Kategorie: Vermischtes

  • Steuerverrat als lukrative Einahmequelle

    Weil der Bundesnachrichtendienst gut und gerne für Hinweise auf Steuerhinterziehung zahlt, und die Quelle gar nicht zwielichtig genug sein kann, vermittelt nun ein Internetangebot zwischen Denunzianten und Behörden.

    Das „Schnellmeldeformular“ des Vermittlers ist bereits für alle Eventualitäten gerüstet:

    [ ]Ich bin Angestellter der Firma bzw. mit dem Hinterzieher verwandt

    [ ]Ich bin bereit, vor Gericht meine Angaben zu bezeugen.

    [ ]Die Beweise wurden u.U. illegal besorgt.

    [ ]Ich wünsche, dass steuerverrat.de für mich mit Behörden über eine neue Identität (incl. Pässe) verhandelt.

    Auch wenn die Steuerbehörden schon haben durchblicken lassen, daß sie vielleicht auch eher nichts bezahlen wollen, kann man auf steuerverrat.de immerhin seinen selbstgerechten Chef oder die verhasste Schwiegermutter quälen. Zumindest virtuell.

  • Dingnachrichten und Debattenfäden

    Natürlich handelt es sich nur um den Auswurf eines Übersetzungsprogramms, das ein Betrüger mit einem höchst trickreich formulierten Anschreiben gefüttert hat, welches er zuvor in perfektem Yoruba verfaßt hatte. Dennoch ist die Nachricht, die heute beim Ausleeren des elektronischen Abfallkorbs zum Vorschein kam hinreißend:

    eBay Neue Unbezahlte Dingnachricht von fangohang“

    Liebes Mitglied,

    eBay hat Mitglied dg1n Ihnen eine Nachricht betreffend Ding #150003123500 verlassen

    Siehe den Debattenfaden an, um zu antworten.

    Beachtungen,

    eBay

  • EM für die nationale Sicherheit

    Bitte während der Lektüre abspielen:

    [audio:http://pix.visualartlab.de/fans.mp3] (direkter Link)

    Völlig entnazifiziert und stets ebenso weltoffen wie multikulturell veranlagt, wie die Deutschen eben sind, ließen einige schon vor dem Beginn der sportlichen Auseinandersetzung wissen, daß sie in Türken nichts weiter sehen, als subalterne Zubereiter billigen Essens.

    Die intellektuelle und musikalische Leistung bei der Entwicklung des neuen Schlachtrufs bestand dabei darin, innerhalb einer zweijährigen Schaffenszeit, Pizza durch Döner zu ersetzen.

    SO SEHEN SIEGER AUS! SCHALALALALA!

    Übrigens: Unsere Regierung hat verlautbart, daß die Arbeitszeiten von Angestellten künftig ebenso wie die Höhe der Gehälter behördlich gespeichert und ausgewertet werden. Das macht aber nichts. Es ist ja Fußball.

    Fernab jeder Realität, wurde übrigens längst nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft während der Weltmeisterschaft noch, mit letzter Kraft, aber vernehmlich, „wir fahren nach Berlin“, gelallt. Der feste Wille zum Sieg, selbst nach der Niederlage, scheint im deutschen Erbgut irgendwie verankert zu sein.

    SUPERDEUTSCHLAND!

    Übrigens: Der neue Armutsbericht ist kein Bericht, sondern eher eine Desinformationskampagne. Macht aber nichts. Es ist ja Fußball.

    Meinen die Fans der deutschen Mannschaft mit „wir“ wirklich nur die Spieler ihres Lieblingsvereins, oder genießen Sie insgeheim vielleicht doch, endlich vier deutsche Nationalflaggen an Ihrem Auto befestigen zu können, ohne schief angesehen zu werden? Anhänger der türkischen Mannschaft, steuern souverän ihre Fahrzeuge binational beflaggt durchs Land.

    OLÉ OLÉ OLÉOLÉOLÉ!

    Übrigens: Die Regierung Bayerns plant, nach dem Raucherverbot jetzt auch, den Alkoholausschank massiv einzuschränken, was die Wirte von Kneipen die keine reinen Speiselokale sind, in den Ruin treiben könnte. Macht aber nichts. Es ist ja Fußball.

    Was das nun alles mit der nationalen Sicherheit zu tun hat? Das weiß ich nicht mehr. Vielleicht gar nichts. Bei dem Krach kann man ja keinen klaren Gedanken mehr fassen.

    Man wird sich aber sicher einen Spruch überlegen müssen, mit man als Deutscher das Spanische Team samt Anhängerschaft schön diffamieren kann. Vielleicht irgendwas mit Paella.

    FINALE OHOH!

    Apropos Spezialitäten: Döner futtern die Deutschen so gerne, daß die rund 15000 Dönerbuden mehr Umsatz erreichen, als „Mc Donalds“ und „Burger King“ zusammen.

  • Waffen für den Weltfrieden

    Ein Vergleich zwischen Waffengesetzen in den USA und Deutschland, wie die Presse ihn gerne anstellt, sei nicht statthaft, ja unseriös, weil die Gesetzgebung in den einzelnen US-Bundesstaaten zu unterschiedlich sei, schreibt Marco Kanne in einem höchst erstaunlichen Magazin namens „Eigentümlich Frei“.

    Daran schließt Herr Kanne einen total seriösen Vergleich zwischen New Hampshire und Maryland an: In New Hampshire sei das Waffenrecht liberal und man ermorde sich dort selten. In Maryland sei es dagegen gerade umgekehrt.

    Die zustimmende Haltung des „Deutschen Durchfalljournalsimus“ zu der hierzulande eingeschränkten Freiheit, mit Schußwaffen zu hantieren, sieht Autor Kanne in mangelnder Bereitschaft der Presse zu unvoreingenommener Meinungsbildung und gründlicher Recherche. Konsequent legt er seine eigene , über jeden Zweifel erhabene, Arbeitsmethode offen:

    Alle von mir genannten Fakten … lassen sich mittels „Google“ innerhalb weniger Minuten recherchieren. Sie zeigen, dass ein liberales Waffenrecht zu weniger Kriminalität, zu weniger Morden führt.

    Wenn es so einfach ist, empfehlen wir, schleunigst 7 Milliarden Schußwaffen an alle Menschen der Welt zu verteilen, damit sie sich endlich nicht mehr gegenseitig umbringen.

    Bei dieser Gelegenheit rufen wir Sie auf, für unser Hilfsprogramm One Luger per Child (OLPC) zu spenden. Es dient der Entwicklung preiswerter, leichter Feuerwaffen für Kinder der Dritten Welt, die bislang dazu gezwungen sind sich als Kindersoldaten zu betätigen, um an die dringend benötigten Schußwaffen heranzukommen, die aber oft für Kinderhände viel zu unhandlich konstruiert sind.

  • Neuer Trendsport: Bei Staatsbesuchen auf sich selbst schießen

    Vor kaum zwei Wochen hat sich ein Polizist im brandenburgschen Meseberg, der den US-Präsidenten George W. Bush zu bewachen hatte, derart geärgert, daß er sich selbst „versehentlich“ in den Unterarm schoß.

    Den Besuch des französischen Staatspräsidenten Sarkozy in Israel, nahm ein Grenzschützer zum Anlaß, sich — wiederum „versehentlich“ — mit seinem Sturmgewehr zu erschießen.

    Leichen pflastern ihren Weg.

    [gefunden bei fefe]

  • Haarlose Affen

    Weil Wahlkampf ist, üben die Parteien sich mal wieder ein wenig in bürgerfreundlicher Rhetorik. Heute ist Rundumüberwachung vielleicht doch nicht ganz so toll und alles soll viel billiger werden. Mehr verdienen sollen wir auch. Zumindest so lange, bis jeder sein Kreuzchen an der vorgesehenen Stelle gesetzt hat. Nicht daß wir uns auch noch so daneben benehmen wie unsere Irischen Nachbarn.

    Nach der Wahl ist vor der Wahl. Eine Legislaturperiode dauert vier Jahre. Alles ist möglich. Das Runde (Münzen) muß in das Eckige (Geldbeutel). Die soziale Marktwirtschaft hatte in den letzten Jahren kein Glück. Dann kam auch noch Pech dazu.

    Wählen Sie, auf daß die bessere Partei gewinne. Dann wird alles besser. Ganz bestimmt.

    Ehe Sie vor Wut und Enttäuschung vergehen, lehnen Sie sich zurück, justieren Ihren Babelfisch auf den angelsächsischen Sprachraum und erhaschen hier einen Blick auf das Große Ganze.

  • Sehr geehrte Fußballproleten,

    es ist natürlich überaus erfreulich für Sie, daß Ihre Lieblingsmannschaft auch heute im Viertelfinale obsiegen konnte. Wedeln Sie deswegen ruhig gerne mit dem schwarz-rot-senffarbenen Vereinswimpel herum, bis Ihnen die Arme abfaulen.

    Da es inzwischen nach 1 Uhr nachts ist, wäre es doch aber allmählich angebracht, von kraftvollen „Olé, olé, olé-olé“-Interjektionen abzusehen, und auch die Finger von druckluftbetriebenen Nebelhörnern und Autohupen zu lassen.

    Wäre nett.

  • Ausnahmezustand

    Es ist beinahe zwölf Uhr nachts und man könnte gemütlich im Bett liegen und von einer friedlichen und freien Welt träumen. Doch, ach, fanatisierte Fußballproleten grölen zu Fuß mit heiserer Stimme etwas, das wie „Schmand“ klingt. Andere fahren, neuerdings mit Nationalflaggen bestückte, Kraftfahrzeuge unter unseren Fenstern hin und her und bringen mit ihrem hysterischem Hupkonzert auch den letzten Nachbarn um den Schlaf, obschon der Verlauf eines Fußballspiels mitnichten eine unmittelbare Gefahr für den Straßenverkehr darstellt, vor der durch Hupen gewarnt werden müsste.

    Zudem darf man wohl auch fragen, worin die solcherart bejubelnswerte Sensation liegt, wenn Deutschland gegen Österreich in einem Fußballspiel obsiegt. Hätte jemand mit dem Gegenteil gerechnet, wäre dieses Kleinod aus dem Genre Dokumentarsatire vermutlich nie entstanden.

  • Wahlkrampf in den USA

    In den USA läuft gerade das traditionelle Abdankende-Präsidenten-Bashing an. Warum die immer erst gegen Ende der zweiten Legislaturperiode meinen, man müsste den gerade noch amtierenden Präsidenten jetzt ganz dringend seines Amtes entheben, bleibt wohl ein amerikanisches Mysterium.

    Bei Clinton war es der staatsgefährdende Fellatio, bei Bush ist es nun der Umstand, daß im Krieg auch Amerikaner sterben können. Offenbar ist der Mann etwas prüder als seine Amtsvorgänger. Die Konsequenz davon — das ist ebenfalls fester Bestandteil der Tradtition — ist logischerweise keine.

    Wenn man bei uns das Merkel erwischte, wie es bei Ikea ein halbes Dutzend Bleistiftstummel einschöbe, würde sich damit auch kein Sommerloch füllen lassen.

    Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann man ein Buch aber auch schon mal vor Gericht und Kameras als Anklage vorlesen, um dessen Verkauf anzukurbeln.

    Wir freuen uns schon heute auf Berichte über sexuelle Ausschweifungen und brezeninduzierte Erstickungsanfälle von McCain, die wir wohl erst 2016 werden lesen dürfen, falls der Mann nicht vorher über seinen Hund stolpert.

    „Moment mal! Warum soll denn ausgerechnet ein republikanischer Hardliner wie Elitesoldat McCain der nächste Präsident werden“, werden Sie sich vielleicht gerade entrüstet fragen. Ganz einfach: Seine Konkurrenten sind ein Frauenzimmer und ein Neger, beides Intellektuelle und obendrein Demokraten. Schlechtere Karten kann man in den USA wohl nicht haben.

  • Sie, Jochen Grothe, Bürgermeister von Amstetten, Baden Würtemberg,

    haben in der „Titanic“ eine Reportage über Amstetten mit dem Titel „Eine Stadt weiß von nichts“ gelesen und haben darauf den „Oberösterreichischen Nachrichten“ anvertraut, daß Sie nun rechtliche Schritte gegen die „Titanic“ prüfen lassen wollen. „Wir wollen eine Richtigstellung, weil für uns zu wenig herauskommt, daß es um ein anderes Amstetten geht.“

    Wenn nun aber noch weniger, also zum Beispiel überhaupt nicht, herauskäme, daß „Titanic“ in einem anderen Amstetten recherchiert hat, als dem in Österreich, wäre es dann noch viel schlimmer? Oder würde es Ihnen Erleichterung verschaffen, wenn irgendwo, vielleicht im Titel, stünde, „Amstetten in Baden Würtemberg, eine Stadt weiß von nichts“? Andererseits steht es ja schon in Zeile 60, in einem Dialekt, der Ihnen bekannt vorkommen müsste.

    Sie möchten darauf hinweisen, daß Ihr Amstetten in einem Land liegt, in dem Väter ihre Kinder nicht mißbrauchen und im Keller gefangen halten, sondern Mütter ihre Kinder umbringen und in die Tiefkühltruhe stecken? Statt rechtliche Schritte prüfen zu lassen können Sie ja mal einfach so eine Gegendarstellung an die „Titanic“ schicken. Mit etwas Glück druckt sie die freiwillig. Wir läsen sie bestimmt gerne.

    Ihre Titanic-Leser vom

    Fellow Passenger