Kategorie: Vermischtes

  • Urkunde

    Mit großer Freude darf ich vermelden, daß meine Kenntnis des Werkes der Gebrüder Grimm nun offiziell beurkundet ist:

    Urkunde über die Befähigung den Titel 'Grimm-Experte' führen zu dürfen.

    Meine Dankesrede finden Sie hier.

  • Gute Nachricht für Peppy

    Nach intensiver Forschungsarbeit zeigte sich, daß der HTML-Quelltext für den Spendenknopf nicht Copy-&-Paste-resistent ist. Das sollte er, weil der Quelltext auf der Paypal-Seite erzeugt wird und anschließend auf die Seite von Peppy eingefügt werden muß. Weil an unglücklicher Stelle ein Zeilenumbruch enthalten ist, wird dieser von WordPress in ein <br /> verwandelt. Mit verheerenden Folgen für die Funktionsfähigkeit des Knopfes und für Peppy. Der hat dadurch wertvolle Zeit verloren.

    Aber der Fehler ist nun behoben. Es kann gespendet werden.

  • Fast wie im richtigen Leben

    Die eine schreibt was, die anderen lesen es. Einer glaubt es nicht, forscht nach und schreibt darüber. Der nächste schwingt darüber seinen errigierten Zeigefinger und moralisiert was das Zeug hält, worauf seine Kommentatoren in zweil Lager zerfallen. Derweilen wird anderswo ein freiwilliger Art Direktor für seine Entwürfe kritisiert und der Kritiker widerum zensiert. Der schreibt munter bei sich selber weiter, wo er sich unzensiert beschimpfen lässt. Die Blog-Schreiber sind schon ein lustiges Völkchen.

  • Money for Nothing

    Meine Auftragslage ist ja zur Zeit alles andere als rosig. Offensichtlich ist mein Kundenaquisition nich aggressiv genug. Auch der zugegeben konservative Irrglaube, für Geld arbeiten zu müssen ist ganz offensichtlich überkommen, ja geradezu hinderlich.

    Der Betreiber von savetoby.com zeigt, wie es auch ohne Mühe geht. Er erpresst kurzerhand seine Leserschaft damit, sein Haustier hinzurichten und zu verspeisen, es sei denn, er würde 50.000 US-Dollar aus den von ihm angebotenen Fan-Artikeln erlösen. Über 28.000 Dollar hat er inzwischen angeblich erhalten. Nicht schlecht.

    Besuchen Sie hier Peppy den Papyrus!

  • Interaktives Editorial

    1. Liebe von mir gern gelesene Bloger (und Blogerinnen!),

      bei einigen von Ihnen habe ich in schamloser Weise völlig egozentrisch und sachfremd kommentiert, nur um meinem jüngsten Papst-Beitrag einer größeren Leserschaft zugänglich zu machen. Das war unfein, notwendig und erfolgreich. Bitte verzeihen Sie mir! Es ist Frühling und ich hatte das dringende Bedürfnis mal so richtig durchgeklickt zu werden. Ich hoffe Sie sind mir deswegen nicht böse.

    2. Mit Entsetzen stellte ich fest, das auch der dritte Anbieter, dem ich die Bilder meines Blogs anvertraut habe, diese nicht mehr bereitstellen kann. Daher war der Fellow Passenger ausgerechnet in dieser populären Phase unbebildert. Dank guter Beziehungen zu einer oft unterschätzten Videokunstformation fanden die Bilder inzwischen Asyl.

    3. Der Blog-Anbieter blogger.com verblüfft mit immer neuen Ausfallerscheinungen. Das führt teilweise zu enormen Aufwand und erheblichen Verzögerungen, wenn es beispielsweise gilt, jede Referenz auf eine Abbildung zu ändern. Daher sucht der Fellow Passenger ein neues Zuhause. Die Suche gestaltet sich beschwerlich, denn ich möchte meinen Lesern die Zumutung von wahllos eingestreuten Werbebotschaften ersparen. Natürlich gibt es Blog-Anbieter, die das bieten, aber die möchten dafür bezahlt werden. Um aber deren Preisvorstellungen zu genügen, müsste ich, der Gegenfinanzierung halber, auf ein sehr liebgewonnenes Zeitschriftenabonement verzichten. Das kann und will ich nicht. Wenn da jemand einen guten Tip hätte, würde es mich sehr freuen.Erledigt.

    4. Angeregt durch einige Kommentare würde ich gerne Klopapier mit meinen Blog-Beiträgen bedrucken lassen. Ich möchte mich daran nicht bereichern, dabei aber auch nicht verarmen. Hat da jemand eine Idee, wie das gehen könnte? Mit einem Nadeldrucker wäre das machbar. Könnte mir jemand zu solch einem Gerät verhelfen? Peppy würde es Ihnen danken.

  • Papstwahl ungültig!

    „Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus papam: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum Joseph, Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem Ratzinger qui sibi nomen imposuit Benedikt XVI“ („Ich verkünde euch große Freude. Wir haben einen Papst: Seine Eminenz, den hochwürdigen Herrn Joseph der Heiligen Römischen Kirche Kardinal Ratzinger, der sich den Namen Benedikt XVI gegeben hat“)

    Mit diesen Worten verkündete Kardinalprotodiakon Jorge Arturo Medina Estévez den Willen Gottes, den 115 Zyniker Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle zuvor erkannt haben wollen.

    Der „neue“ wird kein Spaßpapst, wie sein medienfreundlicher Vorgänger. Kardinal Ratzinger, schon aus seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising als ultrakonservativer Hardliner bekannt, wurde aufgrund seiner Linientreue von Papst Johannes Paul II zum Präfekten der Kongregation für den Glauben und zum Kardinal ernannt. Die Glaubenskongregation ging 1908 aus der Römischen Inqusisition hervor.

    Der ehemalige Großinquisitor sprach den apostolischen Segen „Urbi et Orbi“ aus, der sonst nur zu Ostern und Weihnachten erteilt wird, und eben wenn ein neuer Papst seinen Dienst antritt. Das ist ein wenig wie Ostern und Weihnachten gleichzeitig.

    Kaum war der Segen erteilt, kam es bereits zu Ungemach. Ratzinger habe das Konklave manipuliert, gab der indische Kandidat Kardinal Ivan Dias zu verstehen. So habe es zum Beispiel während des Konklaves keinerlei vegetarische Speisen gegeben.

    Peter Kodwo Turkson, 56, Kardinal von Ghana berichtet, man habe ihm einfach gesagt, er sei nach dem Kirchengesetz noch nicht volljährig und deshalb nicht Wahlberechtigt. „Neger wählen die eh nicht“, bemerkte er lakonisch.

    Ähnlich ging es Kardinal Francis Arinze, 72 aus Nigeria. „Die Schlange für meinen Wahlkreis ging dreimal um die Sixtinische Kapelle. Bis ich meinen ersten Stimmzettel abgeben konnte, waren bereits 3 Wahlgänge vorbei.“

    Ein italienischer Kardinal, der lieber anonym bleiben möchte, erzählt, „am ersten Tag des Konklaves war Joseph noch ganz nett. Er hat sogar jedem etwas von seinem marokkanischen Weihrauch abgegeben. Davon wurde aber allen ganz schwummerig. Am zweiten Tag hat er dann das Kruzifix der Kapelle umgedreht und mit blutigen Hühnerkrallen ein Pentagramm auf den Altar gezeichnet. Das kam mir irgendwie merkwürdig vor.“

    Nach dem Kirchenrecht ist es den Kardinälen untersagt, Wahlwerbung für ihr Ponifikat zu betreiben. Ebendies wird aber Kardinal Ratzinger vorgeworfen. So soll er schon vor der Sedisvakanz, der Zeit, in der der das Papstamt unbesetzt ist, einen blühenden Handel mit Devotionalien betrieben haben. Insbesondere der von Ratzinger unterstützte Ratzinger-Fan-Club erregte durch sein Angebot von Fan-Artikeln ungewollt Aufsehen. Insbesondere die Baseball-Kappen mit dem Aufdruck „Papist“ (Papstanwärter) könnten Ratzinger nun zum Verhängnis werden.

    Eilig dementierte die Pressestelle der Kongregation für den Glauben: „Es hat zu keiner Zeit einen direkten Kontakt zu diesem Verein gegeben. Wir haben uns bereits zu Beginn der Sedisvakanz von ihm losgesagt. Einen Button mit der Aufschrift ‚Ratzinger Rules‘ hat es nie gegeben. Der Button ist nie in Auftrag gegeben worden. Außerdem hat Kardinal Joseph Ratzinger ihn aus Privatmitteln finanziert.“

    Erst einmal ist ein Papst von seinem Amt zurückgetreten. Noch nie wurde ein amtierender Papst exkommuniziert. Benedikt XVI könnte der erste sein.

  • Rechnungen

    Rechnungen auf Papier sind angenehm. Man kann sie abheften und der Buchhaltung zuführen. Sie zeigen schwarz auf weiß, was man wofür bezahlen soll. Manche Unternehmen wollen kein Geld für Porto, Papier und Toner ausgeben und schicken ihre Rechnungen nur per E-Mail. Das geht zum Glück nur bei solchen, die sicher sein können, daß alle ihre Kunden tatsächlich auch ein elektronisches Postfach haben. Dadurch bleibt diese Unsitte auf Internet-Anbieter beschränkt.

    Bei der Telekom darf man es sich aussuchen. Man merkt aber schon deutlich, daß sie die Kosten für das Drucken der Rechnungen auf den Kunden abwälzen und das Porto einsparen möchte. Das sagt sie so nicht, vielmehr argumentiert sie mit Umweltaspekten. Die Rechnung-Online sei ja auch viel bequemer für den Kunden, verspricht sie. Weil sie selbst nicht ganz davon überzeugt ist, lobt sie eine einmalige Prämie von 5 Euro für die Umstellung aus.

    Nun ist mir kaum eine Tätigkeit mehr verhasst, als die einzelnen Positionen der Telefonrechnung so aufzuschlüsseln, daß ersichtlich wird, welcher Mitbewohner welchen Anteil daran zu tragen hat. Eingedenk der schier unendlichen Vielfalt an Call-by-Call-Vorwahlen ist das nämlich ausgesprochen mühevoll. Wenn die Telefonrechnung nun zusätzlich in elektronischer Form vorläge, müsste sich das doch automatisieren lassen.

    Aber Rechung-Online hat einen Haken. Statt daß die Telekom die Rechnung-Online als zusätzliche Dienstleistung zu einem realistischen Preis anbietet, definiert sie dem Rechnung-Online-Kunden die normale Rechnung auf Papier als Zusatzleistung. Diese bietet sie dann für 1,36 Euro monatlich an. Das ist satt, wenn man bedenkt, daß diese Kosten ja durch die Grundgebühr eigentlich bereits gedeckt waren.

    Trotzdem habe ich die Telekom nun beauftragt, die Rechnung elektronisch zu stellen. Schweren Herzens habe ich mich entschieden, auf die liebgewonnene Papierausgabe zu verzichten. Die Antwort der Telekom kam prompt per E-Mail:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für Ihre Bestellung.

    Wir bestätigen Ihnen den Eingang Ihres Auftrages, der bei uns unter der Internet-Eingangsnummer xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx geführt wird. Diese E-Mail ist keine Auftragsbestätigung, sondern die Bestätigung des Eingangs Ihrer Bestellung!.[sic]

    Unsere Online Prozesse für Rechnung Online stehen aus technischen Gründen zur Zeit nicht zur Verfügung. Ihr Auftrag wird unter Vorbehalt entgegengenommen. Sobald ihr Auftrag realisiert wurde, erhalten Sie ihre Rechnung Online Zugangsdaten schriftlich mitgeteilt. …

    Ich ahne bereits, daß mein Entschluß ein schwerer Fehler war.

  • Katze im Sack

    Als „Hardboiled Melodram“ bezeichnet Florian Schwarz seinen Film „Katze im Sack„. Das habe ich aber gerade erst gelesen. Davor habe ich den Film gesehen und dazwischen spontan das Genre „Beischlafgroteske“ erfunden. Ich finde das passt besser.

    Es begegnen sich zwei seltsame Menschen, Doris und Karl, im Zug und entwickeln eine ambivalente Zuneigung. Anstelle gemeinsamer Unternehmungen bestehlen sie sich lieber gegenseitig und trennen sich. Als sie sich in einer trostlosen Karaokebar wiedersehen, finden sie auch nicht zusammen. Dafür haben sie und sämtliche Gäste Sex mit einem Partner, den sie eigentlich nicht wollen. Karl mit dem „Sahneschnittchen“, auf das der schmierige Aufreisser Sandro ein Auge geworfen hatte, Sandro mit Doris, Doris‘ Freund geht ins Bordell und Sahneschnittchens Schwester stürzt sich ebenfalls auf Karl. Der zu Beginn der Geschichte von Karl verprügelte Gelegenheitsschwule Peter schlägt derweilen seine Frau.

    Den Film ist witzig, boßhaft, auch melodramatisch und durchaus irritierend. Gut gespielt, schön gefilmt, schnell geschnitten. Die marode Atmosphäre wird untermalt mit Musik von 2Raumwohnung und Slut. Die Figuren bleiben bis zum Ende unnahbar und voller Rätsel, deren Auflösung stets nur angedeutet wird. Immer kommt es anders als vermutet. „Katze im Sack“ ist kein schöner, aber ein sehenswerter Film. Wenn der Verleih verspricht, es sei „Ein Liebesfilm für alle, die keine Liebesfilme mögen“, verspricht er nicht zuviel.

  • Keine Meinung

    Mario Sixtus fordert mehr Meinung in Blogs. Ihm fällt auf, „wie frei von Meinung viele Blogger oft sind.“ Das sehe ich anders. Nicht die Blogger sind meinungsfrei, sondern die Blogs. Wenn überhaupt, denn die wenigsten Blogs sind ja frei von eigener Meinung. Wer über sein Gefühlsleben öffentlich Tagebuch führt, schreibt dabei ja auch seine Meinung. Für die dürften sich aber die Leser dieser Kolumne in der Frankfurter Rundschau Online kaum interessieren. Es ist diese Meinungsäußerung ja im Grunde auch nur an einen eher kleinen Kreis gerichtet. Es ist einzusehen, warum Herr Sixtus diese Befindlichkeitsjournale nicht erwähnt.

    Es fehlen eher Blogs, die Meinungen zu politischen Themen und gesellschaftlichen Entwicklungen verbreiten. Solche Blogs also, die in der Presse gerne als unseriös bezeichnet werden, weil sie keine journalistische Qualität bieten. Will man bei dem unsäglichen Vergleich mit der Presse bleiben, kann man ja auch argumentieren, daß eine Zeitung in erster Linie Nachrichten verbreiten soll. Meinungen muß sie natürlich auch, aber erst in zweiter Linie verkünden. Eine eigene Meinung darf eine Zeitung eigentlich nicht haben. Ein Weblog schon.

    Woher kommt es, das die deutschen Blogs so selten Farbe bekennen fragt der Kolumnist: „Woran liegts? Pisa? Formulierungsprobleme? Wortschatz verkifft? Rechtschreibschwäche? Faulheit? Angst? Schüchternheit? Keine Ahnung.“

    Dieser Meinungsmagel in Deutschland ist nicht auf die Blogs beschränkt. Es ist eigentlich auch kein Mangel an Meinung. Es ist ja nicht so, daß der Deutsche grundsätzlich keine Meinung hätte. Aber er ist es gewohnt, sie für sich zu behalten. Das musste er während der Nazizeit. Ein großer Teil musste auch anschließend weiter schweigen, wenn er in der DDR lebte. Die Meinungsfreiheit ist in der Bundesrepublik längst nicht so tief verwurzelt wie etwa in den USA. Das sieht man eben auch an den Blogs.

    Daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Zumal die Signale aus der Politik genau in die entgegengesetzte Richtung weisen. Das Grundgesetz, ein Geschenk das einst Freiheit und Gleichheit garantieren sollte, wird immer weiter aufgeweicht. Der Bundesbürger wird abgehört und videoüberwacht wo immer er steht und geht. Und noch immer ist es nicht genug. Es wird danach gerufen auch Ärzte, Rechtsanwälte und Geistliche belauschen zu dürfen. Scheibchen für Scheibchen wird die Privatsphäre abgeschafft. Gestern wegen der Kinderschänder, heute wegen der Terroristen. Mal wieder Terroristen. Bis heute sind nicht annähernd alle, meiner Meinung nach verfassungwidrigen, Änderungen aus unseren Gesetzbüchern verschwunden, die in aller Hast kurz vor den RAF-Prozessen eingeführt wurden. „Anleitung zu Straftafen“, § 130a, zum Beispiel. Wo gibt es denn sowas? Eine griechische Militärjunta hatte mal so einen Einfall. Dort hat das die nachfolgende demokratische Regierung sofort wieder abgeschafft. Hier mache ich mich bereits strafbar, wenn ich per Link auf ein Computerprogramm verweise, mit dem sich ein Kopierschutz umgehen lässt.

    Die öffentliche Meinung dürfte den gefährlichen Unfug, der unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung getrieben wird, niemals zulassen. Aber der Deutsche meint eben nur im verborgenen. Er jammert jederzeit am Stammtisch, aber er protestiert niemals öffentlich, denn er ahnt, was im eines Tages dafür blühen könnte. Wenn man liest, wie die künftige Bundespolizei schon heute mit Helikoptern und Wärmebildkameras Jagd auf Graffiti-Sprüher macht, wundert das kaum.

    Welche „freien“ Meinungsäußerungen sind denn in der Bundesrepublik legal, und welche nicht? Kann ich hier wirklich meine Meinung sagen, ohne vorher meinen Rechtsbeistand zu fragen? Diese Fragen muß man sich ja leider stellen, bevor man seine Meinung sagt, oder gar schreibt.

    Ich fordere daher mehr Meinungsfreiheit! Dann werden auch die Blogs interessanter.

    [Edit: Name der Zeitung korrigiert]

  • Die taz überfordert mich

    Da schreibt die taz zum Beispiel:

    Raum ohne Volk?

    Weite Teile Deutschlands werden in den kommenden 25 Jahren veröden, denn die Abwanderung in die Ballungsgebiete ist nicht zu stoppen. Der Staat zieht sich dann aus so manchem Landstrich zurück und stellt damit seine Existenz als „Daseinsvorsorger“ in Frage. In den dünn besiedelten Gebieten entstehen aber auch Freiräume für eine experimentelle Politik. Die taz widmet dieser Entwicklung eine neue Serie SEITE 4, 5

    Das klingt interessant. Ich würde gerne auf „SEITE 4, 5“ weiterlesen. Das kann ich aber nicht, weil ich diese Seiten nicht finde. Das liegt sicher daran, daß die Online-Ausgabe gar keine Seitenzahlen hat. Das finde ich doof. Ich möchte jetzt aber auch nicht vorschlagen, Seitennummern einzuführen. Das wäre nämlich auch doof. Aber gerade für Online-Texte gibt eine ganz tolle andere Möglichkeit, von einer Textstelle auf eine andere zu verweisen: Den Hyperlink, oder kurz, Link. Hyperlinks sind so toll, daß das ganze Internet voll davon ist. Ich weiß, daß auch die taz diese Technik kennt. Die schreibt nämlich unter jeden Artikel einen drunter. Es ist aber immer der gleiche: Was ist Ihnen die Internetausgabe der taz wert? Die Antwort mag bitter klingen, aber sie ist logisch. Die Internetausgabe der taz ist nicht viel wert, solange man die Artikel darin nicht findet.

    Das erinnert mich ein bißchen an einen Schildbürgerstreich, den sich der PC-Pannendienst Homejumper mal geleistet hat. Der hat nämlich mal einen Webespot im Fernsehen gezeigt, der besagte, wenn der heimische Computer streikt, soll man Homejumper holen. Am Ende wurde dann die Internetadresse des Unternehmens eingeblendet. Auch doof. Daß diese Seite nichts als Adresse und Telefonnummer der Firma enthielt, fand ich ebenfalls nicht sehr geschickt. Außerdem dachte ich mir, ein Privatanwender kann sich dafür kaum interessieren. Seine Waschmaschine lässt er sicher reparieren, die geht dann ja wieder ein paar Jahre. Aber der PC? Das wird nichts, dachte ich. Das wurde nichts, merkte einige Monate später auch Homejumper, setzte über die Hälfte seiner Belegschaft auf die Straße und wollte nun lieber kleine Unternehmen als Kunden. Kleine Unternehmen wollten aber wohl keinen Dienstleister, der sich Homejumper nennt. Jedenfalls ging Homejumper kurz darauf pleite. Schuld war, so hieß es, die Flaute in der IT-Banche.

    Bei der taz hat die Zeitungsbranche Schuld, schreibt sie. Die taz ist zwar nicht pleite, aber seit Jahren immer kurz davor. Deswegen soll der Leser der Online-Ausgabe bitte spenden. Ich bin sicher, das würden viele gerne tun, wenn sie die taz auch online lesen könnten.