englisch „at“ ausgesprochen. Auf deutsch also „bei“. Wenn ich schreibe „[email protected]“ richte ich meine Nachricht also an den „bundeskanzler“ bei „bundestag.de“, meine also nicht das Postfach „bundeskanzler“ bei „fellowpassenger.de“. Das erscheint mir völlig logisch.

    In Internet-Foren oder Kommentaren auf Weblogs finde ich aber dauernd Anwendungen wie:

    @ Dotterkopf

    Du bist ja echt ein Dotterkopf! Halt lieber den Schnabel, wenn Du keine Ahnung hast.

    [email protected]

    Das verstehe ich nicht. Es wird doch niemand unbekanntes namentlich bei „Dotterkopf“ angesprochen, sondern der Dotterkopf selbst.

    Wäre es nicht viel einfacher, zu schreiben, „Dotterkopf, Du bist ja echt ein Dotterkopf! Halt lieber …“?

    Eine sehr nette und kluge Kollegin, sagte mir einmal „Fellow Passenger, frage niemals nach dem Sinn.“ Ich fürchte, das ist mir bis heute, rund fünfzehn Jahre später, nicht gelungen.

  • Ungesund

    Frau Renate Künast hat vollkommen recht. Was schädlich für die Volksgesundheit ist, muß schleunigst verboten werden. Aber nicht nur Zusatzstoffe im Tabak. Eier zum Beispiel auch. Da ist nämlich Cholesterin drin und davon bekommt man einen Herzinfarkt. Eier mit Cholesterin gehören verboten! Besonders die aus Belgien, weil da essen die Hühner sogar reines Dioxin.

    Pilze sind ebenfalls reine Mordwerkzeuge. Seit diesem kleinen Mißgeschick in Tschernobyl ist da Strontium 90 und Cäsium 137 drin. Vor allem die Rehe und diese ganzen anderen Wildtiere müssen schnell verboten werden. Die fressen nämlich Unmengen von diesen Atompilzen und strahlen deshalb ganz besonders. Ich erinnere mich noch, daß der Grenzwert für Radioaktivität in Milch von 20 auf 500 Becquerel pro Liter angehoben wurde. Es zählte zu meinen prägenden Kindheitserlebnissen, meine Hand zwischen eine Milchtüte und einen unbelichteten Film zu halten, um letzteren danach im Fotokurs der Schule zu entwickeln und darauf die Knochen meiner Hand zu betrachten. Heute geht das feilich nicht mehr. Obwohl? Der Grenzwert ist ja unverändert und die Isotope haben eine Halbwertszeit von ein paar hundert Jahren. Was ist eigentlich mit den Eisenbahnwaggons voller radioaktivem Milchpulver geschehen, die damals verschämt von einem Abstellgleis aufs andere verschoben wurden? An Schweine und Kühe verfüttert? Na, dann ist’s ja gut.

    Vor allem aber muß die Luft weg. Die Luft ist nämlich voll von Feinstaub, der ihr künstlich beigemengt wird. Daran sind natürlich auch hauptsächlich die Raucher schuld. Nicht nur mit ihren Zigaretten, denn die meisten fahren ja auch Auto. Strom aus verbrannter Kohle verbrauchen sie ebenfalls. Was da alles für Dreck drin ist mag man sich ja gar nicht ausdenken.

    Die Frau Künast macht es richtig. Sie weiß nämlich aus der Geschichte der USA, daß eine Prohibition ganze Wirtschaftszweige neu hervorbringt. Das ist sehr weitsichtig. Wenn der Schwarzhandel mit Tabak nämlich erst mal richtig etabliert ist, kann man den wieder legalisieren und gewaltige Steuern darauf erheben. Das ist Genial!

    Tabaksteuer gibt es schon? Schade.

  • MC Winkel

    Die Extreme waren, zumindest in Blogs sein bevorzugter Aufenthaltsort. Er konnte manchmal gleichzeitig weinen und lachen wie kein Zweiter, er hatte Lust am Leid und feierte in seinen Beiträgen seine Krankheit. Nicht seine einzige, aber seine tragische Liebe, an der er schließlich verzweifelte.

    MC Winkel, einer der wenigen Weltstars der deutschen Blogosphäre, war ein Autor des Überschwangs. Im Jahr 2003 begann sein Aufstieg eher im Verborgenen. Bis heute ist seine Meinung über Körperpflegeprodukte ein leuchtender Stern am Himmel der Boulevard-Blogs.

    Besondere Aufmerksamkeit erreichte er durch die beinahe lückenlose Dokumentation in seinem Kampf gegen das Spießbürgerertum seiner Nachbarn, den er unerschrocken aber immer gerecht führte.

    Den Höhepunkt seines Werkes erreichte er mit der Beschreibung seines eigenen Unterganges, der mit einer Sportverletzung begann. Minutiös berichtete er mit sensationellen Bildern und ergreifenden Texten über über den Verlauf seines Siechtums. In anrührender Weise haben seine Leser sich bemüht ihm sein Ende durch kleine Aufmerksamkeiten zu erleichtern.

    Herr Winkel starb am 17. Mai 2005 in Kiel an den Folgen einer schweren Knieverletzung.

  • Rekordkommentator lenkt ein

    Der heimliche Blogger, der seit Wochen seine Beiträge wie Ostereier in den Kommentaren verschiedener Weblogs verstreut, hat sich bereitgefunden, seinem Werk ein eigenes Blog zu widmen.

    In alter Gewohnheit hat er diese Ankündigung schamhaft in einem Kommentar versteckt. Noch hält der aus seinen Kommentaren als „Neo-Bazi“ bekannte erfahrene Seemann die Internet-Adresse geheim. Doch der Titel des Webjournals steht schon fest: „Club der halbtoten Dichter“ wird es heißen. Dabei plant er keinen Alleingang. Er kündigt an, daß dort ein „exklusiver Zirkel allgäuger Geistesgrößen“ schreiben wird. Gleichzeitig verpflichtet er den international bekannten Schöngeist Kubelick aus München, zu regelmäßiger Mitwirkung.

    Man darf gespannt sein, mit welchen intellektuellen Spezialitäten die neue alte allgäuer Schule demnächst aufwarten wird.

    Die Redaktion des Fellow Passenger drückt alle verfügbaren Daumen und wünscht dem alten Schwerenöter und hervorragenden Denker schon jetzt Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unter’m Kiel!

  • Neger

    Als ich klein war, nannte man Menschen deren Haut dunkelbraun ist „Neger“. Heute gilt das als Beleidigung. Man soll sagen „Schwarzer“. Dabei gibt es gar keine Menschen deren Haut schwarz ist. Ein „Schwarzer“ ist für mich ein Parteimitglied der CDU/CSU. Damit fällt die Bezeichnung „Brauner“ für Menschen afrikanischer Abstammung völlig aus. „Schwarzer“ steht auch für weibliche Emanzipation, obwohl Frau Schwarzer weder dunkelbraune Haut hat, noch Schwarze grundsätzlich weiblich sind.

    „Farbiger“ zu sagen, ist auch nicht politisch korrekt, weil es ja den „Weißen“ als einzigen nichtfarbigen herausstellt und alle anderen in einen Topf wirft. Komischerweise bezeichnet man allein des Weißen Hautfarbe als hautfarben. Politisch korrekt kann das nicht sein.

    Im asiatischen Raum werden die Hautfarbigen, also weißen Menschen „Langnasen“ genannt, woran sich niemand zu stören scheint.

    Ehe wir nun anfangen, Frauen als „Bürger mit Brüsten“ und Männer als „Bürger mit Penis“ zu adressieren, wäre es doch besser, zu akzeptieren, daß Neger, Schlitzaugen, Bleichgesichter und Rothäute allesamt ganz normale Menschen sind.